Netzwelt-Ticker: Hacker kapern kino.to-Domain

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Unbekannte haben die Domain des gesperrten Portals kino.to übernommen - und bitten darum, von einem Strafverfahren abzusehen. Außerdem im Überblick: US-Städte balgen sich um Apple Stores, und Anonymous will Dokumente und E-Mails eines US-Ministeriums erbeutet haben.

Von Hackern angegriffen: Abgeschaltetes Portal kino.to Zur Großansicht
dapd

Von Hackern angegriffen: Abgeschaltetes Portal kino.to

Im Kampf gegen die Verbreitung urheberrechtlich geschützten Materials hatten die Strafverfolger 2011 die Schließung des Download- und Streaming-Portals kino.to als schönen Erfolg gefeiert. Doch nun befindet sich die Adresse kino.to nicht mehr unter der Kontrolle der Fahnder, sondern wurde von Hackern stibitzt.

Das gelang offenbar durch eine Sicherheitslücke im Nameserver. Auf der Hauptseite erscheint immer noch der Schließungshinweis der Kriminalpolizei, auf einer Unterseite erklären jedoch "pin3apple & Chomik", sie hätten die Seite übernommen. Böse Absichten würden sie nicht verfolgen, sie wollten nur "sicherstellen, dass die Domain auf dem Weg nicht von anderen z.B. zu Werbezwecken missbraucht werden kann".

Wie eine Sprecherin der GVU (Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen) gegenüber "Golem" feststellte, sei der Gründer von Kino.to Dirk B. rein formaljuristisch weiterhin der Eigner der Web-Adresse. Derzeit läuft sein Prozess vor dem Landgericht Leipzig.

Allem Anschein ist die derzeitige Umleitung nicht die erste ihrer Art. Im Februar führte die Seite für mehrere Stunden auf das Angebot eines Amazon-Partner-Shops, wo Interessenten Musikkäufe tätigen konnten.

Anonymous meldet Datenzugriff beim US-Justizministerium

Schon wieder haben sich die Anonymous-Aktivisten Web-Präsenzen der amerikanischen Regierung vorgenommen. Zum zweiten Mal in diesem Jahr war das Justizministerium das Ziel. Bei dem Angriff auf die Ministeriums-Server wurden zwar keine Webseiten lahmgelegt, dafür sahen sich die Hacker auf einem Server der Statistikabteilung um und ließen insgesamt 1,7 Gigabyte Daten mitgehen. Das jedenfalls berichtete am Montag "AnonNews" und veröffentlichte das Material auch gleich, darunter angeblich "interne E-Mails und die komplette Datenbank".

Das Justizministerium bestätigte den Angriff, betonte aber, es habe sich um den unautorisierten Zugang zu einer öffentlichen Website gehandelt. Die Statistikabteilung sei während der gesamten Zeit arbeitsfähig geblieben, die Hauptseite des Justizministeriums justice.gov nicht betroffen gewesen.

Städte bieten Mietfreiheit für Apple Stores

Apple setzt auf Exklusivität, das gilt auch für die Standorte seiner Ladenlokale. Dabei bekommt der Konzern tatkräftige Unterstützung von Vermietern, die sich geradezu um die Ehre balgen, ein Geschäft mit dem Apfellogo beherbergen zu dürfen. Dafür verzichten sie schon mal auf Mietzahlungen. Inzwischen kann Apple routinemäßig mit Mietnachlass, Steuerermäßigen und sonstigen Anreizen rechnen, wenn Städte oder Shopping Center auf die Eröffnung eines Apple Stores hoffen.

"The Next Web" berichtet von zweien dieser Deals, die diese Praxis beleuchten. Apples majestätischer Laden in New Yorks Grand Central Station schlägt für den Unterhaltungselektroniker gerade mal mit einem Drittel der sonst gängigen Mietkosten zu Buche. Statt der ortsüblichen Quadratmeterpreise von umgerechnet 2000 Dollar werden nur 600 berechnet. Befürworter der Vereinbarung verteidigten den Preisnachlass damit, dass sich der Apple Store als Ankergeschäft positiv auf die Umsätze der umliegenden Einzelhändler auswirke.

Ähnliches mögen sich die Betreiber der City Creek Mall in Salt Lake City gedacht haben. Ihr Angebot übertraf das der New Yorker Kollegen noch bei weitem, sie offerierten Apple gleich einen Fünfjahresvertrag für mietfreie Nutzung. Eine Vereinbarung, die örtliche Immobilienmakler als bislang beispiellos einschätzten.

Auch das noch:

  • BitTorrent Inc. in San Francisco verklagt die BitTorrent Marketing GmbH:
    Die deutsche Firma würde Markenverletzung betreiben und Verbraucher täuschen, die annähmen, mit dem wahren BitTorrent-Unternehmen zu tun zu haben. "BitTorrent" ist in den USA ein eingetragenes Warenzeichen. Die Amerikaner führen außerdem an, die Berliner Firma besitze noch Hunderte weiterer Domains, die ebenfalls Markenrechte verletzten.
  • "Huffington Post" bastelt an Live-Video: Insiderberichten zufolge soll es im Juli soweit sein. Dafür könnten auch einige Neueinstellungen bei der "HuffPo" sprechen. Zur Mannschaft gehören unter anderem ein ehemaliger Moderater bei al-Dschasira und ein früherer Fox-News-Analyst.
  • Neue Linux-Version ist draußen: Gerade mal 63 Tage hat es seit der Vorversion gedauert, bis Linus Torvalds den Linux-Kernel 3.4 freigegeben hat. Als Schwerpunkt sind vor allem Neuerungen bei den Grafiktreibern zu finden.

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  • Richard Meusers schreibt als Autor für SPIEGEL ONLINE über die Digitalisierung.

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