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@ hat Geburtstag: Interview mit der amerikanischen "@-Forscherin" Karen Steffen Chung

Die unterschiedlichen Ausdrucksweisen für das E-Mail-Symbol @ faszinieren die in Taiwan lebende Amerikanerin Karen Steffen Chung seit über fünf Jahren. Sie schrieb einen weltweiten Rundbrief, in dem sie andere Sprachliebhaber über das @ in ihrem Land ausfragte.

SPIEGEL ONLINE: Frau Chung, warum interessieren Sie sich ausgerechnet für das @?

Karen Steffen Chung: Im Februar 1996 begann das Schreiben von E-Mails in Taiwan populär zu werden. In meiner Sprache kannte ich die Bezeichnung für das @. Auf mandarin heißt es nämlich xiao3lao(3)2shu3. Ein deutscher Kollege verriet mir dann, dass @ auf deutsch meist "Klammeraffe" genannt wird. Dann lernte ich auch noch das spanische Wort für @: arroba. Mir wurde schließlich bewusst, dass andere Sprachen bunte, metaphorische Bezeichnungen für das @ haben.

SPIEGEL ONLINE: Wie ging Ihre "Forschung" dann weiter?

Karen Steffen Chung: Im August 2000 schickte ich eine Umfrage zu dem Thema rund um den Globus. Ich wartete darauf, dass mir andere Linguisten Auskunft darüber geben, was @ in ihrer Sprache übersetzt heißt. Außerdem recherchierte ich auch selber weiter. Ich versuchte zum Beispiel eine @-Bezeichnung auf georgisch oder grönländisch zu finden.

Karen Steffen Chung war überwältigt von der Fülle und Vielfalt der Antworten. Sie erhielt 115 E-Mails in 40 Sprachen.

SPIEGEL ONLINE: Welche Zukunft wird die Kommunikation via E-Mail haben?

Karen Steffen Chung: E-Mailen ist bereits eine professionelle Form der Kommunikation. Durch Mailinglisten entstehen zum Beispiel weltweit so genannte Communities, in denen Menschen mit ähnlichen Interessen und Vorlieben zu finden sind. Da mittlerweile E-mailen fast nichts mehr kostet, kann sich nahezu auch jeder daran beteiligen.

SPIEGEL ONLINE: Überlebt die Mail auch bei einer zunehmenden Versprachlichung des Internet?

Karen Steffen Chung: Technisch wird es sicherlich möglich sein, via Internet mit seinem Gegenüber nicht nur zu telefonieren, sondern auch direkt zu sprechen. Dennoch wird es immer eine schriftliche Kommunikationsform im Internet geben.

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