Hackerangriffe auf Politiker und Regierungen Feinde auf der Festplatte

Sie kopieren Geheimdokumente, lesen pikante E-Mails mit und manipulieren Wahlkämpfe: Hacker spionieren seit Jahrzehnten wichtige Politiker und staatliche Einrichtungen aus. Erkannt werden sie nur selten.

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Eine paar unbedachte Klicks, ein laxer Umgang mit USB-Sticks, der Aufruf einer obskuren Website - schon hat sich ein Spion auf der Festplatte eingenistet. Immer wieder gelingt es kriminellen Hackern, sich Zugang zu Netzwerken und Rechnern von Politikern und Unternehmen zu verschaffen, um Dokumente auszulesen oder sogar die Hardware zu sabotieren. Dabei dringen die Angreifer mitunter in gut geschützte Bereiche wie das Regierungsnetz der deutschen Ministerien ein.

In einigen Fällen taucht das entwendete Material in entscheidenden Wahlkampfphasen wieder auf, manchmal hört man nie wieder etwas von den Tätern. Oft wissen die Opfer nicht einmal, welche Daten und Dokumente ausgelesen worden sind.

Auch haben die Ermittler oft Probleme, wenn es darum geht, die Täter zu entlarven. Hinweise im Quellcode von Schadsoftware sind selten eindeutig, Spuren zurück zum Ursprung werden verwischt. Zwar gibt es immer wieder Verdächtige, doch zumindest die Auftraggeber kommen in den meisten Fällen ungestraft davon.

In unserer Fotostrecke blicken wir zurück auf einige spektakuläre internationale Hackerangriffe, deren Opfer Politiker und Regierungen waren:

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insgesamt 27 Beiträge
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fredadrett 02.03.2018
1. Das BMSI erwartet von Unternhemen
die IT-Sicherheit zu gewährleisten. Es werden Gesetze erlassen die die Wirtschaft und letztendlich den Bürger Milliarden kosten und bei Gesetzgeber selber herrscht Tag der offenen Tür. Die Politik sollte tunlichst das vorleben was sie von anderen fordert!
sok1950 02.03.2018
2. solange BNetzA und Kanzleramt den Datenaustausch per Word/Excel
auch in der Energiewirtschaft vorgeben bzw. ohne jede Bemerkung hinnehmen, braucht man sich darüber nicht zu wundern: Hier zwei Veröffentlichungen aus Mitte 2017: https://heise.de/-3714786 - http://www.openpr.de/news/951277/Cybersicherheit-90-der-deutschen-Energieunternehmen-angreifbar.html Ein Schelm wer darin und in der Untätigkeit der BNetzA und des Kanzleramtes einen Zusammenhang sieht
tschautsen 02.03.2018
3. Stuxnet
Bemerkenswert, dass Stuxnet nur am Rande mal erwähnt wird... Fand ich bedrohlicher... Wer irgendwelche Zentrifugen in einer Atomanlage zerstören kann, schafft es wahrscheinlich auch, mehr Unheil in so einer Anlage anzurichten. Da mache ich mir mehr Sorgen als um ein paar geleakte Infos (geleakt heißt ja nicht, dass die sich das alles ausgedacht, quasi gefaked, haben). Aber gut, die Tendenz sollte klar sein. Russland und China hacken wie die Weltmeister. Machen sie sicher auch. Aber eben alle anderen auch. So verzerrt man das Bild und "bildet" Meinungen. Bravo.
echoanswer 02.03.2018
4. Politiker ...
sind der Teil der Menschheit, der glaubt alles besser zu wissen als andere, sich von niemandem Vorschriften machen zu lassen zu müssen und der Teil der beratungsresistent ist. Genau dort setzen die Hacker immer erfolgreicher an. Die Freiheit, das mitgebrachte iPad uneingeschränkt jederzeit nutzen zu müssen und zu dürfen, unter Beschimpfung der Verantwortlichen IT-Experten (selbst wiederholt erlebt), steht weit über dem Datenschutz und der IT-Sicherheit. Das Ego einer selbsternannten Elite macht die Regeln. Und genau so sehen dann die Ergebnisse aus. Weiter so.
keine-#-ahnung 02.03.2018
5. Das Ganze ist doch nur ein ganz kleiner Ausblick ...
... auf das, was uns in der Zukunft erwartet. Digitalisierung! Industrie 4.0! Homeoffice hier. Kein oder unsicheres VPN da. Alles vernetzen, was bei drei nicht auf dem Baum ist! Telematikinfrastruktur, unsichere "Regierungsnetze", auschliesslich IT-gesteuerte Kraftwerke, Krankenhäuser, autonom fahrende Züge und Autos. "KI". Millionen von lohnenden Angriffszielen ... ich bin eigentlich ein sehr IT-affiner Mensch, aber allmählich sollte man auch mal wieder über Bremsen nachdenken. Noch ein paar Jahre, und man kann mit einigen Mausklicks ganze Gesellschaften zum Stillstand bringen. Man muss sich eigentlich Tag für Tag vor Augen halten, das es wirklich sichere IT nicht gibt und IMHO auch nie geben wird - und Handlungskonsequenzen daraus ableiten. Aber das ist sicher von der "fortschrittsbegeisterten" Welt 5.0 eher nicht erwartbar ...
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