Afrika und Asien: Google will mobiles Internet in Schwellenländern aufbauen

Google-Logo vor Zentrale in Kalifornien: Gespräche mit Regierungen Zur Großansicht
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Google-Logo vor Zentrale in Kalifornien: Gespräche mit Regierungen

Die Hälfte der Menschheit hat keinen Zugang zum Internet - und somit auch nicht zu Googles Produkten. Das will der Suchmaschinenriese nun ändern: Einem Zeitungsbericht zufolge verhandelt der Konzern mit mehreren Regierungen über den Aufbau von Mobilfunk-Datennetzen in Schwellenländern.

New York - Rund eine Milliarde Menschen könnten künftig über ein von Google Chart zeigen aufgebautes Netz Zugang zum Internet erhalten. Der US-Konzern will sich am Ausbau von Mobilfunk-Datennetzen in Schwellenländern Afrikas und Asiens beteiligen und führt bereits Gespräche über entsprechende Projekte. Einem Bericht des "Wall Street Journal" ("WSJ") zufolge sollen diese vor allem in ländlichen Regionen aufgebaut werden, in denen es heute noch keinen Zugang zum Internet gebe.

Google will beim Netzausbau demnach mit Telekom-Firmen und Ausrüstern kooperieren. Zudem entwickle das Unternehmen Geschäftsmodelle für den Betrieb der Netze, berichtet die Zeitung unter Berufung auf informierte Personen.

Unter anderem sollen dafür Frequenzen genutzt werden, die zurzeit für TV-Übertragungen reserviert sind. Mit der südafrikanischen und der kenianischen Regierung habe der Konzern aus Kalifornien bereits über eine Änderung der Regeln für die Nutzung dieser Frequenzen verhandelt.

Zudem setze das Unternehmen auf neue Mikroprozessoren und billigere Smartphones mit dem Betriebssystem Android für Entwicklungs- und Schwellenländer. Auf Nachfrage des "WSJ" äußerte sich Google nicht zu dem Bericht.

Schätzungen zufolge nutzt rund die Hälfte der Erdbevölkerung das Internet nicht. Bereits seit längerem hatten Google-Spitzenmanager angekündigt, Menschen in entlegenen und ärmeren Regionen Zugang zum Internet verschaffen zu wollen. Dies würde sich auch wirtschaftlich für den Konzern rechnen, zumal mehr Menschen die Suche nutzen und auf Anzeigen klicken könnten.

Bisher versuchte sich der Suchmaschinenspezialist bereits in den USA als Anbieter von superschnellen Glasfaserleitungen. Ein erstes Projekt existiert in Kansas, als zweite Stadt soll Austin in Texas folgen.

In Südafrika hat der Konzern Pilotprojekte angekündigt, um ungenutzte TV-Frequenzen - den sogenannten White Space - für Datenübertragung zu verwenden. In der Gegend von Kapstadt wollen Google und mehrere lokale Testpartner die Praxistauglichkeit der Methode beweisen. Das Unternehmen sponsert dort zehn Schulen den Web-Zugang für vorerst sechs Monate.

fdi/dpa/AFP

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insgesamt 22 Beiträge
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1. Chance für Deutschland?
der_bulldozer 25.05.2013
Vielleicht sollte Deutschland bei Google anfragen, auch in das Programm übernommen zu werden. Immerhin sind wir Steinzeit, nicht nur eben Schwellenland, was die Versorgung mit Internet angeht. Aber Drosselkom wird's schon richten.
2. Dito!
Smith 25.05.2013
Zitat von der_bulldozerVielleicht sollte Deutschland bei Google anfragen, auch in das Programm übernommen zu werden. Immerhin sind wir Steinzeit, nicht nur eben Schwellenland, was die Versorgung mit Internet angeht. Aber Drosselkom wird's schon richten.
Gleicher Gedanke, Afrika hat dann wohl ne bessere Versorgung als Deutschland. Asien ist uns ja größtenteils sowieso weit voraus (s. Südkorea)
3. Tja so tickt Amerika
svenni1064 25.05.2013
und der deutsche Michel vermutet eine kapitalistische Verschwörung. Ist es nicht toll, dass da eines der reichsten Unternehmen der Welt den ärmeren Ländern hilft? Ja, es ist. Und bin wahrlich kein Google-Freak. Aber genau dieser Hilfsbereitschaft hat Deutschland sein Wirtschaftswunder zu verdanken.
4.
Snoozel 25.05.2013
Dann würden wohl selbst die Schwellenländer Deutschland in Sachen Verfügbarkeit und Bandbreite überholen. Gratulation @Regierung... Warum gibt es hier eigentlich keine News zu dem Thema dass das ZDF den Geburtstag der SPD finanziert hat?
5. Wer kann Google noch stoppen?
systembolaget 25.05.2013
"Dies würde sich auch wirtschaftlich für den Konzern rechnen, zumal mehr Menschen die Suche nutzen und auf Anzeigen klicken könnten." Wie immer geht es letztlich darum, Anzeigen zu verkaufen und die eigenen Dienste zur Bereinigung lokaler Konkurrenz zu positionieren, in dem "freier" Zugang zum Internet gefordert wird. Letztlich sind alle Android Nutzer freiwillige unbezahlte Datensammler für Google, um kostenlos an der Perfektionierung der Algorithmen mitzuwirken.
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