Google Wave etc.: Das Netz hängt seine Nutzer ab

Von

Wave ist großartig. Das Wunderwerkzeug von Google vereinigt Funktionen und Fähigkeiten, die für Arbeit wie Freizeitvergnügen unheimlich nützlich sein könnten. Trotzdem ist fraglich, ob es sich durchsetzen wird. Denn selbst Netz-Aficionados wird es mit Kommunikation und Information langsam zu viel.

Zu viel Input: Selbst den Informationsjunkies reicht es langsam Zur Großansicht
Corbis

Zu viel Input: Selbst den Informationsjunkies reicht es langsam

Die knappste Ressource, die erwachsenen Menschen in der westlichen Welt zur Verfügung steht, ist in der Regel: Zeit.

Die gute Nachricht: Das Internet und seine ständig wachsenden Möglichkeiten sollten eigentlich dabei helfen, Zeit zu sparen. Schließlich wird Post jetzt mit Lichtgeschwindigkeit zugestellt, Informationen sind blitzschnell verfügbar.

Die schlechte Nachricht: De facto aber tut das Internet das gleiche wie jedes neue Informations- und Kommunikationsmedium seit Erfindung der Keilschrift - es nimmt mehr Zeit, Aufmerksamkeit und damit Energie in Anspruch, als es freisetzt.

Was nicht heißen soll, dass es nicht unglaublich nützlich ist. Aber so manchem, selbst den hartgesottensten Informations- und Kommunikationsjunkies unter uns, reicht es langsam.

Ein Morgen im Büro: Multikanal-Kommunikation, bis der Kopf raucht

Die Möglichkeiten, die das Netz bietet, sind in den vergangenen 15 Jahren exponentiell gewachsen. Wer beispielsweise aus dem Urlaub kommt, kann dem Bekannten im Büro am anderen Ende der Stadt - oder des Landes, des Kontinents, der Welt - morgens blitzschnell seine Ferienfotos zeigen: Über Flickr, über Facebook oder MySpace, über Picasa oder Evernote, als E-Mail-Anhang ...

  • Parallel könnte er eine Instant-Messenger-Konversation über die Schönheiten von Mallorcas Norden führen.
  • Und dabei auf ein YouTube-Video verweisen, das eine besonders halsbrecherische Fahrrad-Abfahrt aus den Bergen nach Sóller zeigt.
  • Und über das kleine Fensterchen rechts unten im Browser-Eck noch schnell seinen 123 Twitter-Followern mitteilen, dass er wohlbehalten wieder da ist.
  • Und dazwischen kurz die RSS-Feeds auf interessante neue Nachrichten oder Blog-Einträge checken.
  • Und schnell noch googeln, wie dieses kleine Restaurant in Palma noch mal hieß, das er dem Kollegen für seinen nächsten Urlaub auf der Insel empfehlen wollte.
  • Und ihm dann schnell den Link zur Website dieses Restaurants übermitteln - per E-Mail oder ICQ, AIM, Twitter, Facebook ...
  • Und bei del.icio.us oder Mister Wong ein Lesezeichen dafür ablegen, für später mal.
  • Und so weiter, während er ständig ängstlich darauf achtet, ob der Chef nicht hinter ihn tritt und feststellt, dass er da neben der eigentlich zu bearbeitenden Tabellenkalkulation auch noch ein paar andere Fenster offen hat auf dem Bildschirm.

Ein voll aufgerüsteter Web-Browser ist in Verbindung mit ein paar Zusatzwerkzeugen heute eine mächtige Kommunikations- und Informationszentrale, wahnsinnig praktisch - und gleichzeitig ein Aufmerksamkeits- und Produktivitätsfresser, der Henry Ford vermutlich die Zornesröte ins Gesicht getrieben hätte.

