Googlefun Wofür ist Google gut?

Jedenfalls nicht nur zum Suchen und Finden. Rund um die populärste Suchmaschine der Welt und ihre zahlreichen Features entstehen mehr und mehr Spiele, die dazu einladen, sich mit dem mächtigen Algorithmus zu messen.


Google Battle: Derzeit das wohl populärste Google-Spiel

Google Battle: Derzeit das wohl populärste Google-Spiel

Dass eine Suchmaschine, die von sich behauptet, rund acht Milliarden Webdokumente zu erfassen, den Spieltrieb findiger Websurfer reizt, kann wohl kaum überraschen. Bereits Ende 2001 entstand der "Trendsport" ("Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung") Google-Whacking, bei dem die Spieler versuchen, mit einem Suchwort genau einen Treffer zu erzielen. Die Liste möglicher Treffer wird dabei mit jeder Meldung eines "Whacks" kürzer, die Suche somit schwieriger, weil jede Siegesmeldung die Trefferzahl automatisch auf mindest zwei erhöht.

Für das populäre Spiel braucht es nicht mehr als einen Browser und Google - für die Treffermeldungen jedoch gibt eine Vielzahl von Webseiten (siehe Linkverzeichnis). Das deutschsprachige Googlewhack.de meldete am Donnerstag allein in der Zeit zwischen 14.35 und 15.12 Uhr zehn neue Whacks. Darunter solche Perlen wie "ondulierende Atemmuster", "Fäkalienmasse unwiederbringlich", "exulierende Ehre" und "Ubootfahrer Elvis". Mut zum Schwachsinn heißt also die Devise: Verwunderlich daran ist eigentlich nur, dass solcher Unsinn überhaupt einen Treffer erzielt.

Doch Googlewhacks sind nicht alles. Die Spielkinder im Web ersinnen ständig neue, weitestgehend sinnfreie Beschäftigungen für die Features des Searchriesen. Das Blog Waxy.org etwa sammelt sinnfreie numerische Fakten, indem es Googles eingebauten Rechner dazu benutzt, bekannte Zahlen auf neue Erkenntnisse hin zu durchleuchten.

Wussten Sie etwa, dass man einen 30 GB iPod 18,2 Tage lang Musik nuddeln lassen kann, ohne dass sich ein Lied wiederholt? Oder das die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, des Universums und überhaupt (bekanntlich ist das "42") multipliziert mit der Lichtgeschwindigkeit und geteilt durch drei Teelöffel 8.51523871 × 1014 m-2 s-1 ergibt?

Müssen Sie ja auch nicht wissen.

Weit nützlicher scheint da die spezialisierte Suchmaske, die sich die Macher von Researchbuzz ausgedacht haben: Leider nur in englischer Sprache sucht Google nach Eingabe von essbaren Grundbestandteilen passende Rezepte dazu.

Sieht komplizierter aus als es ist: Wer erobert per Link die Welt?

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Eine der populärsten Anwendungen des Google-Engines aber ist die Google Battle. In eine Maske gibt man zwei Begriffe ein, die Google daraufhin "auszählt": So findet man zum Beispiel heraus, dass zwar Porsche und Mazda im Web das gleiche "Gewicht" haben, die Automarke Daimler der Spülmittelmarke Fairy aber hoffnungslos unterlegen ist. Saubere Sache.

Ähnlich funktioniert das "Google Game" der VCU Libraries. In einer Art virtuellen "17 + 4" soll der Spieler hier einschätzen, ob "seine" Zusammenstellung von drei willkürlichen Suchworten mehr oder weniger Treffer erzielt als die zwei plus eines verborgenen Suchworts des "Gebers". Klingt dröge, kann Zockernaturen aber durchaus fangen.

Schätzen Sie Trefferzahlen: "17 und 4" per Google

Schätzen Sie Trefferzahlen: "17 und 4" per Google

Das vielleicht schönste Google-Spiel jedoch heißt "Capture the Map". Hier spielt man gegen den Rechner oder einen menschlichen Gegner, gibt abwechselnd Suchworte ein. Google lokalisiert sodann die Server, auf denen die Top Zehn der Funde hinterlegt sind und markiert sie auf einer Weltkarte. Es geht darum, möglichst viele Orte und "Planquadrate" zu "erobern".

Das ist gar nicht so einfach und fördert durchaus die eine oder andere Erkenntnis: Zum Beispiel die, wie lückenhaft die Web-Versorgung der Welt noch immer ist, denn unweigerlich ballen sich die Fundstellen in den USA, in Europa und vielleicht noch Australien, während Afrika oder Asien auch nur zu treffen eine Kunst für sich ist.

Frank Patalong



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