ThemaSuchmaschinenRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Handy-Funktionen am PC Google verbessert Web-Suche

Google-Logo: Smartphone-Technik für Desktop-WebbrowserZur Großansicht
REUTERS

Google-Logo: Smartphone-Technik für Desktop-Webbrowser

Spracheingabe, Bildersuche und ein Turbo für Web-Seiten: Google hat seine Suchfunktionen für Desktop-Rechner um Möglichkeiten erweitert, die man bisher nur von Handys kannte.

Hamburg - Die Zukunft ist mobil. Daran ließ Google-Manager Amit Singhal keine Zweifel, als er am Dienstag in San Francisco die neuesten Entwicklungen des Internetkonzerns vorstellte. Dabei wurden unter anderem einige Techniken gezeigt, die bisher nur bei der Suche per Mobiltelefon nutzbar waren und jetzt auch auf PC und Notebook nutzbar sein sollen.

Dazu gehört, dass man künftig auch an PC und Notebook per Sprache Suchbegriffe eingeben kann. Eine Idee, die naheliegend ist, da moderne Rechner meist entweder ab Werk mit einem Mikrofon und einer Webcam ausgestattet sind oder eine solche leicht nachgerüstet werden kann. Vor allem Anwender von Touchscreen-PC soll damit das Leben erleichtert werden, weil die nicht mehr die virtuelle Tastatur aufrufen müssen, um Google nutzen zu können.

Laut Singhal hat man auch gleich die Qualität und vor allem die Tiefe der Spracherkennung verbessert. Demnach soll man sich per Spracheingabe nicht nur das Eintippen komplizierter Begriffe (Singhal nennt als Beispiel "Sauce Bolognese") erleichtern, sondern beispielsweise auch Fragen stellen können wie: "Übersetze auf Spanisch, wo bekomme ich hier Pizza?"

Vorerst allerdings ist die Sprachsuche für Desktop-Rechner nur auf Englisch, nur über die US-Website von Google und nur mit Googles Webbrowser Chrome nutzbar. Wann andere Sprachversionen folgen werden, ließ Singhal offen.

Suche nach Bildern mit Bildern

Bei der Suche per Bild sieht das anders aus. Die soll ab sofort in 40 verschiedenen Sprachen verfügbar sein. Außerdem wolle Google Erweiterungen für die Webbrowser Chrome und Firefox veröffentlichen, mit denen es möglich werde, Bilder auszuwählen, nach deren Inhalt das Web durchsucht werden soll.

Dass es aber auch einfacher geht, zeigt ein Demonstrationsvideo (siehe oben), in dem zu sehen ist, wie ein Anwender eine Bilddatei einfach mit der Maus von einer Web-Seite ins Google-Suchfeld zieht und wenige Sekunden später entsprechende Ergebnisse präsentiert bekommt. Alternativ kann man auch die Internetadresse (URL) eines Bildes eingeben, um nach Entsprechungen suchen zu lassen.

Instant Internet

Während Sprach- und Bildsuche aber sicher nicht jedermanns Sache und auch nicht immer sinnvoll sind, dürfte eine andere Funktion schnell auf Gegenliebe stoßen: Instant Pages. Gemeint ist damit eine Erweiterung der vor einem Jahr eingeführten Funktion Instant Search. Die versucht, anhand der eingegebenen Buchstabenkombination schon während des Tippens zu erraten, wonach man sucht und bietet entsprechende Suchergebnisse an.

Instant Pages geht nun noch einen Schritt weiter und lädt die zuoberst in den Suchergebnissen aufgeführte Web-Seite schon im Hintergrund in den Speicher des Browsers, während der Anwender selbst noch die Suchergebnisse sichtet. Das Resultat: Während man sonst noch einige Sekunden warten müsste, nachdem man das oberste Suchergebnis angeklickt hat, bis man die entsprechende Seite zu sehen bekommt, ist sie per Instant Pages augenblicklich da.