Sie sind gar nicht so? Willkommen im Mainstream

Ihr Alltag sieht gar nicht so aus wie oben beschrieben? Sie lesen nur ab und an eine E-Mail und vielleicht sind Sie mal kurz auf Facebook, wenn überhaupt, aber der ganze Rest kann Ihnen gestohlen bleiben?

Dann gehören Sie zur Mehrheit. Ihr Arbeitgeber kann sich glücklich schätzen.

Der jüngsten Online-Studie von ARD und ZDF zufolge etwa sind nur 34 Prozent der deutschen Netznutzer auch Mitglied eines privaten Social Networks wie Facebook, StudiVZ, MySpace oder Wer-kennt-Wen. Fotosammlungen wie Flickr oder Picasa nutzen nur 25 Prozent. Und Lesezeichensammlungen wie del.icio.us oder Mr. Wong nur vier Prozent.

Und das sind schon die Alteingesessenen unter den Web-2.0-Angeboten (siehe Kasten in der linken Spalte). Twitter (immerhin auch schon dreieinhalb Jahre alt!) hat in Deutschland einer aktuellen Erhebung zufolge 185.000 aktive Nutzer - bei knapp 44 Millionen Internetnutzern keine allzu eindrucksvolle Zahl.

Das WWW und seine Möglichkeiten wachsen in so atemberaubenden Tempo, dass es inzwischen selbst den habituellen early adopters zu viel wird. Das sieht man sehr schön an den Reaktionen auf Googles neuesten Streich, das Rundum-Kommunikations-und-Kollaborations-Wunderwerkzeug Wave. Wave, da sind sich die meisten einig, ist großartig - aber ob es jemals von einer breiteren Masse benutzt werden wird, scheint zumindest fraglich.

"Google Wave verbindet das Schlechteste von E-Mail und Instant Messaging"

Wave erlaubt, grob gesagt, all die oben beschriebenen Aktivitäten - Fotos hochladen, chatten, Videos vorführen, Notizen ablegen etc. und noch viel mehr. Gleichzeitig und in Echtzeit. Mit mehreren Teilnehmern. Jeder, der sich die entsprechende Wave gerade ansieht, kann live miterleben, wie die übrigen Anwesenden tippen (und sich vertippen). Eine Wave ist ein kollaborativ zu bearbeitendes Dokument mit eingebautem Bearbeitungsarchiv (sie lässt sich gewissermaßen zurückspulen, um die Entstehung Schritt für Schritt zurückverfolgen zu können), ein Multimedia-Dokument, das sich nicht nur speichern, kopieren und verschicken lässt, sondern auch auf anderen Web-Seiten einbinden. Mit sogenannten Bots und Gadgets lässt sich das Ganze zusätzlich aufbohren - man kann sich etwa die komplette Wave in Echtzeit ins Englische übersetzen lassen (wertvoll für internationale Zusammenarbeit) oder kleine Votings wie das hier in der linken Spalte einbinden. Mehr Wave-Funktionen zeigt die Bilderstrecke in der linken Spalte, eine humorige Einführung gibt das Bettel-Video unten.

Wave ist ein unglaublich mächtiges Werkzeug, seinem Mit-Schöpfer Lars Rasmussen zufolge die "moderne Version von E-Mail" - die Frage ist, wer es benutzen soll.

Seit vergangener Woche haben 100.000 Testnutzer die Möglichkeit, Wave zu testen. Gefühlte weitere 100.000 betteln seitdem über Twitter, Blogeinträge und andere Kanäle darum, ebenfalls eine Einladung zu bekommen. Für Buzz hat die Welle schon gesorgt, da gibt es keinen Zweifel. Dabei ist der Dienst zu Recht immer noch im geschlossenen Beta-Stadium, läuft instabil und bricht immer mal zusammen. Aber das ist nicht das Problem. Sondern, lauscht man den ersten Stimmen zum langerwarteten Super-Dienst, dass Wave einfach zu viel Aufmerksamkeit verschlingt.

