Gut gemacht, Internet! Der schönste Platz im Web

Haben Sie das schon gesehen? Eine Website hilft bei der Übersetzung kryptischer SMS, das Imperium twittert zurück, Mitt Romney tanzt im Gangnam-Style, und das Internet kann richtig nett sein.

Freundliches Internet: Zwei Designer sammeln Umarmungen für alle Zur Großansicht
thenicestplaceontheinter.net

Freundliches Internet: Zwei Designer sammeln Umarmungen für alle

Der schönste Platz im Web - nein, es sind dort keine spielenden Katzenkinder zu sehen. Stattdessen gibt es kostenlose Umarmungen: Freundlich gesinnte Menschen herzen auf Thenicestplaceontheinter.net die Besucher. So gut das eben geht. Eigentlich haben sie eine Kamera umarmt und die Aufzeichnung bei YouTube eingestellt.

Die Clips laufen nun bildschirmfüllend zu dem Lied "I Have Never Loved Someone" von My Brightest Diamond. Umarmt wird man von einem Mann mit Schnauzer, von einer Teenagerin, die Luftküsse verteilt, von einem gemütlichen Menschen mit Hut, von einem Pärchen mit Teddybär.

Die Internet-Umarmungen sind eine Idee von Lauren Perlow aus Los Angeles und Jeff Lam aus San Francisco, die als Designer und Art Director arbeiten. Vor rund einem Jahr haben sie das Projekt gestartet, seitdem haben Menschen aus vielen Ländern ihre Umarmungen eingeschickt - und das Web damit zu einem schöneren Ort gemacht. Gut gemacht, Internet!

Was will er mir damit sagen?

Schon wieder eine kryptische SMS bekommen? Eine seltsam verschwurbelte Nachricht nach einer gemeinsamen Nacht? Oder eine unverständliche Antwort auf eine ziemlich klare Frage? Mason, Ben und Tim haben es sich zur Aufgabe gemacht, bei der Übersetzung von Nachrichten in verständliche Sprache zu helfen: HeTexted.me.

Dort lassen sich die Nachrichten einstellen. Darunter können die Besucher der Seite abstimmen: Er will etwas von dir, er will nichts von dir, da geht noch was. Bittere Erkenntnis: Die Schwarmintelligenz befindet in den meisten Fällen mit überwältigender Mehrheit: Nein, der will nichts von dir. In diesen Fällen empfiehlt sich ein Besuch bei Thenicestplaceontheinter.net.

Noch ein Gangnam-Remix

Auf Platz eins der deutschen Singlecharts hat es der Korea-Pophit "Gangnam Style" von Psy geschafft. Das Lied mit eingängiger Melodie und Sozialkritik ist ein globaler Hit - nicht ganz zufällig. Die Musikunternehmen in Südkorea sollen ausgefeilte Pläne haben zur Eroberung sämtlicher Musikmärkte in Asien und im Rest der Welt. Nun haben sich die Profi-Komiker von College Humor das Lied vorgenommen.

Das Ergebnis ist "Mitt Romney Style", ein aufwendig produzierter Clip, in dem ein Double des US-Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney wohlhabende Frauen und Steuerschlupflöcher besingt.

Toll auf Twitter

Vom schönsten Platz im Web zum hässlichsten des Universums: dem Todesstern. Das Schlachtschiff des Imperiums aus "Star Wars" misst 900 Kilometer im Durchmesser und wurde errichtet, um ganze Planeten auszulöschen. Eine überaus hässliche Tätigkeit. Hinzu kommt noch, dass den Jedi-Rittern sehr an der Zerstörung des Todessterns gelegen ist. Alles in allem also ein unfreundlicher, potentiell tödlicher Ort.

Nun twittert das Imperium zurück, unter dem Namen DeathStarPR gibt es laufend Updates von der dunklen Seite der Macht. "Zugegeben, der Todesstern ist ein gigantischer Superlaser, der Planeten zerstören kann. Aber mehr als eine Million unserer Mitarbeiter nennen ihn lieber ihr Zuhause", so versucht die selbsternannte Presse- und Öffentlichkeitsabteilung den Ruf des kugelförmigen Raumschiffs und der intergalaktischen Kampftruppen auf der zugehörigen Website aufzupolieren.

Na, überzeugt?

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Wo kommt der Hype her?
  • Das Internet hat eine neue Form des Unterhaltungskonsums hervorgebracht. Es fing an mit Videos, Fotos, Powerpoint-Präsentationen, die per E-Mail herumgeschickt wurden, ging weiter mit über Instant-Messaging-Dienste verbreiteten Links zu Clips mit skateboardfahrenden Hunden oder ungelenken Kindern beim Lichtschwert-Exerzieren und fand seinen vorläufigen Höhepunkt im Weitererzähl-Web der digitalen Gegenwart. Der Lacher für die Mittagspause wird heute über Facebook oder Twitter weitergereicht, genau wie der schnelle Niedlichkeits-Kick (Katzenvideos!) als Mittel gegen den grauen Büroalltag oder der mitgefilmte schmerzhaft-dämliche Skateboard-Unfall für zwischendurch.

  • Die kaskadische Form der Informationsverbreitung, die gerade Dienste wie Twitter ermöglichen, hat dem Phänomen des spontanen Internet-Hypes ein perfektes Biotop geschaffen. Auch ein Jahre altes Video von einem lachenden Pinguin kann urplötzlich innerhalb weniger Stunden ein Millionenpublikum erreichen - wenn geheimnisvolle Faktoren zusammenkommen, die noch niemand so recht entschlüsselt hat (wer das schafft, wird vermutlich sehr reich werden).

  • Und was sich lang genug in den Köpfen der Menschen hält, was weiterverarbeitet, verballhornt, umgedeutet, neu abgemischt wird, bringt es im Informationsverbreitungs-Wunderland Internet vielleicht sogar zum Mem.



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