Kritische YouTube-Filme Google-Chef in Brasilien soll in Haft

Ein brasilianisches Gericht hat Haftbefehl gegen den Landeschef von Google erlassen, weil zwei umstrittene YouTube-Videos nicht gesperrt wurden. Ein Lokalpolitiker soll in den Filmen verleumdet und beleidigt worden sein. Der Web-Konzern wehrt sich - man sei für die Inhalte nicht verantwortlich.

Google: Haftbar für alle Videos, die über die Plattformen verbreitet werden?
AFP

Google: Haftbar für alle Videos, die über die Plattformen verbreitet werden?


Ein brasilianisches Gericht hat Haftbefehl erlassen gegen den ranghöchsten Google-Manager des Landes, Fabio José Silva Coelho. Der Grund: Die Google-Tochter YouTube habe sich geweigert, ein kritisches Video zu sperren. In dem Film werden die Persönlichkeitsrechte eines lokalen Politikers verletzt, hatte das Gericht zuvor geurteilt.

Laut Gericht wird Alcides Bernal, Kandidat für die Bürgermeisterwahl in der Stadt Campo Grande, in zwei Videos auf YouTube "verleumdet, beleidigt und diffamiert". In einem der Clips soll dem Politiker unterstellt werden, dass er 1996 eine Geliebte zur Abtreibung drängen wollte.

Inzwischen ist der YouTube-Kanal gelöscht. Bestehen bleibt aber die Frage, ob Google verantwortlich ist für den Inhalt, der von Dritten auf seinen Diensten verbreitet wird. Das war zuletzt bereits im Zusammenhang mit dem auf YouTube veröffentlichten Schmähvideo über den Propheten Mohammed diskutiert worden, das zu heftigen Protesten in der islamischen Welt geführt hatte. Google sieht sich nicht in der Verantwortung. Der Konzern habe Berufung eingelegt, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag. Ein anderer Richter wies die Berufung jedoch zurück.

Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art in Brasilien. Erst kürzlich wurde in einem ähnlichen Fall Haftbefehl gegen einen weiteren Manager von Google erlassen, Edmundo Luiz Pinto Balthazar. Dieser weigerte sich ebenfalls, ein Video zu sperren, in dem ein Kandidat für das Amt des Bürgermeisters als Esel bezeichnet wurde. Google ging in Berufung und erhielt Recht.

hat/afp/dpa/reuters



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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
a.neumann 26.09.2012
1. Und in Deutschland?
In Deutschland wäre der Fall wohl glimpflich für Google ausgegangen. Erst mit Kenntnisnahme der Verletzung der Persönlichkeitsrechte des Politikers dürfte Google in die Haftungsfalle geraten. http://www.infodocc.info/google-landeschef-in-knast-weil-youtube-videos-nicht-gesperrt-wurden/
rolandjulius 26.09.2012
2. Auch Google muss parieren
Gerichtsurteile sollten in allen Ländern befolgt werden. Warum glaubt Google darüber zu stehen? Die Schäden sind doch oft gar nicht überschaubar. Beim letzten Muslim bashing kamen Dutzende Menschen ums leben. Wer in aller Welt kann das verantworten? Internet darf nicht als Kriegs Plattform genutzt werden. Denn gerade wenn uferlose Übertreibungen Dritten schaden,verliert der Sinn der Gerechtigkeit, denn das Opfer kann sich doch nur im Nachhinein wehren, nachdem das Kind bereits ins Wasser gefallen ist. Der Spiegel übt auch seine Zensur, oft sicher zum Unmut der Foristen. Doch so lernen die Menschen auch, Kritik zu üben, ohne über die Stränge zu hauen .
blob123y 26.09.2012
3. Warum so viel Klamauk?
Zitat von sysopAFPEin brasilianisches Gericht hat Haftbefehl gegen den Landeschef von Google erlassen, weil zwei umstrittene YouTube-Videos nicht gesperrt wurden. Ein Lokalpolitiker soll in den Filmen verleumdet und beleidigt worden sein. Der Web-Konzern wehrt sich - man sei für die Inhalte nicht verantwortlich. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/haftbefehl-gegen-google-chef-in-brasilien-wegen-youtube-video-a-858000.html
Sollte eigentlich jeder begreiffen, solange niemand der aktiv im Clip vorkommt Widerspruch leistet soll das Ding "on air" sein. Wenn jedoch jemand persoehnlich negativ dargestellt wird und ihm oder ihr das nicht passt muss you tube den clip auf verlangen hinauswerfen und zwar ohne wenn und aber.
eulenspiegel_neu 26.09.2012
4. Richtig so!
Google trägt neben dem Skribenten die volle Verantwortung der Haftung, wenn andere Leute verleumdet, beleidigt oder deren Menschenrechte nicht beachtet. Hoffentlich wird der brasilianische Googleleiter verurteilt und in anderen Ländern wird ebenfalls Recht gesprochen. Wo verkommen wir hin, wenn sich globale Internetfirmen aus ihrer Größe heraus sich dem Recht entziehen wollen ...
spon-facebook-10000206200 26.09.2012
5. optional
Erstens handelt es sich hier um eine noch lebende Person die durchaus das Recht hat zu klagen wenn sie beweisen kann das die Anschuldigungen nicht stimmen. Zweitens kann ich das Wort Schmähvideo nicht mehr hören.In diesem Video wird nur die geschichtliche Wahrheit über diesen dubiosen Propheten wiedergegeben der Nachweislich ein Mörder und Kinderschänder war.
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