Graph Search Das verrät Facebooks Suchmaschine

Was sind die Lieblingsfilme von Apple-Angestellten? Wie heißen Singles, die bei Facebook als Entwickler arbeiten? Und wo gehen meine Freunde am häufigsten aus? Solche Fragen beantwortet Facebooks neue Suchfunktion - der Test.

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REUTERS

Was ist die Lieblingsmusik der Facebook-Nutzer, die zwischen 1972 und 1979 geboren sind? Radiohead, Depeche Mode, Jan Delay und The Cure. Das ist eines der harmlosen Ergebnisse der neuen Suchfunktion, die Facebook für einige Nutzer bereits freigeschaltet hat. Man kann auch ganz andere Dinge herausfinden. Zum Beispiel die Namen aller Software-Entwickler, die bei Facebook arbeiten und als Beziehungsstatus Single angegeben haben.

Diese Namen spuckt Facebook auch aus - und bietet weitere Möglichkeiten zur Eingrenzung an. Sucht man Mitarbeiter in einer bestimmten Stadt? Menlo Park? London? Sunnyvale? Wollen Sie vielleicht noch Porträtfotos sehen? Wer Industriespionage betreibt, könnte hier guten Rohstoff für Angriffe finden. Man kann mit der Graph Search auch Facebook-Mitglieder finden, die öffentlich als Fans der NPD auftreten und bei Sicherheitsunternehmen arbeiten.

Oder, um sich schöneren Dingen zuzuwenden: Die Suchmaschine findet Freunde von Freunden, die Single sind und eine bestimmte Band oder einen Film mögen. Wenn die neue Suche in Deutschland freigeschaltet ist, dürften gemeinsame Facebook-Freunde von Singles öfter mal Vorstellungsanfragen bekommen.

Derzeit kann man nur in englischer Sprache suchen. Bei der richtigen Formulierung der Regeln hilft die Suchmaschine, sie schlägt alternative Formulierungen vor und fettet erkannte Begriffe wie Filmtitel oder Namen von Facebook-Seiten. Die Suche soll anders und einfacher zu bedienen sein als eine normale Internetsuchmaschine, erklärte Mark Zuckerberg bei der Vorstellung - tatsächlich aber muss man sich bei der Formulierung seiner Fragen doch sehr stark an der Struktur der Datenbank orientieren.

Die Fotostrecke zeigt Beispielsuchen im Überblick.

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lis

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insgesamt 43 Beiträge
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Seite 1
movi 19.01.2013
1. Volksbefragung
Tja früher sind die Leute wegen Volksbefragungen auf die Strasse gegangen, heute wollen 1 Milliarde Menschen sich freiwillig vergläsern und nackt ausziehen. Eure Daten sind für immer und ewig nicht mehr eure! Mit ein paar Festplatten werden alle eure Daten auf Lebzeiten archiviert, verknüpft, mit Mustern besetzt und schon seit Ihr nie wieder richtig privat. Samt aller GPS Infos ;-) Prima. Und verkaufen und Geld verdienen dürfen sie auch noch ohne jede Skrupel oder Rückfragen. Was war nochmal eine Volksbefragung?!
verpiler 19.01.2013
2.
Man bedenke, dass es nicht "Zuckerbergs" Suchmaschine ist. Überhaupt hat er zu dem Erfolg des Unternehmens wenig bis gar nichts beigetragen. Mit so einer großen Portion Glück wäre jeder von uns in das Schicksal getrieben worden, einer der reichsten Männer der Welt zu werden. Sehr geschickt jedoch, die Genialität anderer unter seinem eigenen Namen zu verkaufen. Der Indianer schmückt sich mit fremden Federn.
cassandra106 19.01.2013
3.
Zitat von moviTja früher sind die Leute wegen Volksbefragungen auf die Strasse gegangen, heute wollen 1 Milliarde Menschen sich freiwillig vergläsern und nackt ausziehen. Eure Daten sind für immer und ewig nicht mehr eure! Mit ein paar Festplatten werden alle eure Daten auf Lebzeiten archiviert, verknüpft, mit Mustern besetzt und schon seit Ihr nie wieder richtig privat. Samt aller GPS Infos ;-) Prima. Und verkaufen und Geld verdienen dürfen sie auch noch ohne jede Skrupel oder Rückfragen. Was war nochmal eine Volksbefragung?!
Facebook hätte mit Sicherheit die Stasi verhindert. Mit Facebook macht man sogar Geld und man bekommt viel mehr Infos über die Leute...
maipiu 19.01.2013
4. Liebe Facebook-Gemeinde...
...herzlichen Glückwunsch. Jetzt werden wohl bald keine Wünsche mehr offen bleiben, seit FB besser weiß, was ihr denkt, als ihr selber.
invictus1 19.01.2013
5. die moderne staatssicherheit
Das gefällt der Polizei sicher. Man kann jetzt sogar rechtsradikale erkennen, die man vorher ja nicht erkannt hatte. Hatte man in der DDR noch gegen die Stasi gekämpft, lässt man sich heute freiwillig darauf ein. Traurig.
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