Hormonstörung Apple-Chef Steve Jobs nimmt Auszeit wegen Krankheit

Der Gesundheitszustand von Apple-Chef Steve Jobs ist ernster als bislang angenommen. Für eine medizinische Behandlung zieht er sich bis Juni aus dem Unternehmen zurück. Jobs hatte in den vergangenen Monaten deutlich an Gewicht verloren.


Hamburg - Seit Wochen kursieren Gerüchte über den Gesundheitszustand von Steve Jobs. Und erst vor wenigen Tagen hatte der Apple-Chef erklärt, er müsse sich wegen einer Hormonstörung einer "relativ einfachen" Behandlung unterziehen. Doch offenbar ist die Krankheit ernster als bislang angenommen.

Apple-Chef Steve Jobs: Legt wegen Krankheit Pause ein
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Apple-Chef Steve Jobs: Legt wegen Krankheit Pause ein

Der 53-Jährige kündigte überraschend an, er werde bis Ende Juni eine berufliche Pause einlegen. In einer E-Mail an alle Apple-Mitarbeiter schrieb Jobs am Mittwoch, seine gesundheitlichen Probleme seien "komplexer als ursprünglich gedacht". Daher habe er entschieden, sich aus medizinischen Gründen bis Ende Juni freistellen zu lassen.

Jobs schrieb, das öffentliche Interesse an seinem Gesundheitszustand sei nicht nur für ihn und seine Familie, sondern für Apple insgesamt belastend. Details zu seiner Erkrankung gab er nicht bekannt.

Mit dem Tagesgeschäft habe er Top-Manager (Chief Operating Officer) Tim Cook beauftragt. In die großen strategischen Entscheidungen wolle er aber nach wie vor eingebunden bleiben, sagte Jobs weiter.

Apple-Papiere sacken ab

Die Apple Chart zeigen-Aktie fiel nachbörslich in einer ersten Reaktion deutlich, der Handel wurde dann vorübergehend gestoppt. Nach der Wiedereröffnung sackten die Apple-Papiere zunächst gegenüber dem Schlusskurs bei 85,33 US-Dollar um etwa zehn Prozent auf 77 Dollar.

Erst in der vergangenen Woche war Jobs in einem offenen Brief Gerüchten über schwere gesundheitliche Probleme entgegengetreten. Sein deutlicher Gewichtsverlust in den vergangenen Monaten gehe auf Ernährungsbeschwerden zurück, die sich unkompliziert behandeln ließen, hieß es damals.

Vor etwas mehr als vier Jahren war Jobs an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt, hatte sich danach aber wieder vollständig erholen können. Die nun angekündigte Auszeit heizte umgehend Gerüchte über eine neue ernsthafte Krankheit an.

Der Kurs der Apple-Aktie wurde durch die Spekulationen in den vergangenen Monaten immer wieder stark belastet. Sie lösten zudem eine Diskussion aus, ob Apple die Aktionäre angemessen über die Lage informiert. Vergangene Woche hatte bereits Vizepräsident Phil Schiller zur großen Enttäuschung vieler Apple-Fans den Unternehmenschef auf der Messe Macworld Expo in San Francisco vertreten.

Jobs gehörte 1976 zu den Mitbegründern von Apple, verließ das Unternehmen dann aber 1985. In einer Zeit, in der der Computerhersteller in massiven finanziellen Schwierigkeiten steckte, kehrte er 1997 zurück und übernahm den Vorstandsvorsitz.

Apple wird wie wenige andere Konzerne mit der Person seines Vorstandsvorsitzenden identifiziert. Jobs hat das Unternehmen von einem reinen Computerhersteller zu einem breit aufgestellten Elektronikkonzern geführt. Unter seiner Leitung änderte Apple seine Strategie, kamen Verkaufsschlager wie der digitale Musikspieler iPod und das Multimedia-Handy iPhone auf den Markt. Seitdem gilt Jobs als Marketing- und Design-Genie.

amz/Reuters/AP/dpa



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