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Forschungsprojekt: Hacker können MacBook-Webcams unbemerkt einschalten

MacBook Pro: Fremde können die Kamera kapern Zur Großansicht
Apple

MacBook Pro: Fremde können die Kamera kapern

Forscher haben es jetzt bewiesen: Kriminelle können die angeblich sichere Webcam in Apple-Notebooks heimlich einschalten - ohne dass die Betriebsanzeige aufleuchtet. Beim FBI soll entsprechende Software bereits im Einsatz sein.

Was viele bisher für unmöglich gehalten haben, wurde jetzt durch eine wissenschaftliche Studie bestätigt. IT-Wissenschaftler der Johns Hopkins University in Baltimore haben herausgefunden, wie sich die eingebauten Schutzmaßnahmen in den Webcams von MacBooks und iMacs umgehen lassen, so dass die neben der Kamera eingebaute Betriebsleuchte dunkel bleibt, wenn man die Kamera aus der Ferne aktiviert.

Eigentlich sollte das unmöglich sein. Tatsächlich habe Apple eine Art Hardware-Sperre zwischen Kamera und LED-Leuchte eingebaut, sagt Stephen Checkoway, einer der Autoren der Studie. Die Sperre soll sicherstellen, dass das Licht immer angeht, sobald die Kamera aktiviert wird. Aber offenbar lässt sie sich doch umgehen.

Die Studie befasste sich vor allem mit Geräten, die vor dem Jahr 2008 hergestellt wurden. Zu den untersuchten Computern gehörten iMac G5, ältere MacBooks, MacBook Pro und Intel iMacs.

Doch wie die "Washington Post" anmerkt, heißt das nicht, dass Besitzer neuerer Computer aus dem Schneider wären. Laut der Studie könnten vergleichbare Methoden auch bei neueren Rechnern von einer Vielzahl von Herstellern eingesetzt werden: "Wenn ein Laptop eine fest eingebaute Kamera besitzt, ist es möglich, dass jemand - sei es die Regierung oder ein 19-Jähriger - Zugang erlangt, um den Nutzer zu jeder Zeit auszuspähen."

Einer der Forscher erklärte, es gebe keine Gründe, warum derartige Attacken nicht auch bei neueren Apple-Modellen funktionieren sollten. Es wäre "nur sehr viel Arbeit und Aufwand, doch es hängt davon ab, wie gut Apple die Hardware gesichert hat".

Der "Washington Post" zufolge nutzen allerdings nicht nur Kriminelle die nun von den Forschern beschriebene Methode, um Laptop-Kameras unbemerkt einzuschalten. Auch das FBI verwende eine derartige Technik. So hatte ein ehemaliger FBI-Mitarbeiter der Zeitung erst vor kurzem geschildert, dass die Ermittler bereits seit einigen Jahren dazu in der Lage sind.

Einen wirksamen Schutz gegen solche Spähattacken, etwa in Form eine Schutzklappe, baut bisher kaum ein Computerhersteller ein. So lange das so bleibt, gibt es nur eine Möglichkeit, sich wirksam gegen ungewollte Zuschauer zu schützen: Ein dickes Tuch, Papier oder gar ein Klebeband, dass man über die Kamera stülpt.

meu

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insgesamt 53 Beiträge
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1. Abkleben
bulettenbert 19.12.2013
Genau aus diesem Grund habe ich meine Cam am iMac schon seit Jahren abgeklebt. Bei Bedarf kann ich dies ganz leicht ändern. Mir guckt hier keiner ins Zimmer!!! Bei Windows-Rechnern dürfte dies übrigens noch einfacher zu bewerkstelligen sein. Die haben GAR KEINEN Schutz den man umgehen müsste! Nur für den Fall, das sich hier einer vor seinem Windowsrechner sicher fühlt...
2. Toll
immernachdenklicher 19.12.2013
Kamera kann man also abdecken. Aber was ist mit dem Mikrofon?
3. Dekorativ
Peletua 19.12.2013
Seit dem Skandal um die Schüler-Mac(-Book?)s in den USA vor ein paar Jahren, deren Kameras Apple nach Belieben einschalten konnte, ist die Kamera unseres iMac stets mit einem dekorativen kleinen Fimo-Plättchen verdeckt, das mit Wasser oder Spucke perfekt auf der glatten Glasoberfläche hält. Wenn schon eine Firma wie Apple, die in einigen Dingen noch Restbestände von Respekt vor ihren Kunden zeigt, so etwas macht, dann möchte ich lieber nicht wissen, wie es der Windows-Welt ergeht...
4. Viel einfacher und interessanter...
mario_b 19.12.2013
...dürfte es zum Ausspionieren sein die eingebauten Microfone einzuschalten!
5.
yxciuz 19.12.2013
Es gab mal Laptops mit einem Schieber über der Webcam. Wenn der Schieber geschlossen wird, könnte 100%ig niemand mehr die Webcam nutzen - selbst wenn man es schafft die Cam datentechnisch zu knacken. Ich finde keinen neun Laptop mehr mit einem solchen Schieber. Hat die NSA diese weg-gelobbyt? Aus lauter Abergläubigkeit nutze ich jetzt ein Stück Papier + Tesafilm. Ich weiss dass es unwahrscheinlich ist, dass da jemand mitschaut. Aber das Gefühl ständig angeschaut werden zu können ist mir irgendwie unangenehm.
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