"Springflutwarnung"

Selbst Hardcore-Geeks wie der Tech-Blogger, Twitter- und Facebookfanatiker Robert Scoble zeigten sich nach ersten Testläufen skeptisch. "Wenn die Leute anfangen, den Dienst zu benutzen, werden sie merken, dass er den größten Nachteil von E-Mail und Instant Messaging miteinander verbindet: Unproduktivität", schrieb Scoble. Louis Gray, Gründer eines sogenannten "Silicon Valley Blog für early adopters" schrieb: "Wave ist nichts als ein weiteres Postfach, das man regelmäßig überprüfen muss." Überschrieben ist der Eintrag mit "Google Wave trifft auf den Strand - Springflutwarnung". Selbst die härtesten aller Technophilen, so scheint es, haben den Punkt erreicht, an dem ihnen all die Kommunikations-, vulgo: Ablenkungsmöglichkeiten zu viel werden.

Der Prozess, der sich dank der sich permanent beschleunigenden Möglichkeiten des Netzes derzeit vollzieht, ist in der Menschheitsgeschichte bislang einzigartig: Die Entwicklung verläuft so schnell, dass selbst die early adopters nicht mehr nachkommen. Neue Werkzeuge können sich gar nicht so schnell durchsetzen, wie weitere aufgesetzt werden, die Vorangegangenes womöglich schon wieder überflüssig machen. Während ganz vorne, bei den hartgesottensten Alles-Ausprobierern, eine permanente Umwälzung im Gange ist, wartet die große Masse der Internetnutzer lieber in aller Ruhe ab - und verlässt sich weiterhin auf die 40 Jahre alte E-Mail als Basis-Werkzeug. Die Kluft wird täglich breiter: Zwischen denen, die wissen, was das Netz schon heute alles kann, die viele seiner Möglichkeiten sogar tatsächlich benutzen und jenen, denen es viel zu mühsam ist, sich ständig neue Technologien, Kommunikationsformen, Verhaltenskodizes anzueignen.

Es gibt allerdings einen Teil der Gesellschaft, in dem die Dinge anders liegen: Die Rangliste der von 14- bis 19-Jährigen mindestens selten genutzten Mitmachangebote sieht laut der ARD/ZDF-Online-Studie so aus:

  • Wikipedia (94 Prozent)
  • Videoportale (93 Prozent)
  • Private Communitys (81 Prozent)
  • Fotocommunitys (42 Prozent)

Diese Altersgruppe kommt übrigens fast komplett ohne Twitter aus - kommuniziert aber ohnehin schon von Kindesbeinen an in Echtzeit: Einer Erhebung des Branchenverbandes Bitkom aus dem Jahr 2009 zufolge nutzen 90 Prozent der 10- bis 17-Jährigen Messaging-Dienste und ähnliche Kommunikationsmöglichkeiten.

Im Vergleich zu diesen im digitalen Stahlbad gehärteten Multitasking-Experten sind die Mittdreißiger, die heute all die immer besseren Netz-Anwendungen erschaffen, müde alte Säcke. Diese jüngere Generation wird letztlich darüber entscheiden, was das Netz braucht - und was überflüssig, zu kompliziert, eben zu viel ist. Vielleicht werden diese Leute Wave benutzen. Oder das nächste oder übernächste große Ding.

