Handy-Hacker Android-Trojaner zeichnet Telefonate auf

Auch Smartphones können sich Viren einfangen: Ein neues Schadprogramm für Android-Handys speichert Telefongespräche nebst dazugehörigen Daten. Nur ein Tippfehler verhindert, dass Nutzer ausgespäht werden können.

Android-Maskottchen: Systemnachricht führt Nutzer in die Irre
REUTERS

Android-Maskottchen: Systemnachricht führt Nutzer in die Irre


Köln - Ein neuer Trojaner erregt die Aufmerksamkeit nicht nur von IT-Sicherheitsexperten. Die Malware betrifft potentiell jeden, der mit einem Android-Smartphone Telefongespräche führt. Wie Dinesh Venkatesan, ein Angestellter der Sicherheitsfirma Total Defense, in einem Blogpost mitteilte, wird der Trojaner durch den Beginn eines Telefonats aktiviert und zeichnet dann die Audiodatei des Gesprächs und dazugehörige Informationen als Textdatei auf der SD-Karte des Handys auf. Beim nächsten Gespräch versucht das Schadprogramm, "nach Hause zu telefonieren" und die aufgezeichneten Daten zu einem entfernten Server zu schicken.

Weil der Programmierer des Trojaners sich an einer Stelle vertippt habe, funktioniere die Datenübertragung derzeit jedoch nicht. Android-Handy-Nutzer können leicht auf das Schadprogramm hereinfallen, denn es erscheint als "Android Systemnachricht" und fordert den Nutzer zum Anklicken eines Installationsbuttons auf. Bis jetzt sei der Trojaner noch nicht in der freien Wildbahn angetroffen worden, sondern nur in einem Channel mit Malware-Sammlungen.

Doch grundsätzlich herrsche in Sicherheitskreisen die Überzeugung, dass 2011 das Jahr der mobilen Schadprogramme sei. Nutzer von Smartphones sollten darauf hingewiesen werden, sich stets vernünftig zu verhalten und bei der Installation von Anwendungen während des Surfens grundlegende Sicherheitsregeln zu beachten. Einer Anwendung wie dem aktuellen Trojaner, die im Installationsdialog sogar genau beschreibt, was sie tut ("speichert Audio", "liest Handy-Status aus"), sollte kein Handy-Nutzer vertrauen.

meu

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insgesamt 25 Beiträge
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Seite 1
Frankenfan, 03.08.2011
1. Freies OS
Zitat von sysopAuch Smartphones können sich Viren einfangen: Ein neues Schadprogramm für Android-Handys speichert Telefongespräche nebst dazugehörigen Daten.*Nur ein Tippfehler verhindert, dass Nutzer ausgespäht werden können. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,778085,00.html
So viel zum Thema "freies OS". Leider nicht "frei von Viren".
jobitrice 03.08.2011
2. Je nach dem...
Zitat von FrankenfanSo viel zum Thema "freies OS". Leider nicht "frei von Viren".
Bei anderen OS Modellen gibt es doch inzwischen auch Schadsoftware. Aber solange man nicht irgend welche "dubiosen" Seiten an surft, ist man davor in der Regel sicher. Schlimmer finde ich, dass in einigen OS' von Haus aus sensible Daten gespeichert oder verwertet werden.
DerNerd 03.08.2011
3. Virulentes Android ...
Zitat von FrankenfanSo viel zum Thema "freies OS". Leider nicht "frei von Viren".
Kein System ist perfekt. Ich habe dann trotzdem lieber ein offenes System bei der eine schnelle Reaktion möglich ist. In dem im Artikel beschriebenen Fall handelt es sich aber nicht um Ausnutzung einer Systemschwäche sondern um Ausnutzung von Userdummheit. Android ist schon ganz gut mit den "Rechten" welche die User bestätigen sollen. Wie gut das zumindest in D funktioniert zeigen die 1000enden schlechten Bewertungen vom Facebook-Client - der fordert nämlich das Recht heimlich auf Kosten der User SMS zu verschicken. Wer so dumm ist und jede App installiert und dabei einfach alle geforderten Rechte akzeptiert ist m.E. selber schuld wenn er sich ein Schadprogramm auf die Kiste lädt. Wer obendrein Apps aus dubioser Quelle installiert (das muss extra im Android freigeschaltet werden) ist selber schuld. Wer sein Handy rooted und dann eine App installiert welche nur auf "root" funktioniert und dabei nicht genau Nutzen/Risiko abwägt ist ebenfalls selber schuld. Ich sehe in Android ein robustes Handysystem - sofern man eben auch gewisse Grundregeln beachtet.
dg300 03.08.2011
4.
ja klar alles kann mann nicht haben, das Leben ist nicht ohne Risiko. Und es wird immer die beliebtesten und besten Platformen erwischen. Es ist immer die Wahl zwischen Pest und Cholera. Da hilft nur der normale Menschenverstand, aufpassen und auch mal bereit zu sein für ein echtes Programm zu zahlen. Mann braucht ja nicht jedes blöde App auf seinem Handy.
vera r. schung 03.08.2011
5. Von wem wird der Blogger bezahlt? Apple? Microsoft?
Wenn diese Meldung stimmen würde, würde er ja sicherlich auch Ross und Reiter nennen. Wie heisst das Programm? Wohin möchte es sich verbinden? Zur journalistischen Leistung von SPON bleibt damit nur zu sagen: 6 - setzen.
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