"Held der Steine" YouTuber bekommt wegen Logo Ärger mit Lego

Weil in seinem Logo ein symbolisierter Klemmbaustein zu sehen war, bekam ein YouTuber Post von Legos Anwälten. Der Konzern wollte seine Marke schützen - und löste damit einen Shitstorm aus.

YouTuber Thomas Panke in seinem Laden
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YouTuber Thomas Panke in seinem Laden


Der Frankfurter YouTuber Thomas Panke, der sich kritisch mit Lego-Produkten auseinandersetzt, hat sich Ärger mit dem dänischen Spielzeugproduzenten eingehandelt. Unter anderem für seinen YouTube-Kanal "Held der Steine" verwendete er bis vor Kurzem ein Logo, das einen symbolisierten Noppen-Baustein enthielt. Wegen dieses Logos erhielt er nach eigenen Angaben Anfang des Jahres ein anwaltliches Schreiben im Auftrag von Lego.

In dem Brief sei er aufgefordert worden, das Symbol zu löschen, was er dann auch getan habe, erklärt Panke in einem YouTube-Video, in dem er über das anwaltliche Schreiben berichtet. Sein früheres Logo hatte neben dem Schriftzug "Held der Steine" einen blauen Baustein mit drei Noppen gezeigt. Nun zeigt sein neues Logo ein Erdmännchen mit einem Cape.

In seinem Kanal bespricht Panke seit 2014 unter anderem Lego-Produkte, seine Videos wurden insgesamt 35 Millionen Mal angeklickt, fast 180.000 YouTube-Nutzer haben den Kanal abonniert. Während Pankes Videos normalerweise 50.000 bis 80.000 Abrufe haben, wurde sein Video zum Lego-Anwaltsschreiben in den ersten zwei Tagen nach der Veröffentlichung schon mehr als 600.000 Mal angeklickt. In sozialen Medien wie Twitter und Facebook hat der Vorfall dem Spielzeughersteller reichlich Kritik eingebracht.

Furcht vor "Verwässerung der Marke"

Ohne direkt auf den "Held der Steine" einzugehen, veröffentlichte der Konzern auf Facebook eine Stellungnahme. In der heißt es, man nehme den Schutz der Markenrechte sehr ernst, und wolle sicherstellen, "dass Dritte keine Zeichen zur Eintragung bringen, die die Lego-Marke verwässern könnten, da dies aus unserer Sicht bei Zeichen mit einer Ähnlichkeit zu unseren Marken der Fall wäre."

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Lego-Bugatti: Blaues Steinchen-Wunder

Tatsächlich nämlich, ging es, einem Bericht der Lego-Blogs stonewars.de zufolge in dem Anwaltsschreiben an Panke nicht darum, dass er ein Logo mit einem Noppenbaustein benutzte, sondern, dass er für dieses Logo Ende 2018 Markenschutz beantragt hatte.

Lego erklärte überdies, das Unternehmen schätze die Meinung und das Feedback der Fans: "Auch Rückmeldungen zu unseren Produkten, die wir zum Beispiel in Form von Videobeiträgen auf YouTube erhalten, sind für uns wertvoll". Zudem spreche man sich "klar für eine freie Meinungsäußerung aus" und respektiere "daher selbstverständlich auch kritische Stimmen."

YouTuber Panke zeigte sich enttäuscht über das Vorgehen von Lego. Er habe daher auch die direkten Geschäftsbeziehungen beendet. Er verkaufe weiterhin Lego-Produkte, aber nur noch solche, von denen er überzeugt sei, sagte Panke, der in Frankfurt am Main einen kleinen Laden für sogenannte Klemmbaustein-Modelle, wie auch Lego sie herstellt, betreibt.

Anmerkung der Redaktion: Nach Hinweisen mehrere Leser haben wir den Text um einen Hinweis ergänzt, dass es Lego offenbar nicht um die Nutzung des Logos, sondern um dessen markenrechtliche Anmeldung geht.

mak/dpa

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insgesamt 74 Beiträge
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Seite 1
hegoat 23.01.2019
1.
Der Markenschutz für Legos Klemmbausteindesign ist meines Wissens abgelaufen, warum sollte der Youtuber daher nicht ein Klemmbaustein-Logo verwenden dürfen?
gehdoch 23.01.2019
2. Na das war ein Schuss ins Knie Lego
Ich bin Abbonent von dem Kanal und kann ihn nur empfehlen. Thomas testet Legosets unglaublich unterhaltsam. Ja, auch kritisch, aber immer begründet und Konstruktiv. Genau so feiert er aber auch Modelle die besonders gelungen sind und wiederum begründet er das. Ich habe zwei Jungs (11 und 8) und schon viele Legosets aufgrund seiner Filme gekauft (oder eben auch mal NICHT gekauft). Der Witz ist, ich schaue seine Videos auch immer wieder gerne mal ohne Kaufabsicht, einfach, weil man ihm so gut zuhören kann. Mit Thomas Panke hat LEGO im Großen und Ganzen einen genialen Werbebotschafter (gehabt). Schon klasse, sich das so zu vermiesen.... Wenn sie ihn als Produktmanager hätten, würde es manchen Flop nicht geben, da bin ich ganz sicher.
gert.bernd.hoffmann 23.01.2019
3. Das ist peinlich
dass ein solcher Konzern mit einer solchen Zielgruppe das nicht besser hinbekommt als über einen Anwalt. Wie wäre es mal mit einem einfachen Anruf? Nicht zu glauben - oder ist auch für Lego das Internet Neuland?
ColynCF 23.01.2019
4.
Zitat von hegoatDer Markenschutz für Legos Klemmbausteindesign ist meines Wissens abgelaufen, warum sollte der Youtuber daher nicht ein Klemmbaustein-Logo verwenden dürfen?
Abgelaufen sind die Lego Patente auf die Noppen, allerdings nicht entsprechende Markenrechte. So wie bei Mercedes der Stern oder die 3 Streifen von Adidas. Solche Rechte laufen mWn nach überhaupt nicht ab, so lange eine Firma daran festhält. Ob das Logo allerdings so ähnlich war, dass es von einem unvoreingenommenen, durchschnittlichen Betrachter mit Lego verwechselt werden könnte, wage ich mal zu bezweifeln. Egal, auf einen Prozess mit so einem Konzern will man sich wegen so was natürlich nicht einlassen. Das sind monate- /jahrelange Nervenaufreibereien und ein Prozesskostenrisiko von zig Tausenden Euros. Lohnt echt nicht. Der Held hat das richtige gemacht: neues Logo mit den lustigen Erdmännchen und seinen Laden für breiteres Angebot geöffnet. Lego hat ja auch in einer Stellungnahme darauf hingewiesen, dass sie die Meinungsfreiheit respektieren und auch negative Kritik schätzen. Der Kanal bleibt uns also in seiner Art erhalten. Interessant übrigens, dass Lego also sehr wohl seine Kritik zur Kenntnis genommen hat. Ganz so klein ist sein Laden also wohl doch nicht ;-)
ColynCF 23.01.2019
5.
Ach so, wollte ich noch sagen... Immerhin hat Lego den Held nicht abgemahnt, sondern ihm nur ein Angebot gemacht, das er nicht ablehnen konnte. Weils keine Abmahnung war, hat es ihn wohl auch kein Geld gekostet (davon abgesehen, dass er seine Heldentassen, T-Shirts, Briefpapier etc. alles einstampfen darf).
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