Nutzbar ist die neue Turbo-Funktion allerdings nur mit der aktuellen Beta-Version von Chrome. Außerdem gilt es zu bedenken, dass Instant Pages natürlich nicht makellos ist. Findet man die gewünschte Seite nicht auf Platz eins der Suchergebnisse, nützt es herzlich wenig, dass der erste Treffer bereits geladen wurde und man muss doch warten. Und wer mobil, womöglich im Ausland, unterwegs ist, sollte bedenken, dass eine solche Funktion natürlich das Datenkonto belastet, indem sie unbemerkt ganze Web-Seiten aus dem Netz zieht. Im Zweifel kann das teuer werden.

mak

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
insgesamt 3 Beiträge
socrateased 15.06.2011
...aber wieso bietet Google z.B. die Instantsuche ausschließlich per opt-out an, und nicht per opt-in? Ich habe echt keine Lust mehr, nach dem Browserstart und vor einer neuen Suche erstmal sämtliche Gimmicks usw. ausschalten zu [...]
Zitat von sysopSpracheingabe, Bildersuche und ein Turbo für Web-Seiten: Google hat seine Suchfunktionen für Desktop-Rechner um Möglichkeiten erweitert, die man bisher nur von Handys kannte. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,768489,00.html
...aber wieso bietet Google z.B. die Instantsuche ausschließlich per opt-out an, und nicht per opt-in? Ich habe echt keine Lust mehr, nach dem Browserstart und vor einer neuen Suche erstmal sämtliche Gimmicks usw. ausschalten zu müssen, bevor ich die Suchmaschine so benutzen kann, wie sie ursprünglich einmal gedacht war: als intelligente string-Suche für Benutzer, die sehr wohl in der Lage sind, sich ihre Suchbegriffe bzw. -Regeln selbständig zu konfigurieren.
ralf_si 15.06.2011
Google hat den längeren Atem. Es wird Dir schon noch sagen, was Du suchen willst.
Zitat von socrateased... als intelligente string-Suche für Benutzer, die sehr wohl in der Lage sind, sich ihre Suchbegriffe bzw. -Regeln selbständig zu konfigurieren.
Google hat den längeren Atem. Es wird Dir schon noch sagen, was Du suchen willst.
plerzelwupp 16.06.2011
Das ist von Browser zu Browser unterschiedlich - in Chrome kann das abgeschaltet werden. Eingeloggte User per Cookies ebenso. Außerdem gibt es Operatoren (parameter) - z.B. http://www.google.de/webhp?complete=0 Dann gibt es [...]
Zitat von socrateased...aber wieso bietet Google z.B. die Instantsuche ausschließlich per opt-out an, und nicht per opt-in? Ich habe echt keine Lust mehr, nach dem Browserstart und vor einer neuen Suche erstmal sämtliche Gimmicks usw. ausschalten zu müssen, bevor ich die Suchmaschine so benutzen kann, wie sie ursprünglich einmal gedacht war: als intelligente string-Suche für Benutzer, die sehr wohl in der Lage sind, sich ihre Suchbegriffe bzw. -Regeln selbständig zu konfigurieren.
Das ist von Browser zu Browser unterschiedlich - in Chrome kann das abgeschaltet werden. Eingeloggte User per Cookies ebenso. Außerdem gibt es Operatoren (parameter) - z.B. http://www.google.de/webhp?complete=0 Dann gibt es noch spezielle Lösungen für Firefox - oder auch Greasemonkey-Scripte. Es gibt also genug Möglichkeiten - auch dauerhafte! Irgendwie kann ich die ganze Aufregung nicht ganz nachvollziehen. Instant Search ist doch ein hübsches und praktisches Gimmick. Aber so ist es eben bei neuen Sachen - sie schmecken nicht allen alten Hasen ;-)
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
alles aus der Rubrik Web
alles zum Thema Suchmaschinen

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Marktanteile der Tech-Riesen
Google 75,68%
Baidu 11,95%
Yahoo 5,92%
Bing 4,24%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications


Google
Reuters
Google wurde 1998 von den Studenten Sergey Brin und Larry Page gegründet und ging ein Jahr später online. 2010 machte die Firma mit ihren rund 20.000 Angestellten einen Umsatz von mehr als 29 Milliarden Dollar. Unterm Strich blieben davon 8,5 Milliarden Dollar als Gewinn übrig. Die dominierende Stellung im Markt für Online-Werbung sorgt für ein attraktives Geschäftsmodell, birgt aber auch die Gefahr der extremen Abhängigkeit von nur einer Ertragsquelle. Immerhin 96 Prozent der Einnahmen erzielte Google im vergangenen Jahr mit Werbung.




TOP



TOP