Dateneinbruch: Hacker stehlen 1,5 Millionen Kreditkartennummern
Erst auf öffentlichen Druck hin gab es eine offizielle Stellungnahme: Aus den Datenbanken eines US-Abrechnungsdienstleisters sind Daten von mehr als einer Million Kreditkarten entwendet worden. Das Unternehmen versucht, den Vorgang herunterzuspielen.
Atlanta/Hamburg - Unbekannte haben aus den Servern des Abrechnungsdienstleisters Global Payments offenbar Daten von mehr als einer Million Kreditkarten gestohlen. Das erklärte das US-Unternehmen am späten Sonntag in Atlanta. In ihrer Erklärung wiegelt die Firma allerdings ab, versucht den Schaden herunterzuspielen, indem sie sagt: "Weniger als 1.500.000 Kreditkartendaten sind exportiert worden." Eine schöne Umschreibung für die Feststellung, dass die Daten gestohlen wurden.
Immerhin: Die Namen der betroffenen Kunden sowie deren Sozialversicherungsnummern und Adressen seien nicht abhanden gekommen, heißt es in der Erklärung weiter. Deutsche Kreditkartennutzer gehören nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu den Opfern: Beim Einbruch in die Computersysteme des Zahlungsdienstleisters sind nach Firmenangaben ausschließlich die Daten nordamerikanischer Kunden gestohlen worden.
In seiner Darstellung der Vorgänge überschlägt sich Global Payments allerdings in inhaltsleeren Worthülsen. "Wir machen große Fortschritte dabei, dieses Thema zu einem Ende zu bringen", sagte etwa Global-Payments-Chef Paul Garcia in der Mitteilung. Auch würden sich "die fast 4000 Mitarbeiter rund um die Welt darauf konzentrieren, herausragende Dienste anzubieten."
Überdies habe das Unternehmen neben den Strafverfolgungsbehörden auch private Sicherheitsfirmen eingeschaltet, um die Hacker zu entlarven und die Sicherheitslecks im eigenen System zu stopfen. Die großen Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard haben ihre Kunden aufgerufen, ihre Abrechnungen genau zu überprüfen und verdächtige Transaktionen zu melden. Kreditkartenkunden sind vor Betrug geschützt.
Der Einbruch hatte bereits Anfang März stattgefunden, wie Global Payments allerdings erst am Freitag eingestanden hatte. Zuvor hatte der Sicherheitsexperte Brian Krebs in seinem Blog spekuliert, dass Global Payments mehrere Millionen Kreditkartendatensätze abhanden gekommen seien.
Das Unternehmen ist ein Glied in der langen Kette des bargeldlosen Bezahlens. Es dient als Mittler zwischen Einzelhändlern und Banken, die Kunden bekommen davon aber nichts mit. Das Kreditkartenunternehmen Visa hat Global Payments nach Bekanntwerden des Dateneinbruchs von seiner Liste zertifizierter Dienstleister entfernt. Die Aktie von Global Payments war nach Bekanntwerden des Hackerangriffs an der Wall Street um neun Prozent abgestürzt.
mak/dpa
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- Montag, 02.04.2012 – 15:34 Uhr
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Eine sinnvolle Maßnahme, um Missbrauch mit bereits geklauten Daten zu vermeiden, sei, sich eine neue Bankverbindung nebst neuer Kreditkarte einrichten zu lassen. Diese biete allerdings nur zusätzlich Sicherheit, wenn man besonders restriktiv mit den neuen Daten umgehe. Das bedeute: keine Lastschriften, keine unseriösen Zahlungen im Internet, keine telefonische Datenweitergabe. jch
dpa
dpa
1. Benachrichtigen Sie sofort Ihre Bank, lassen Sie die betroffene Karte sperren.
2. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei - gehen Sie zur Wache, dort erhalten Sie im Gegensatz zur Online-Anzeige sofort ein Aktenzeichen, das Sie Ihrer Bank mitteilen können.
3. Beobachten Sie Ihr Konto, Abbuchungen aus dem Ausland können dort ein paar Tage verspätet auftauchen - aktualisieren Sie gegebenenfalls Ihre Anzeige, informieren Sie Ihre Bank.
