Medienbericht über Hackerangriff Russland soll US-Demokraten ausgespäht haben

Hacker der russischen Regierung sollen laut einem Bericht der "Washington Post" das Computernetzwerk der US-Demokraten angegriffen haben. Auch Donald Trump war demnach Ziel von Attacken.


Versucht Russland, den US-Präsidentschaftswahlkampf durch gezielte Hackerangriffe auszuspähen? Das zumindest berichtet die "Washington Post".

Hacker der russischen Regierung sollen laut der Zeitung in das Netzwerk des Democratic National Committee (DNC) eingedrungen sein, das zentrale Verwaltungsorgan der Demokratischen Partei.

Laut "Washington Post" haben sich die Hacker auch Zugang zu Informationen über den Präsidentschaftsanwärter der Republikaner, Donald Trump, verschafft, die das DNC für seine Wahlkampfzwecke gesammelt hatte. Außerdem hätten die Hacker Chat-Nachrichten und E-Mails auslesen können, sagten Mitarbeiter des DNC dem Blatt. Dort sieht man den Angriff als Akt der Spionage, nicht als Angriff von Hackern, die etwa mit kopierten Kontodaten Geld verdienen wollen.

Sicherheitsfirma will zwei Hackergruppen identifiziert haben

Offenbar hat das DNC Ende April einen Tipp erhalten. "Unser Team hat so schnell wie möglich gehandelt, um die Eindringlinge aus dem System zu werfen und unser Netzwerk zu sichern", zitiert die "Post" Debbie Wasserman Schultz, die DNC-Vorsitzende.

Eine hinzugezogene Sicherheitsfirma habe zwei Hackergruppen identifiziert und will eine Verbindung zur russischen Regierung ausgemacht haben. Wie die Firma sich sicher sein kann, dass die Hacker für Russlands Regierung arbeiten, lässt der Artikel allerdings offen.

Angeblich sollen laut "Washington Post" auch die Netzwerke der beiden Präsidentschaftsanwärter Hillary Clinton und Donald Trump direkt von russischen Spionen ins Visier genommen worden sein, genauso wie andere Komitees der republikanischen Partei. Weitere Details hierzu kennt aber auch die US-Zeitung nicht.

Ein Sprecher der russischen Botschaft sagte der "Post", man habe keine Kenntnis über derartige Angriffe.


Update, 15. Juni 2016: Hillary Clinton hat sich in einem Interview mit dem TV-Sender Telemundo zu den mutmaßlichen Hackerangriffen geäußert. "Wir haben das natürlich sehr genau im Blick. Soweit wir wissen, ist meine eigene Kampagne aber nicht gehackt worden", sagte Clinton. Vom angeblichen DNC-Hack habe sie aus den Medien erfahren.

gru



insgesamt 18 Beiträge
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pejoachim 14.06.2016
1. Wirklich?
Nein sowas aber auch!
orakel69 14.06.2016
2.
Das hätte ich aber nun wirklich nicht gedacht ;-)
Untertan 2.0 14.06.2016
3. Surprise, surprise
Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht™
sirnemo 14.06.2016
4.
Nein, Doch, ohhh! ...oder Doch nur unvorsichtige Mitarbeiter :D
pegasus2012 14.06.2016
5.
Wiegt das jetzt schwerer als das Abhören von UN-Vertretungen durch die NSA?
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