Hilfe für das FBI BKA sucht nach Botnet-Betreibern

Die Fahnder vernetzen sich zum Gegenschlag: Das Bundeskriminalamt hat Wohnungen, Büros und Rechenzentren durchsucht, um zwei Internet-Betrugsbanden dingfest zu machen. Das FBI koordinierte die internationale Aktion, bei der insgesamt knapp 50 Computer sichergestellt wurden.

Computerdesktop (Symbolbild): Internationale Ermittlungen, Zugriff in mehreren Ländern
ddp

Computerdesktop (Symbolbild): Internationale Ermittlungen, Zugriff in mehreren Ländern


Wiesbaden - Ermittler des Bundeskriminalamts (BKA) sind im Rahmen einer international abgestimmten Aktion gegen Computerkriminelle vorgegangen. Die Nach Angaben des BKA vom Donnerstag durchsuchten Fahnder am Dienstag ein Firmengebäude sowie zwei Wohnobjekte im Rhein-Main-Gebiet sowie Rechenzentren in Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen.

Der Anlass für die Aktion war ein Rechtshilfeersuchen der US-Bundespolizei FBI, die derzeit wegen massenhafter Verbreitung von sogenannter Scareware über das Internet ermittelt. Mit ihr versuchen Betrüger naive Internetnutzer erst mit Virenmeldungen zu erschrecken, um ihnen danach mit zufällig passgenauen Antivirus-Produkten aus der angeblichen Patsche zu helfen.

Der Zugriff war offenbar ein Erfolg: In Zusammenarbeit mit Polizeibehörden aus Deutschland, Frankreich, Litauen, den Niederlanden, Schweden und dem Vereinigten Königreich seien insgesamt 47 Server beschlagnahmt worden, teilte das US-Justizministerium mit. Die Banden hätten insgesamt 960.000 Computer infiziert. Bei den Razzien zeigte sich, wie lukrativ das Geschäft mit der Scareware ist: Die Online-Betrüger sollen mit ihrer Schadsoftware insgesamt 72 Millionen Dollar (rund 50 Millionen Euro) eingenommen haben.

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Schadsoftware: Mac-Scareware zockt Apple-Nutzer ab
Nach BKA-Angaben wurden in Deutschland betriebene Server von den Tätern zur Verteilung von Programmen genutzt, die auf den Computern von Internetnutzern falsche Warnmeldungen wegen eines angeblichen Virenbefalls erscheinen lassen und diesen dann die Lizenz für eine Sicherheitssoftware zum Preis zwischen etwa 28 und 56 Euro anbieten. Die ist jedoch völlig nutzlos und infiziert Rechner sogar noch mit weiteren bösartigen Programmen, wenn sie installiert wird.

Die Gruppe bediente sich dabei laut BKA sogenannter Botnetzwerke. Dabei schließen Kriminelle Computer von Internetnutzern mit Hilfe von heimlich installierten Fernsteuerungsprogrammen zu einem Rechnerverbund zusammen und nutzen diese von einem Kommando-Server kontrollierten Zombie-PCs dann für ihre krimininelle Aktivitäten. Die deutschen Server seien von der Gruppe auch zur Abwicklung von Zahlungsvorgänge genutzt worden.

Ebenfalls mit Hilfe deutscher Ermittler hat der ukrainische Geheimdienst nach eigenen Angaben einer internationalen Bande das Handwerk gelegt, die mit Hilfe eines Computerwurms umgerechnet 50 Millionen Euro erbeutet haben soll. Die Angreifer hätten mit dem Wurm Conficker die Kontrolle über Computer übernommen und Konten bei Banken verschiedener Länder geplündert, teilte die Behörde am Donnerstag nach Medienberichten in der Hauptstadt Kiew mit. Mit der Beute hätten sie sich unter anderem Luxusgüter und Immobilien gekauft. Conficker hatte sich vor allem 2009 stark verbreitet und Millionen Rechner erfasst.

ore/kno//AFP

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insgesamt 3 Beiträge
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cosmo72 23.06.2011
1. LKAs mit einbeziehen!
Das LKA soll helfen - die wissen wie man zu Ergebnissen kommt! http://www.youtube.com/watch?v=UXmWRBgz1Y0 *Wundert mich nur, dass die Amis nicht wissen wo Macher gefährlicher Software zu finden sind!* http://www.heise.de/security/meldung/Stuxnet-Gemeinschaftsprojekt-der-USA-und-Israels-1170175.html Die New York Times vermutet ähnliches http://www.nytimes.com/2011/01/16/world/middleeast/16stuxnet.html
makutsov 23.06.2011
2. Antiamerikanismus
Hier geht es echt nicht mal einen Beitrag ohne Antiamerikanismus und Antisemitismus, oder?
MarkusB, 23.06.2011
3. .
Ja, dass ist echt arm. Stets muss ein deutscher Schlaumeier darauf hinweisen wie böse und doof die Amis doch sind. Liegt das an der "Schmach" der Niederlage?
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