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 27 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. <->
silenced 06.10.2009
Habe kein Facebook, kein Xing, kein Wer kennt wen, kein StudiVZ, kein MySpace, kein Flickr, kein Del.icio.us, kein Lokalisten, kein Technorati, kein Mashups und folge auch keinen Blogs, schreibe auch keinen. Einzige was ich habe ist ein Youtube Account. Bei google schrillen sowieso die Alarmglocken, deren Suchmaschine ist das einzige was benutzt wird, neben Youtube, alles andere kann und wird mir auch in Zukunft gestohlen bleiben. Es stellt sich mir immer erst die Frage: Brauch ich das Angebotene wirklich? Sehr oft ist die Antwort: Nein. Freunde und Bekannte können das gerne nutzen, mit denen ist man auch "klassisch" weiterhin in Kontakt. Als Fazit: Alles schön und gut, aber wird nicht wirklich benötigt, *hauptsächlich weil absolut gar keine Zeit dafür*.
2. Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an! - WTF?
Dubbel 06.10.2009
Es kommt immer darauf an, wie man etwas nutzt. Während eines Auslandsjahres kann man z.B. weiterhin und außerdem _kostenlos_ mit seinem Freunden über Skype in engem Kontakt bleiben. Und die neuen Freunde trifft man alle paar Wochen virtuell auf Facebook. Wenn man dort dann aber jeweils 20 Minuten hängenbleibt und sich durch sämtliche "Wann wirst du heiraten/sterben/Geburtstag haben"-Quizes durchklickt, hat man tatsächlich ein Zeitproblem. Ich denke, meine Generation blendet sowas, ähnlich wie Werbung im Netz/TV schon automatisch aus. Vielleicht haben ältere Semester, die nicht mit PNs und Co aufgewachsen sind, da mehr Probleme mit... Ich denke, selbst Twitter ;) könnte man produktiv einsetzen - es tun aber nur die wenigsten ;)
3. Nicht mit Google
ismirwurscht 06.10.2009
Ich mache da auch bei all Social-Dingern nicht mit. Viel zu aufwändig. Bringt mir nicht wirklich was. Ja, Email, Skype und IM sind schon noch drin, aber alles, was da so über den Browser zu bedienen ist, finde ich zu nervig. Aber wirklich problematisch ist, finde ich, dass da diese Firmen dahinterstecken. Gerade Google ist mir ein Dorn im Auge. Wenn diese Social-Anwendung irgendwie unabhängig wären, dann fände ich das schon interessanter. Aber mit Google im Hintergrund... nein danke.
4. Nicht nur für Kommunikationsdienste
Eiermann 06.10.2009
Zitat von DubbelEs kommt immer darauf an, wie man etwas nutzt.
Das ist natürlich die Grundfrage des Ganzen und sämtlicher Mediennutzung. Ich habe Google Wave noch nicht getestet, könnte mir von einer weiteren Verknüpfung einzelner Dienste aber durchaus Vorteile erwarten. Insbesondere die Aggregation von Onlinenews, überhaupt von Neuigkeiten auf sämtlichen Internetseiten über die einzelnen Homepages im Browser oder per RSS-Feeds finde ich noch wenig zufriedenstellend. Wenn da was in der Art von Google Wave erfunden werden würde, würde es mich noch viel mehr freuen als nur auf dem Gebiet der Kommunikationsdienste.
5. In Stahlgewittern??
ötterpötter 06.10.2009
"im digitalen Stahlbad gehärtete Multitasking-Experten" Ah ja. Also nach meiner Erinnerung kann man Stahl im Ölbad härten, oder auch im Wasserbad. Man kann auch Stahl im Säurebad ätzen bzw. mit etwas Geduld ganz auflösen. Nach umstrittener Auffassung wurden frühere Jugendgenerationen "In Stahlgewittern" gehärtet, und nicht im StudiVZ. Aber Experten im Stahlbad härten? Im digitalen sogar? Na also ich weiß nich ...
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Web
RSS
alles zum Thema Social Media
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 27 Kommentare
  • Zur Startseite
Fotostrecke
Google Wave: So sieht das Echtzeit-Wiki aus

