Hochwasser Fluthelfer über Facebook gesucht

Ost- und Süddeutschland kämpfen gegen das Hochwasser - und viele Menschen brauchen schnelle Hilfe, die manch anderer gern leisten will. Über das Internet und soziale Netzwerke schreiben Betroffene den Freiwilligen, wo sie jetzt dringend gebraucht werden.

Fluthilfe Dresden auf Facebook: "4000 Sandsäcke, wohin?"

Fluthilfe Dresden auf Facebook: "4000 Sandsäcke, wohin?"


Eine Gärtnerei sucht ein paar helfende Hände, die möglichst schnell Blumen und Gemüse "evakuieren", bevor das Wasser kommt. "Bin unterwegs", schreibt ein Kommentator Minuten später. Anderswo in Dresden soll die Wohnung eines Rentnerpaars ausgeräumt werden - wer mit anpacken kann, soll kommen. "Wo sollen wir denn klingeln?" fragen die Helfer, die vier ersten wollen in 20 Minuten da sein, schreiben sie. So sieht Fluthilfe über Facebook aus.

In den sozialen Netzwerken haben die Betroffenen Seiten erstellt, auf denen Helfer und Opfer sich finden können. "4000 leere Säcke, wohin?", fragt ein Hilfsbereiter etwa auf der Facebook-Seite "Fluthilfe Dresden" knapp, und bekommt nach nicht einmal einer halben Stunde Antwort: "Dringend Leipziger Straße". Grammatik und Höflichkeit spielen diesmal keine große Rolle, in der Not muss es vor allem schnell gehen.

Unter dem Sandsackspender bietet ein italienisches Restaurant an, den Fluthelfern kostenlose Pasta zu liefern, anderswo weiß jemand, in welchem Baumarkt es kostenlose Schaufeln gibt. In den Beiträgen steht, wo Sand fehlt und wo es welchen gibt, darunter allenfalls noch ein kurzes "auf dem Weg" oder "komme gleich". Helfer in Dresden finden auch auf dieser Google-Karte Orte, an denen sie dringend gebraucht werden; wer selbst einen Aufruf starten will, muss das aber auf der Facebook-Seite tun.

Eine solche öffentliche Seite gibt es in dem sozialen Netzwerk zum Beispiel auch für die Hochwasserhilfe in Passau oder den Pinzgau. Eine generelle Spendensammlung findet bei Facebook in der offenen Gruppe "Hochwasser-Hilfe" statt. Auch Quartiere für vom Hochwasser bedrohte Tiere können Nutzer bei Facebook suchen, allerdings in einer geschlossenen Gruppe - man braucht also einen Account, um Hilferufe und Platzangebote einsehen zu können.

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Wichtige Informationen, Telefonnummern und Adressen rund um den Hochwasser-Kampf finden Opfer und Helfer selbstverständlich auch über die offiziellen Seiten der Städte, wie zum Beispiel über die Notfall-Seite in Dresden, über die Helfer-Seite für Leipzig oder das Fluthilfe-Forum für Grimma.

Auch die bayerische Piratenpartei ein Online-Hilfe-Netzwerk eingerichtet, über das sich Betroffene und Helfer nach Regionen geordnet finden können. Dort bieten Freiwillige gezielt Unterstützung an, von Unterkunft und trockener Bettwäsche über Haustierplätze bis hin zum Aufräumeinsatz. Auch Facebook-Auftritte lokaler Medien können nützlich sein, wie etwa die Fanseite der "Leipziger Volkszeitung" oder die "Sächsische Zeitung" mit regionalen Seiten für Pirna, Zittau, Meißen, Riesa und Bautzen beweisen.

Nicht zuletzt über Twitter können sich Hilfesuchende und Helfer finden. Am besten dürfte das funktionieren, wenn man als Hashtag nicht generell #Hochwasser, sondern gleich die entsprechende Stadt ins Suchfenster eingibt, also beispielsweise #Dresden, #Leipzig oder #Pirna. Aber auch Hashtags wie #Sandsäcke helfen dabei, herauszufinden, wer welche zu bieten hat oder wer dringend welche braucht.

juh

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insgesamt 4 Beiträge
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kritiker1a 04.06.2013
1. Merkel scheint ja durch die
Wenn Sie sich das Grinsen nicht verkeifen kann dann wäre Sie wohl besser zu hause geblieben!
Flo12345 04.06.2013
2. Merkel
Voll lustig wie deplatziert sie da aussieht xD
Landpirat 05.06.2013
3. Hoffnung...
Ich habe ja die Hoffnung, dass die Politiker, die sich gerade mit besorgtem Gesicht auf Dämmen fotografieren lassen, von dieser Flut nicht profitieren, wie ein der Gerhard Schröder. Gummistiefelpolitik nennt man das ;) Die Piraten aus Bayern bieten ihr Hilfeportal übrigens nicht nur für Bayern an, sondern decken alle betroffenen Gebiete ab.
spon-facebook-1369098870 08.06.2013
4. 3 Helfer mit Sprinter in der Region Wittenberg
BITTE TEILEN: WIR TRANSPORTIEREN - EVAKUIEREN - SCHIPPEN Hallo zusammen, Wir haben unser Zielgebiet erreicht und sind fúr alle Schandtaten offen. Unser momentaner Aufenthaltsort ist Jessen in derNáhe von Wittenberg (Lutherstadt). Unsere Eckdaten: -Sprinter mit viel Laderaum fúr Transportfahrten -Benzinpumpe zum Keller trocken legen, Deckenfluter, Kabeltrommel -Reichlich Werkzeug inkl. Schaufeln, Besen, Eimer, Axt etc. -Einen erfahrenen Scháfer, der auch Tiertransporte durchfúhren kann -Drei Kerle mit Gummistiefeln und wilder Entschlossenheit Bitte teilt meinen Status in allen Helfergruppen im "Bermuda-Dreieck": Bernburg, Dessau, Halle. Bitterfeld und Umgebung erreichen Wir ebenfalls. Wir sind erreichbar úber: Handy Marcus: 0178/8682317 Handy Benny: 0157/38169355 (Unser Scháfer) Handy Oli: 0157/33239630 Per mail: dersiemel@googlemail.com (Nur nach Telefonkontakt) BITTE IN ALLEN FOREN TEILEN Wir sind noch bis Freitag in der Region
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