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Nach Hackerangriff: Bundestag geht Mitte August offline

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DPA

Reichstagsgebäude: Abschaltung des IT-Systems

Nach dem Hackerangriff wird das interne Bundestagsnetz neu aufgesetzt. Die Reparatur soll am 13. August beginnen und mehrere Tage dauern - wenn die Griechenland-Rettung nicht dazwischenkommt.

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat angekündigt, dass das IT-System des Parlaments am 13. August abgeschaltet wird. Das hat eine Bundestagssprecherin SPIEGEL ONLINE bestätigt. Im Zuge des Hackerangriffs auf den Bundestag muss das interne Netz in Teilen neu aufgesetzt werden.

Lammert kündigte die Abschaltung auch in einem Brief an die Abgeordneten an und schrieb, dass die Arbeiten nach vier Tagen beendet sein könnten. "Möglichst im Laufe des 17. August" solle die volle Funktionsfähigkeit des IT-Systems wiederhergestellt werden.

Lammert schreibt: "Die Wahlkreisrechner und Laptops können in diesem Zeitraum weiterhin genutzt werden, allerdings wird ein Zugriff auf das Netz des Deutschen Bundestages einschließlich E-Mail nicht möglich sein." Es handelt sich dabei um das interne Computernetz "Parlakom".

Die Cyberangriff auf den Bundestag war Mitte Mai bekannt geworden, die genauen Hintergründe sind bis heute unklar. Mitte Juni verdichteten sich die Hinweise, dass die Spur der Spione nach Russland führt. Bereits im Juni war in Parlamentskreisen über einen drohenden "Totalschaden" des Parlakom-Verbunds spekuliert worden.

Bereits jetzt werden weite Teile des parlamentarischen Datenverkehrs über das IVBB-Netz der Bundesregierung umgeleitet. Damit ist die Sperrung von mehr als 100.000 Internetseiten verbunden, die von Parlakom-Rechnern aus Sicherheitsgründen nicht mehr angewählt werden können.

Eine Entwicklung könnte den Zeitplan der Reparatur allerdings durcheinander bringen - die Griechenlandkrise. Lammert schreibt dazu: "Sollte sich aufgrund der weiteren Entwicklung im Zusammenhang mit den Verhandlungen über ein drittes Rettungsprogramm für Griechenland abzeichnen, dass eine Abschaltung zum genannten Zeitpunkt nicht vorgenommen werden kann, werde ich Sie über einen neuen Termin informieren."

fab/srö

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1. Wie so schnell?
c.klaus 30.07.2015
Das ist ja fast sofort nach Entdeckung des Abfluss von Daten! Ein hoch auf die IT-Abteilung des Bundestages.
2. wem würde das wann auffallen???
neinsagen 30.07.2015
seit wochen ist so wie so niemand mehr in Amt und Würde derweil alle im Sommerloch sind (Amtsurlaub) also passiert bis Mitte Septemer mit den Hackern gar nichts auch die Hacker haben dann nichts zu tun. ja und dann sind die Beamten im Herbsturlaub die übergangslos in den Skiurlaub bis Weihnachten dauern bis kurz nach drei König bzw. 2 Wochen nach Fasnacht erst dann hören wir von dem preussischen Gloria wieder etwas um mitgeteilt zu bekommen das gleich nach Ostern und Pfingsten damit angefangen wird. Damit ? womit ? das weiss dann keiner mehr vom Bund und Land. mit den Hackern natürlich aber das war doch schon letztes Jahr oder vorletztes Jahr,
3.
Referendumm 30.07.2015
Zitat von c.klausDas ist ja fast sofort nach Entdeckung des Abfluss von Daten! Ein hoch auf die IT-Abteilung des Bundestages.
Gutes Ding braucht eben weil. Inzwischen dürften alle relevanten Daten abgesaugt sein. Und ob der Bundestag on- oder offline ist; die Qualität dürfte sich eh nicht steigern. Höchstens die eine oder andere Doktorarbeit verzögert sich ein wenig. KTz Guttenberg lässt grüßen.
4. Bundestag geht Mitte August offline?
unixv 30.07.2015
echt? ich dachte die sind schon seid der letzten BTW OFF? ;-) hätte aber auch keiner gemerkt!
5.
lab61 30.07.2015
Zitat von c.klausDas ist ja fast sofort nach Entdeckung des Abfluss von Daten! Ein hoch auf die IT-Abteilung des Bundestages.
Von der Komplexität und die Größe eines solchen Datennetzes haben Sie wahrscheinlich nicht einmal den Hauch einer Ahnung. Due IT des Bundestages kann da auch nicht einfach mal zum Computerhändler um die Ecke fahren, und Hunderte von Cisco-Switches und anderen Systemkomponenten, neune Server, SAN-Umgebungen usw. einkaufen. Konzeption, Lieferantenauswahl, Bestellung und Anlieferung in solchen Umfängen nimmt selbst bei vereinfachten Beschaffungsabläufen schnell mal einige Wochen und Monate in Anspruch. In einem solchen Fall ersetzt man auch die möglicherweise schon einige Jahre alten Systeme nicht einfach 1:1, sondern stellt dann auch ein Konzept und ein Datennetz auf die Beine, dass aktuellen Standards entspricht und dann auch für die nächsten Jahre die erforderlichen Funktionalitäten und Kapazitäten zur Verfügung stellt. Sie haben sicher keinerlei Ahnung, was das an Manpower kostet, so etwas zu konzeptionieren und durchzuführen.
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