Forschungsprojekt Google-Armband soll Krebs frühzeitig erkennen

Google forscht an einer Methode, mit der sich Erkrankungen wie Krebs frühzeitig erkennen lassen. Die Idee: Nanopartikel werden in den Blutkreislauf eingeführt, ein Armband analysiert ihr Verhalten.

Infografik zum Google-Projekt: Krankheiten durch Nanopartikel frühzeitig erkennen
Google

Infografik zum Google-Projekt: Krankheiten durch Nanopartikel frühzeitig erkennen


Ein Team aus Googles Forschungslabor X will es einfacher machen, Herzattacken und Erkrankungen wie Krebs frühzeitig zu erkennen. Laut einem Bericht der BBC arbeitet das Unternehmen an einem Armband, das im Zusammenspiel mit Nanopartikeln Veränderungen im Körper erkennen soll, die auf Gesundheitsprobleme hindeuten. Die Nanopartikel sollen durch das Schlucken einer Tablette in den Blutkreislauf gelangen.

Googles Forschung befindet sich noch in einer frühen Phase, entsprechend vorsichtig sollte man mit der Nachricht umgehen. Schon einige Silicon-Valley-Firmen haben sich vorgenommen, den Gesundheitssektor aufzumischen. Viele Projekte verschwanden aber in der Versenkung oder sehen sich wie die von Google unterstützte Gentest-Firma 23andMe heftiger Kritik ausgesetzt.

Mit seiner Armband-Idee prescht Google nun vor, um Partner zu finden. Das Unternehmen plant, die Technik an Unternehmen zu lizenzieren, damit diese sie auf den Markt bringen können - vermutlich erst in einigen Jahren.

"Es handelt es sich nicht um Verbrauchergeräte", sagt Andrew Conrad, der Leiter von Googles sogenanntem Life-Science-Team, zum Armband-Projekt. "Es sind Medizinprodukte, die verschrieben werden." Das Thema Datenschutz schneidet Conrad zumindest mit dem Satz an, Google solle durch das Armband "in keiner Form" Teil der Beziehung zwischen Patient und Arzt werden.

Nanopartikel, die sich an Krebszellen heften

Auf einer Konferenz des "Wall Street Journal" hat Conrad beschrieben, welchen Ansatz Google bei seinem Vorhaben verfolgt - die entsprechende Passage zeigt unser Video:

WSJD Live
Googles Idee zielt darauf, dass sich die Nanopartikel dank beigefügter Antikörper oder Moleküle zum Beispiel an Krebszellen anheften - ein Verhalten, welches das Armband erkennen soll. Nach einem ähnlichen Prinzip soll das Armband auch auf drohende Herzattacken hinweisen können.

Gegenüber der BBC hat sich Paul Workman vom Londoner Institut für Krebsforschung zum Google-Konzept geäußert. "Im Grundsatz ist das toll", wird er zitiert. "Jeder Neueinsteiger mit frischen Ideen ist auf diesem Gebiet willkommen."

Das größte Problem sieht Workman in möglichen Fehldiagnosen, etwa wenn das Armband einem eigentlich Gesunden nahelegt, er habe Krebs. Eine "sehr vorsichtige und gründliche Auswertung" sei nötig, bevor eine solche Art Blutüberwachung in größerem Umfang zum Einsatz kommt.

Google hat im Bereich Gesundheit bereits mit einer Kontaktlinse speziell für Diabetiker auf sich aufmerksam gemacht. Mitte Juli wurde bekannt, dass das Biotechnologie-Unternehmen Novartis die "Smart Lens" genannte Technologie lizenziert hat. Novartis' auf Augenmedizin spezialisierte Tochterfirma Alcon werde damit eigene Produkte entwickeln und vermarkten.

