Online-Werbung Google wirft alle Ad-Blocker aus dem Play Store

Werbefilter können in Googles Play Store ab sofort nicht mehr heruntergeladen werden. Der Konzern wirft die Anwendungen raus mit der Begründung: Ad-Blocker verstießen gegen Entwicklervereinbarungen.

Google Play Store: Sämtliche Ad-Blocker fliegen raus
AP / Google

Google Play Store: Sämtliche Ad-Blocker fliegen raus


94 Prozent von Googles Konzernumsatz stammt aus Online-Werbung. Nun blockiert der Konzern in seinem App Store alle Programme, die Onlinewerbung wegfiltern.

Ab sofort können Nutzer des mobilen Betriebssystems Android keinen von den Werbefiltern mehr herunterladen. Die Android-Beobachterseite "Android Police" berichtet, mehrere Entwickler für das Betriebssystem hätten vom Google Play Team entsprechende Benachrichtigungen erhalten. Entwickler Jared Rummler machte das als einer der ersten öffentlich und verkündete es auch über Twitter. Im Schreiben von Google heißt es, andernfalls werde gegen Abschnitt 4.4 der Entwicklervertriebsvereinbarung verstoßen. Unter dem Punkt "Verbotene Handlungen" heißt es dort ziemlich verschwurbelt:

"Sie dürfen im Hinblick auf Android Market keine Handlungen einschließlich der Entwicklung und des Vertriebs von Produkten vornehmen, durch welche Geräte, Server, Netzwerke oder sonstiges Eigentum oder sonstige Dienstleistungen von Dritten beeinträchtigt, gestört oder beschädigt werden oder auf sie in unerlaubter Weise zugegriffen wird."

Soll heißen: Da viele App-Entwickler sich auch über Werbung finanzieren, stellen Werbefilter eine Beeinträchtigung der Dienstleistung Dritter dar. Außerdem beschafft sich Google bekanntlich auch selbst seine Einnahmen zu einem erheblichen Anteil über Werbung. Für Anwender bedeutet das, dass bereits auf ihren Geräten installierte Programme weiterhin ohne Probleme laufen, nur die Neuinstallation nicht mehr über den Play Store möglich ist.

Gegenüber "TechCrunch" äußerte Till Faida, Entwickler eines Adblockers, sein Unverständnis. Er sei nicht der Ansicht, dass seine Applikation einen Verstoß gegen die Geschäftsbedingungen Googles beinhalte, denn: "Nutzer sollten das Recht zur Kontrolle darüber haben, welche Inhalte sie auf ihren Geräten zulassen." Schließlich würden sie mit der Deaktivierung von JavaScript oder Flash im Browser nichts anderes tun.

meu

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insgesamt 62 Beiträge
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blubb321 14.03.2013
1. Google und Werbung
Google finanziert sich praktisch komplett durch Werbe-Einblendungen. Es war überhaupt ein Wunder, dass sich Google so lange nicht an den Werbe-Blockern gestört hat. Vermutlich wollte man damals wohl nur niemanden verjagen. Jetzt fühlt man sich mit Android wohl sicher genug im Sattel.
mactor2 14.03.2013
2. Tja,
und da meckern alle Androiden Typen immer über Apple rum. Meinen Ad-Blocker gibts noch immer gratis im iTunes Shop...
ErkanGecici 14.03.2013
3. Im ernst?
Ich glaub ich spinne! Habe es nicht glauben wollen, aber es stimmt wirklich - gerade eben nachgeschaut und es ist kein Adblocker mehr verfügbar! Naja, solange man die Adblocker aus alternativen Quellen besorgen und installieren kann, solange bleibe ich bei Android. Würden die die Adblocker komplett verbannen, dann Wechsel ich mein System. Da wäre dann nicht mehr viel Unterschied zu Apple's System und ich könnte zu iOS wechseln.. Schlimmer Gedanke..
silenced 14.03.2013
4. <->
Das Hauptproblem an Werbung ist der Traffic den jene erzeugt. Sehr viele Menschen haben nur 100 - 500MB im Monat zur Verfügung auf ihrem Mobiltelefon. Wenn man nun unterwegs alle Möglichkeiten nutzen möchte, dann sind die sehr schnell aufgebraucht durch kleine Extrawerbeeinblendungen die nicht sein müssen. Danach geht es zwar mit Edge-Speed weiter, aber das kann man nicht wirklich als spaßig empfinden. Sicher, es gibt vereinzelt WLan-Hotspots und andere Angebote, aber auch diese sind oft wieder kostenpflichtig. Zuhause muss man nicht unbedingt mit dem Mobiltelefon im Internet unterwegs sein, zumal es dort auch bequem per WLan geht. Ein Kompromiss ist sicher auch nicht möglich: Surfen per WLan -> Werbung aktiv. Surfen per 4G, 3G oder Edge -> keine Werbung aktiv. Kurzum, Werbung ist OK, aber auch sehr sehr störend.
Plasmabruzzler 14.03.2013
5.
Ich drehe den Spieß einfach mal um: wenn die Werbeeinblendung aus finanztechnischer Sicht nötig ist, warum bietet dann jemand eine solche Website oder App an? Warum wird nicht direkt kassiert?
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