Vorwurf der sexuellen Belästigung Google entließ 48 Mitarbeiter in zwei Jahren

48 Mitarbeiter, davon 13 Manager: So viele Angestellte hat Google in den vergangenen zwei Jahren wegen mutmaßlicher sexueller Belästigung entlassen. Laut "New York Times" sollen Belästigungsvorfälle lange vertuscht worden sein.

Illuminiertes Google-Zeichen in Zürich
REUTERS

Illuminiertes Google-Zeichen in Zürich


Der Internetgigant Google hat seine Angestellten per E-Mail darüber informiert, dass das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren 48 Mitarbeiter, darunter 13 Manager, wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung entlassen habe. Über den Brief hatte zuerst der TV-Sender CNBC berichtet.

Zuvor hatte die "New York Times" über den Fall des Android-Erfinders Andy Rubin berichtet. Der 55-Jährige habe vom Konzern trotz der gegen ihn im Raum stehenden Vorwürfe eine Abfindung in Höhe von 90 Millionen US-Dollar zugesagt bekommen. Die letzte Rate stehe im November an. Rubin soll eine Mitarbeiterin auf einem Hotelzimmer zum Oralsex gezwungen haben.

"Wir wollen klarmachen, dass wir einen sicheren Arbeitsplatz garantieren", sagte Google-CEO Sundar Pichai. "Wir wollen Ihnen versichern, dass wir jeden einzelnen Vorwurf der sexuellen Belästigung untersuchen und entsprechend handeln", so Pichai weiter. Er versicherte, sein Unternehmen verfolge "eine immer härtere Linie".

Laut "New York Times" sollen Belästigungsvorfälle jahrelang vertuscht worden sein. Die 48 Mitarbeiter, um die es sich nun in der E-Mail handelt, sollen laut Unternehmen aber weder eine Bonuszahlung noch eine Abfindung erhalten haben. Das gelte auch für Rubin. Pichai listete des Weiteren Dinge auf, die das Unternehmen nach dem Fall Rubin unternommen haben, um Transparenz zu gewährleisten.

bam



insgesamt 49 Beiträge
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ansch 25.10.2018
1. Wer sich verteidigt klagt sich an.
> wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung entlassen habe. Allein der Vorwurf reicht also für den Schuldspruch aus. Warum muß ich gerade an die Hexenprozesse in grauer Vorzeit denken?
Zendor 26.10.2018
2. In dubio contra reo
Beim Lesen der Schlagzeile war ich gespannt, welche konkreten Taten Google wohl als sexuelle Belästigung ansehen würde. Wie naiv von mir! Mit solch unwichtigen Details hält man sich heutzutage nicht mehr auf. Auch nicht mit der Frage, ob die Tat bzw. alle 48 Taten wirklich begangen wurden. Der Vorwurf reicht. Denn wir wissen ja inzwischen dank der Gender-"Forschung", dass quasi alle weißen, heterosexuellen Männer miese Dreckschweine sind. MeToo!
makubo24 26.10.2018
3. ???
Früher brauchte man noch das Finanzamt, um wirklich jeden zur Strecke zu bringen - heute schaffen wir das mit "me too". Ich überlege gerade, wen ich so alles vor jahrzehnten sexuell belästigt habe. Irgendwann kriegen wir Euch (sie uns) alle.
quark2@mailinator.com 26.10.2018
4.
Ich komm mit der Logik nicht klar. Sicher kann soll oder muß man Mitarbeiter wegen sexueller Belästigung bestrafen. Aber wegen Anschuldigungen ? Sollte es nicht erst ein Verfahren, eine Verurteilung und dann eine Bestrafung geben ? So wenig wie diese Belästigungen hinnehmbar sind, sind es auch Vorverurteilungen. Also entweder stimmt etwas an der Berichterstattung nicht, oder am Vorgehen.
Plasmabruzzler 26.10.2018
5.
Verstehe ich richtig, dass dort allein der Verdacht einer Straftat ausreichte, um Kündigungen auszusprechen oder lagen Beweise vor?
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