Guter Content kostet YouTube will für Videos zahlen

Die Konkurrenz macht das schon länger, nun will auch der Platzhirsch bezahlen: Die Videoseite YouTube plant, die Produzenten besonders origineller Netz-Filme mit Geld zu belohnen.


In den kommenden Monaten wolle man sich "dafür öffnen", die kreativsten unter den eigenen Nutzern für ihre Mühen zu entlohnen, verkündete YouTube-Gründer Chad Hurley am Wochenende beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Details darüber, wie viel YouTube bezahlen will und wofür genau, teilte er aber nicht mit. Jedenfalls sei die eigene Nutzerschaft jetzt "groß genug, dass wir die Möglichkeit haben, Kreativität zu fördern, indem wir einen Teil unserer Einkünfte mit den Nutzern teilen", so Hurley.

"Producer Rewards" bei Metacafé: Geld für guten Content

"Producer Rewards" bei Metacafé: Geld für guten Content

Die Konkurrenz macht das schon länger: Revver zum Beispiel, eine Videoseite, die an die eingestellten Clips Werbung hängt, bezahlt Videoproduzenten schon seit 2005. Revver hat auf diese Art auch schon originelle Inhalte von YouTube abgeworben – die Macher der Teenie-Soap lonelygirl15 etwa veröffentlichen seit einiger Zeit zuerst bei Revver, denn das bringt Geld.

Auch die Konkurrenz aus Israel, Metacafé, hat ein Vergütungsprogramm. "Producer Rewards" heißt es – und ist sogar zum integralen Bestandteil des Angebotes geworden. Die bezahlten Videos stehen in einem eigenen Bereich, ein Button zeigt jederzeit an, wie viel das entsprechende Video bereits eingespielt hat.

Dass YouTube nun nachzieht, scheint nur folgerichtig: Für die Hersteller interessanter Inhalte ist ein kleines Taschengeld zusätzlich zum Community-Erfolg sicher nicht uninteressant. Wer dauerhaft guten Content will, muss dafür bezahlen - spätestens, sobald die Konkurrenz damit anfängt.

cis/AP



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