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Grimme Online Award: Ehrensenf sahnt ab

Zum sechsten Mal zeichnete das Grimme Institut aus Marl lobenswerte Web-Angebote aus. Sieger des Abends waren die Macher des Internet-TV-Formats Ehrensenf, die gleich zwei der begehrten Trophäen mitnehmen durften.

Internetfernsehen, Weblogs und besonders kreative und informative Web-Seiten sind die Preisträger des am Freitagabend in Köln zum sechsten Mal verliehenen Grimme-Online-Awards. Gleich zwei Preise heimste dabei nach Angaben des Adolf-Grimme-Instituts das Internet-Fernsehangebot "Ehrensenf" ein: einen Jury-Preis in der Kategorie "Kultur und Unterhaltung" sowie den zum fünften Mal von den Nutzern per Abstimmung im Internet vergebenen "Intel Publikums-Preis".

Grimme Online Award: Analog zum renommierten TV-Preis zeichnet das Grimme Institut qualitativ hochwertige Webangebote aus

Grimme Online Award: Analog zum renommierten TV-Preis zeichnet das Grimme Institut qualitativ hochwertige Webangebote aus

Überhaupt schlug bei dieser sechsten Preisverleihung die Stunde der Web-Eigengewächse. Glänzen konnten diesmal nicht die Spin-Offs diverser Fernsehformate oder Medienfirmen, sondern originär für das Internet entstandene Seiten - Start-ups im besten Sinne. Unter den aus 24 Nominierungen ausgewählten Preisträgern dominieren Anbieter, die unabhängig, ohne die Unterstützung großer Verlage oder Institutionen, arbeiten.

Der für den Online-Award zuständige Grimme-Referent Friedrich Hagedorn würdigte auch die technischen Innovationen der nominierten und ausgezeichneten Websites: "Immer mehr Websites binden neue Formen wie Podcasts, Blogs und Bewegtbilder ein." Die Preisträger böten "ihren Usern inhaltliche Qualität auf höchstem Niveau, gleichzeitig aber auch eine angenehme Art der Nutzung, unterhaltsam und ergänzt durch zusätzliche Angebote zur multimedialen Interaktion". Das gelte auch für viele Angebote der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die in diesem Jahr allerdings nicht unter den Preisträgern zu finden seien.

Preisträger in der Sparte "Information" sind die Web-Seiten "iRights.info", ein Angebot zur komplexen Rechtslage in der digitalen Welt, und die Jugendwebsite der "Süddeutschen Zeitung", "jetzt.de". In der Kategorie "Kultur und Unterhaltung" ist weiterer Preisträger neben "Ehrensenf" das Angebot "Riesenmaschine", ein kollaboratives Weblog zum Thema "Fortschritt", dessen Texten die Jury "teils akrobatische Virtuosität" bei "klassischer journalistischer Qualität" zuschrieb.

In der Kategorie "Wissen und Bildung" zeichnete die Jury die Kinderwebsite "Blinde Kuh" und "Worldtrip.tv" aus, die interaktive Reisereportage eines Trips von Berlin nach Istanbul. Derartige "neue Formen der Grenzüberschreitung" zwischen privatem Reisetagebuch und Medienbericht gehörten "zu den interessantesten Experimenten" im Internet, urteilte die Jury.

Der Grimme-Online-Award "Spezial", mit dem im letzten Jahr SPIEGEL ONLINE ausgezeichnet worden war, ging an "Spreeblick", ein multimediales Weblog aus Berlin, das sich auch als offenes Forum und als Gegenpol zur bestehenden Medienlandschaft begreife.

"Spreeblick" zeige für den Bereich der deutschsprachigen Weblogs, "wozu das Genre im besten Fall fähig ist", lobte die Jury.

Ehrensenf ist seit dem 8. Mai 2006 auch  täglich bei SPIEGEL ONLINE zu sehen.

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