mbö



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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
motzbrocken 29.10.2014
1. Ach, wie edel!
Nanopartikel zur Krebserkennung. Super Idee der NSA Lieferanten. Und dieseNanopartikel werden am besten bereits bei JEDEM frisch Geborenen gespritzt. Ideal! Nur so kann man schlussendlich jedes Individuum individuell überwachen. Geht ja schliesslich um Krebs. Und Google ist soooooo edel, dass das Ganze sicher auch nicht viel kosten wird. Und ja, ich freue mich richtig darauf, von meinem Android Samsung Super Tupper Händi eine SMS zu bekommen, in welcher mir Google mitteilt, man habe soeben einen absolut tödlichen Tumor bei mir festgestellt. Todeszeitpunkt: 2 Monate 4 Woche 3 Tage um 11.35 wird mein Todesglöcklein läuten. Google macht dann automatisch mein Account zu und stellt die Todesanzeige auf Twitter. Der Bestatter erscheint und..... Fehldiagnose. Virenprogramm und so. Pech aber auch. Da Google jedoch mein Account gelöscht hat, werde ich nun von in diskreten, schwarzen Ledermäntel gekleideten Herren abgeführt und der Verwertung für Computerleichen zugeführt. Als Sondermüll. Gebührenpflichtig. T ja, hätte ich mich an Google gehalten und ungebracht, wären mir die Gebühren erspart geblieben. Steht in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Nix zu machen, meint der Datenbeauftragte. Man hätte halt die Allg. Bedingungen lesen sollen.... Ein Hirngespinst? Who knows....
j.vantast 29.10.2014
2. Völliger Quatsch
Also da vertraue ich doch eher meinem Arzt als Google. Und selbst wenn die Methode möglich wäre (was ich nicht ganz glauben kann denn Google ist nicht gerade bekannt für bahnbrechende medizinische Erfolge) würde ich sicher nicht gerade auf Google setzen.
klausmaus 29.10.2014
3. @Motzbrocken
Ihre Reaktion ist völlig übertrieben... Nanopartikel können per se nicht viel außer klein sein, eigenen sich also nicht wirklich zur "Überwachung". Wahrscheinlich werden an die Oberfläche der Nanopartikel monoklonale Antikörper gebunden, welche dann spezifisch an bestimmte Krebszellen-Antikörper binden. Die Auswertung kann dann über das Armband erfolgen, vll optisch oder magnetisch oder dergleichen. Unklar ist mir nur, warum man die Nanopartikel in den Körper bringen muss, warum nicht in vitro auf eine Blutprobe anwenden und bei positiver Messung das Blut genauer analysieren. An sich jedenfalls eine gute Sache, wie man hierbei aber auf die Überwachungspanik kommt ist mir unklar. Die Daten können doch gerne anonymisiert zur Krebsforschung und Datenanalyse genutzt werden...ist btw. bei sonstigen medizinischen Daten genauso oder woher glauben Sie kommen die ganzen Studien und Statistiken zu Krebs und anderen Krankheiten?
Arthur Dent 29.10.2014
4.
Zitat von klausmausIhre Reaktion ist völlig übertrieben... Nanopartikel können per se nicht viel außer klein sein, eigenen sich also nicht wirklich zur "Überwachung". Wahrscheinlich werden an die Oberfläche der Nanopartikel monoklonale Antikörper gebunden, welche dann spezifisch an bestimmte Krebszellen-Antikörper binden. Die Auswertung kann dann über das Armband erfolgen, vll optisch oder magnetisch oder dergleichen. Unklar ist mir nur, warum man die Nanopartikel in den Körper bringen muss, warum nicht in vitro auf eine Blutprobe anwenden und bei positiver Messung das Blut genauer analysieren. An sich jedenfalls eine gute Sache, wie man hierbei aber auf die Überwachungspanik kommt ist mir unklar. Die Daten können doch gerne anonymisiert zur Krebsforschung und Datenanalyse genutzt werden...ist btw. bei sonstigen medizinischen Daten genauso oder woher glauben Sie kommen die ganzen Studien und Statistiken zu Krebs und anderen Krankheiten?
Ist ihnen eventuell schon mal in den Sinn gekommen, das die permanente Zuführung von Dreck wie Nanopartikeln den Krebs erst auslöst ?? Sie scheinen ein völliges Blindvertrauen in jedermann zu haben. Aber macht ja nix, die Pharmaindustrie freut sich schon auf die abertausend neuen Krebskranken die sie schlussendlich für einen Obulus zu Tode Therapieren kann.
spon-facebook-10000402164 29.10.2014
5.
Zitat von Arthur DentIst ihnen eventuell schon mal in den Sinn gekommen, das die permanente Zuführung von Dreck wie Nanopartikeln den Krebs erst auslöst ?? Sie scheinen ein völliges Blindvertrauen in jedermann zu haben. Aber macht ja nix, die Pharmaindustrie freut sich schon auf die abertausend neuen Krebskranken die sie schlussendlich für einen Obulus zu Tode Therapieren kann.
Und ist Ihnen vlt. in den Sinn gekommen, dass Krebs von einer Unmenge an Stoffen begünstigt wird, die wir nie und nimmer alle ausschließen können. Mit Sicherheit werden auch Sie solche Stoffe regelmäßig zu sich nehmen, wie wir alle. Und dies ist an sich auch nicht das Problem. Was Krebs so gefährlich macht ist eine viel zu späte Erkennung, in einem Stadium, in dem Chemotherapie, Bestrahlung oder jüngste Fortschritte nicht mehr effektiv greifen können. Selbst wenn Nanopartikel wie diese ebenfalls Krebs begünstigen können (wie ohnehin sehr vieles), was eher unwahrscheinlich ist (da wird Google und jede verbundene Organisation/Behörde ganz genau drauf achten), der Vorteil einer verfrühten Erkennung wiegt diese (sehr unwarscheinliche) Unsicherheit mehr als auf. Aber letztlich, jeder darf dies selber entscheiden, ob er solche Technologien nutzt. Sie im Vornherein abzulehnen, besonders ohne jegliches Wissen um die Wirkungsweise der Technologie, ist einfach nur lächerlich.
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