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Videochats mit Experten: Google stellt sein Beratungsportal Helpouts ein

Website von Google Helpouts: Zu wenig Erfolg Zur Großansicht

Website von Google Helpouts: Zu wenig Erfolg

Google schließt sein Beratungsportal Helpouts im April. Der Dienst sei seit seinem Start im Winter 2013 zu langsam gewachsen, teilte das Unternehmen mit. Es gab allerdings auch rechtliche Probleme.

"Bekomme echte Hilfe, von echten Menschen, in Echtzeit" war der Slogan, mit dem Google im November 2013 den neuen Dienst Helpouts vorstellte. Das Portal sollte Google-Nutzer mit Experten in Kontakt bringen, die ihre Alltagsprobleme per Videochat beantworten sollten. An den kostenpflichtigen Beratungen wollte das Unternehmen mitverdienen.

Aber offenbar war der bezahlten Alltagshilfe kein Erfolg beschieden. In einer Stellungnahme schreibt Google: "In der Helpout-Community gab es ein paar sehr engagierte und loyale Mitglieder. Aber leider ist sie nicht so schnell gewachsen, wie wir es erwartet hätten." Zahlen nannte das Unternehmen nicht.

Zum 20. April werde das Angebot schließen - Teilnehmer könnten dann bis zum 1. November 2015 über die "Takeout"-Website ihre Helpout-Interaktionen auf ihren Computer herunterladen.

Medizinische Beratung stößt im Netz an Grenzen

Für Helpouts hatte Google möglicherweise größere Pläne als nur ein Marktplatz für Beratungsleistungen zu sein. So experimentierte das Unternehmen beispielsweise mit ärztlicher Hilfe anhand von Suchanfragen. Wer bei Google nach Symptomen typischer Gesundheitsprobleme sucht, bekommt zu den klassischen Ergebnissen eine Infobox mit weiterführenden Hinweisen und Informationen - und in manchen Fällen einen Link mit Videokamera-Symbol: "Sprich sofort mit einem Arzt". Der Link führte zu einem Videochat mit medizinischem Personal, das via Webcam Gesundheitstipps gab.

Denn auch Ärzte sollten in Helpout ihre Dienste anbieten, allerdings machten rechtliche Grenzen das medizinische Angebot praktisch unbenutzbar; in Deutschland zum Beispiel verbietet ein Fernbehandlungsverbot Ärztinnen und Ärzten, ausschließlich über Print- und Kommunikationsmedien individuelle ärztliche Behandlungen, insbesondere Beratung, durchzuführen.

Aber vielleicht ist so eine 1:1-Beratung auch - aus Sicht von Google - gar nicht nötig. Längst experimentiert das Unternehmen mit einem neuen medizinischen Hilfsdienst, der automatisiert auf Suchanfragen in Googles Suchmaschine mit einer Fakten- und Symptomsammlung reagiert.

Die Daten wurden von einem Ärzteteam auf Korrektheit geprüft - und Google gibt sich Mühe, trotzdem nicht von einer "medizinischen Dienstleistung" zu sprechen. "Was wir hier präsentieren, ist nur zur Information", entschuldigt sich Google. "Du solltest immer einen Gesundheitsprofi fragen, wenn du ein medizinisches Problem hast."

fko

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Zum Autor
  • Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.

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