4. Bei erfolgter Anzeige sollten Sie problemlos Ihr Geld wiederbekommen.
1. Achten Sie auf Ihre PIN: Geben Sie die Nummer nur komplett verdeckt ein – nutzen Sie die freie Hand oder einen Geldbeutel. Eine versteckte Kamera im Automatendach könnte Ihre Finger beobachten. Ohne PIN sind Ihre Kartendaten für Skimmer wertlos.
2. Untersuchen Sie den Geldautomaten nach merkwürdigen Anbauten, Erhebungen, Löchern und wackligen Bauteilen. Kontrollieren Sie besonders den Kartenschlitz. Leichtes Rütteln erlaubt. Nutzen Sie möglichst immer den gleichen Automaten. Fallen Ihnen Veränderungen auf, benachrichtigen Sie die Bank, bei Schalterschluss die Polizei.
3. Meiden Sie freistehende Automaten, nutzen Sie weniger frequentierte Automaten Ihrer Bank.
4. Benutzen Sie keine Geldautomaten, die mit spezieller Beschilderung oder ungewöhnlichen Warnungen versehen sind. Das könnte ein Ablenkmanöver sein.
5. Verwenden Sie zum Betreten der Filiale und zum Geldabheben, wenn möglich, verschiedene Karten.
6.Geben Sie die PIN nie an Türöffnern ein. Keine Bank oder Sparkasse verlangt dies.
7. Haben Sie einen Skimming-Verdacht? Benachrichtigen Sie sofort die Bank, bei Schalterschluss die Polizei.
8. Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge, Ihren Umsatz mittels Onlinebanking. Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank bei merkwürdigen Abbuchungen.
9. Beobachten Sie, was Personen, denen Sie Ihre EC-Karte geben mussten (etwa im Supermarkt) mit der Karte tun: vielleicht verstecken Sie einen Skimming-Automaten unterm Tisch.
1.Achten Sie besonders bei Reisen in die Türkei, in den Libanon und nach Südafrika auf Ihre EC-Karte. Hier sind Skimmer besonders aktiv – und können direkt Geld abheben.
2. In Deutschland gibt es nach LKA-Angaben kein Skimming-Muster, generell gefährdet sind stark frequentierte Geldautomaten. Wo sich das Skimming lohnt, wird geskimmt.
3. Touristenzentren sind Skimming-Zentren.
4. Egal ob Stadt oder Land: Es herrscht Skimming-Gefahr.
1. In etwa einem Prozent der Skimming-Fälle greifen die Täter mit eigenen Tastenfeldern die PIN-Nummer ab. So ein Angriff ist äußerst schwer zu entdecken.
2. Skimmer tauschen bei einem Einbruch EC-Terminals in Supermärkten mit manipulierten Terminals aus - so ein Angriff ist sehr selten. 2007 erbeutete eine Bande so 4,5 Millionen Euro.
3. Die Täter verhindern die Kartenausgabe im Automaten, der Automat verweigert die Auszahlung - und gibt es dem nächsten Kunden das Geld zusätzlich aus. Ein Klassiker des Geldautomatenbetrugs.
4. Die Täter fangen mit einem Geldschaft-Aufsatz die Geldscheine ab und sammeln sie später ein.
5. Ein Täter beobachtet die PIN-Eingabe des Opfers, ein anderer lenkt es im Moment der Kartenausgabe ab und klaut die Karte. Am Automat nebenan heben die Täter sofort so viel Geld ab, wie möglich.
1. Skimming auf Cyberfahnder.de: Hintergründe, juristische Handhabe, Erfahrungsberichte und ein Arbeitspapier zu den technischen, organisatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Skimming
2. "Setzen Sie nicht auf die falsche Karte" - Präventionsprogramm der Polizei
3. "Vorsicht Kartentricks" – Faltblatt der Polizei
4. Kartensicherheit.de - Portal zu "Aufklärung, Vernetzung, Information" der Banken- und Sparkassenverbände
für die Inhalte externer Internetseiten.
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