Web 2.0: Mitmach-Plattformen und soziale Netzwerke
Facebook, Myspace und Co - die bekanntesten sozialen Netzwerke und Mitmach-Plattformen im Überblick.
Facebook
Facebook
Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach eigenen Angaben hat Facebook derzeit 175 Millionen aktiver Mitglieder weltweit. (Mehr zu Facebook bei SPIEGEL WISSEN)
Wer-kennt-wen
Wer-kennt-wen wurde von den beiden Studenten Fabian Jager und Patrick Ohler gegründet. Das Netzwerk hat laut Betreiber knapp 5,8 Millionen Nutzer. (Mehr zu wer-kennt-wen bei SPIEGEL WISSEN)
Xing
Xing (früher OpenBC) wurde 2003 von Lars Hinrichs gegründet. Ende 2008 hatte Xing 6,5 Millionen Mitglieder, etwa eine halbe Millionen Nutzer haben einen kostenpflichtigen Premium Account. Bei Xing geht es vor allem um berufliche Kontaktaufnahme. (Mehr zu Xing bei SPIEGEL WISSEN)
StudiVZ
Ehssan Dariani hat die Studenten-Community StudiVZ 2005 gegründet. Zuerst investierten Lukasz Gadowski und Matthias Spiess, später finanzierten StudiVZ vor allem die Gebrüder Samwer - bekannt für die Klingeltonfirma Jamba - und der Venture-Capital-Arm des Holtzbrinck-Verlags ("Die Zeit", "Handelsblatt"). Im Januar 2007 übernahm Holtzbrinck StudiVZ. Derzeit haben Plattformen studiVZ.net, schuelerVZ.net und meinVZ.net nach eigenen Angaben mehr als zwölf Millionen Nutzer. (Mehr zu StudiVZ bei SPIEGEL WISSEN)
MySpace
MySpace.com ist die populärste unter den Community-Plattformen, mit über hundert Millionen registrierten Nutzern. Wie auch Facebook.com, Xanga.com oder Friendster.com bietet MySpace den Nutzern die Möglichkeit, Profilseiten anzulegen und mit Bildern und Videos zu dekorieren, Musik und Text auf die Seite zu stellen und ihre persönliche Profilseite mit der von Freunden und Bekannten zu verknüpfen. MySpace ist sehr beliebt bei Nachwuchsmusikern und verhalf auch den britischen Arctic Monkeys zu ungeahntem Erfolg. In die Kritik geriet das Angebot, weil es von Pädophilen benutzt wurde, um Kontakt zu Minderjährigen aufzunehmen. StudiVZ ist eine deutsche Studenten-Community, die Facebook ähnelt. (Mehr zu MySpace bei SPIEGEL WISSEN)
Flickr
Flickr.com ist eine Foto-Community. Nutzer können Bilder einstellen, mit Schlagworten ("Tags") versehen und Pools für bestimmte Themen einrichten. Im Zusammenhang mit Ereignissen wie den Terroranschlägen in der Londoner U-Bahn oder dem Hurrikan "Katrina" wurde Flickr auch zu einem Paradebeispiel für den sogenannten citizen journalism: Schnell entstanden Bildersammlungen von Privatleuten, die das Geschehen dokumentierten. Als deutsches Flickr-Pendant versucht sich zum Beispiel Photocase. (Mehr zu Flickr bei SPIEGEL WISSEN)
YouTube
YouTube.com lässt Nutzer Videos online stellen. Wie bei Flickr und ähnlichen Angeboten können andere Eingestelltes kommentieren und bewerten. Mit einem speziellen Werkzeug kann man YouTube-Videos auch auf seiner eigenen Webseite einbinden. Vergleichbare Dienste gibt es inzwischen zuhauf, Beispiele sind Metacafe.com, Vimeo.com und ClipShack.com. Auch Googles Videodienst funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Putfile.com ist ein genereller Upload-Service für Videos, Audio- und Bilddateien. Weiter gehen Angebote wie Eyespot.com und Jumpcut.com - dort können die Nutzer eingestellte Videos auch bearbeiten, zusammenschneiden und nachvertonen. Deutschsprachige Varianten von Youtube sind etwa MyVideo und FMarket. Eine Kombination aus Flickr und YouTube bietet Sevenload. (Mehr zu YouTube bei SPIEGEL WISSEN)
