Gundremmingen Virus im Atomkraftwerk kam über USB-Stick

Die Quelle ist ausgemacht: Die Schadsoftware, die im bayerischen Atomkraftwerk Gundremmingen entdeckt worden war, gelangte laut Innenministerium über einen USB-Stick auf das Computersystem.

Reaktor in Gundremmingen (Archivbild)
REUTERS

Reaktor in Gundremmingen (Archivbild)


Wie ist der im April entdeckte Virus auf den Computer des bayerischen Atomkraftwerks Gundremmingen gelangt? Über diese Frage gab es bislang nur Spekulationen. Nun gibt es neue Informationen: Er ist offensichtlich über einen USB-Stick eingedrungen.

Das sagte der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Klaus Vitt, auf der Potsdamer Konferenz für Nationale Cybersicherheit. "Das Besondere war, dass diese Maschine gar nicht mit dem Internet verbunden war. Also muss diese Schadsoftware über einen anderen Weg dort hereingekommen sein. Und der jetzige Stand, den wir haben, ist, dass es wohl ein USB-Stick war."

Die Software war im April beim Vorbereiten der Revision in Block B aufgefallen. Eine Gefährdung des Personals oder der Bevölkerung habe es nicht gegeben, da alle sensiblen Bereiche des Kraftwerks entkoppelt und nicht mit dem Internet verbunden seien, teilten die Betreiber damals mit. Seit dem Vorfall arbeiteten Spezialisten daran, herauszufinden, wie der Virus in das 2008 nachgerüstete Computersystem gelangen konnte.

Der Fall macht nach den Worten von Vitt klar: "Nicht nur bei mit dem Internet verbundenen Maschinen muss man entsprechende Sorgfalt walten lassen, sondern auch wenn man USB-Sticks verwendet." Einige Medien hatten schon kurz nach dem Vorfall in dem Meiler in der Nähe von Günzburg eine Übertragung über einen USB-Datenträger vermutet.

Die beiden verbliebenen Blöcke des Kernkraftwerks sollen in den nächsten Jahren vom Netz gehen. Das ist schon länger geplant. Der Block B in Gundremmingen soll im kommenden Jahr vom Netz genommen werden, der letzte Block C dann in fünf Jahren. Betreiber des Kraftwerks sind zu 75 Prozent die RWE Power AG und zu 25 Prozent die EON Kernkraft GmbH.

gru/dpa



insgesamt 25 Beiträge
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globalundnichtanders 01.06.2016
1. Besonders schlaue Admins...
...sperren USB-Datenträger auf sensiblen Rechnern. Die anderen scheinen in Atomkraftwerken zu arbeiten...
Europa! 01.06.2016
2. Zufall, Unfall, Sabotage, Test für ein Attentat?
"Entkoppelt", "nicht mit dem Internet verbunden" - das klingt ja ganz tröstlich. Aber wer, bitte, kann seinen giftigen USB-Stick einfach so ins System stecken?
Analog 01.06.2016
3. Dann müsste man auch wissen,
welcher Rechner das war und hat den Benutzer. Fall gelöst...
subduction 01.06.2016
4. Na dann.....
Deshalb bin ich sehr beruhigt, dass US Atomraketen mit robuster hard/software aus den 60er/70ern läuft. Grosse Floppy Disks, ausgereifte Programmiersprache und robuste Rechner. Da komm so schnell KEIN Virus drauf.... Warum waren bei den AKW PC's die USB Ports nicht deaktiviert?
HaraldKönig 01.06.2016
5.
Man muss immer mit der Dummheit, Gleichgültigkeit oder Unverschämtheit des Personals rechnen. In diesem Fall hat ein Mitarbeiter wohl einen Sick mit seinen Daten mitgebracht, um seinen Rechner privat zu nutzen. War bei uns im öff. Dienst gang und gäbe.
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