Grimme Online Award 2017 Jury nominiert Facebook-Gruppe gegen Hassrede

Der Grimme Online Award zeichnet jedes Jahr die besten Angebote im Netz aus. Dieses Jahr ist eine Facebook-Gruppe gegen Hassrede nominiert - und auch SPIEGEL ONLINE. Alle Nominierungen im Überblick.

Facebook-Gruppe #Ichbinhier

Facebook-Gruppe #Ichbinhier


Online-Angebote gegen Fake News und Verschwörungstheorien sind am Dienstag in Köln für den Grimme Online Award 2017 nominiert worden. Dazu gehört zum Beispiel "Datteltäter" des jungen ARD/ZDF-Angebots "Funk", das sich mit Vorurteilen befasst, mit denen sich Muslime konfrontiert sehen. Oder die Facebook-Gruppe #Ichbinhier, die gegen Hasskommentare und Hetze im Internet vorgeht.

Auch DER SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE gehören mit zwei Projekten zu den Nominierten. So beschäftigt sich etwa das nominierte SPIEGEL-ONLINE-Projekt "Was ist schon arm?" mit der Frage nach Armut in Deutschland und beleuchtet verschiedene Armutskonzepte und -definitionen.

Das Internet gelte mittlerweile "als Fake-News-Schleuder, als Tummelplatz für Verschwörungstheoretiker und Extremisten, als Brutkasten einer postfaktischen Sicht auf die Welt", konstatierte die Nominierungskommission. Propaganda-Roboter manipulierten das Meinungsbild, Hassreden erstickten oft jeden Diskurs.

Dennoch biete das Internet viele "Initiativen, die aufklären, Transparenz schaffen, sich gegen Ausgrenzung stark machen". Andere trügen dazu bei, die Selbstreinigungskräfte der Online-Community freizusetzen und eine bessere Diskussionskultur zu etablieren. Die Bilanz der Nominierungskommission: "Da gewinnt man den Glauben an das Gute im Web schnell zurück!" Hier sind die 28 Nominierten in vier Kategorien:

Kategorie Information

Kategorie Wissen und Bildung

Diese Multimediastory von SPIEGEL ONLINE wurde nominiert

Kategorie Kultur und Unterhaltung

  • Datteltäter - Funk
  • Der Kölner Dom in 360 Grad und VR - WDR
  • Erwin Hapke - Der Welten-Falter - WDR
  • Germania
  • How to Opera
  • Pop ist kein weißer, heterosexueller Mann - Detektor.FM
  • tell - Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft
  • Wochenendrebell
  • Kategorie Spezial

  • #Ichbinhier - Facebook-Gruppe
  • Kunstgeschichte Online - Städelmuseum
  • Notes on Blindness - Arte
  • Piqd
  • Mehr über #Ichbinhier aus dem Archiv

    gru/dpa

    insgesamt 3 Beiträge
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    Seite 1
    ruhrpottprolet 02.05.2017
    1. Ein schlechter Witz
    Ein ziemlich schlechter Witz. Ich bin selbst Mitglied der Gruppe und kann nur feststellen, dass die Gruppe politisch stark links ausgerichtet ist. Ich bin mehr oder weniger der einzige Gegner der Flüchtlingspolitik, der dort angemeldet ist. Durch das massenweise Auftreten der Mitglieder in Onlinediskussionen werden regelmäßig die Diskussionen durch gleichlautende Meinungen erstickt. Interessant ist auch, dass sich die Gruppe stark auf Beiträge des ZDF konzentriert. Es wäre interessant zu erfahren, ob hier Verbindungen bestehen. Auch wenn die Idee der Gruppe. Diskussionen zu versachlichen, nicht schlecht ist, wäre eine politisch ausgewogene Gruppe sicher von Vorteil. So ist sie vor allem ein gut getarntes PR Tool der Flüchtlingspolitikbefürworter.
    sista72 02.05.2017
    2. Schön!
    Da freue ich mich sehr, denn ich verfolge die Aktivitäten dieser Gruppe auf unterschiedlichen Websites und denke, dass sie sich wirklich für Sachlichkeit und Differenziertheit einsetzt. Deswegen von meiner Seite: thumbs up!
    marccuse 03.07.2017
    3. Gut so
    Der Grimme-Preis ehrt unsere Bewegung. #ichbinhier und nehme oft Anteil an Trauer und Beileid. Ich frage auch: Was wäre Trost für die Betroffenen? Wie wäre Frieden für die Menschen in Europa und der Welt langfristig zu sichern? Krieg, Feindschaft und Isolation führen nur zur Eskalation. Manchen Kommentierenden im Web gefällt es jedocj, ohne Verantwortung zu hetzen und zu hassen. Meine Sicht auf Deutschland und Europa ist überwiegend zuversichtlich. In Realität gilt, unser Land (und Kontinent) ist: aufgeklärt statt dumm, demokratisch statt diktatorisch, offen statt abgeschottet, solidarisch statt isoliert, reich statt arm, vielseitig statt uniform, dynamisch statt starr, progressiv statt reaktionär. Erbärmlich, wie wahnhaft chauvinistische Einpeitscher im Schatten von Anonymität in jeder (!) Nachricht - ob über Terror, Tragödien, Entdeckungen, Ehrungen oder Andersdenkende - blindlings nach Aufhängern suchen, um uns ihre unwahren Parolen voller Feindbilder, Panikmache und Hass aufzudrängen. Statt Aufklärung, Mitmenschlichkeit und Rechtssicherheit vertreten sie Manipulation, Hass, Selbstjustiz und Willkür. Sie versuchen boshaft mit ihrem zynischen Gegenwartspessimismus, die Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen. Daran anknüpfend bieten sie dann vage, totalitäre, nationalistische Lösungen an, die vollgestopft sind mit veralteten antidemokratischen Dogmen, sexistischen Tabus und rassistischen Feindbildern. Verantwortungslos! Deswegen #ichbinhier
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