Del.icio.us
Eine Art Online-Bookmark-Sammlung mit Community-Eigenschaften. Bei Del.icio.us kann jeder angemeldete Nutzer Web-Adressen speichern, sie mit Schlagworten ("Tags") versehen und so anderen Benutzern zugänglich machen. Verwandte Sites lassen sich so gruppieren, User mit ähnlichen Interessen können einander auf Interessantes hinweisen. Für Firefox-Benutzer gibt es sogar ein Browser-Plugin, das den Zugriff auf die Online-Linksammlung in die Navigationsleiste integriert. Mr Wong ist eine deutsche del.icio.us-Variante. Ursprünglich auf Technologie-Nachrichten spezialisiert war digg.com. Die Selbstbeschreibung des Angebotes spricht von "nicht-hierarchischer redaktioneller Kontrolle": Indem Nutzer eingestellte Nachrichten bewerten, entscheiden sie mit über die Platzierung einer bei digg.com verlinkten Meldung auf der Seite. Eine deutsche Variante von Digg heißt Yigg. (Mehr zu Del.icio.us bei SPIEGEL WISSEN)
Lokalisten
Im Mai 2005 gegründet, hat das Netzwerk Lokalisten eigenen Angaben inzwischen etwa 3,4 Millionen Nutzer. (Mehr zu Lokalisten bei SPIEGEL WISSEN)
Technorati
Technorati.com ist die Mutter aller Blog-Suchmaschinen. Sie katalogisiert Weblogs, Blogeinträge können wiederum mit Tags versehen und so zusammengefasst oder effektiver durchsucht werden. Technorati beurteilt Blogs auch nach Bedeutsamkeit und Glaubwürdigkeit - Suchergebnisse können entweder danach oder nach dem Erscheinungsdatum sortiert werden. Durch die Hitliste der häufigsten Suchbegriffe ist Technorati auch zu einer Art Seismograph für die heiß debattierten Themen der Blogosphäre geworden. Eine Blog-Suche bietet auch Google an (Google Blog Search) - mit weniger aufwendiger Funktionalität, aber teilweise anderen Ergebnissen. (Mehr zu Technorati bei SPIEGEL WISSEN)
Mashups
Mashups sind Multimedia-Collagen wie Video-Zusammenschnitte - oder aber Internetseiten, die durch das vermischen, verknüpfen oder neu konfigurieren vorhandener Inhalte entstehen. Häufig werden beispielsweise Ortsinformationen aus Google Maps mit anderen Inhalten, etwa Lexikon- oder Branchenbucheinträgen verknüpft. Auch Flickr und del.icio.us sind beliebte MashUp-Zutaten. Viele Web-Unternehmen stellen Hobbyentwicklern für solche Projekte sogar ihre "application programming interfaces" (APIs) zur Verfügung. (Mehr zu Mashups bei SPIEGEL WISSEN)
Blogs
Blogs oder Weblogs sind oft von Privatleuten geführte Internet-Publikationen. Sie basieren auf einer Software, die es erlaubt, Texte mit wenig Aufwand online zu stellen und Leser Artikel kommentieren zu lassen. Weblogs sind teilweise schlicht private Aufzeichnungen für den Freundeskreis, zum Teil aber durchaus ambitionierte Publikationsprojekte, die von den Betreibern als alternative journalistische oder literarische Form verstanden werden. Besonders themenspezifische Blogs können durch eingeblendete Werbung durchaus lukrativ sein. Es gibt auch organisierte Blogger-Verbände, die Zulieferer-Verträge mit Zeitungen und Nachrichtenagenturen haben. (Mehr zu Blogs bei SPIEGEL WISSEN)
Vote
Google Wave

Glauben Sie, das Multi-Werkzeug von Google hat Zukunft?



Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher
    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.A.

    Kindle Edition: 1,99 Euro.

  • Einfach und bequem: Direkt bei Amazon kaufen.