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Neuer alter Netzhype Die Hündchenfrage

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Wie würden Hunde Hosen tragen? Nur an den Hinterbeinen oder an allen vier Läufen? Diese Frage wird bei Twitter, Facebook und Reddit derzeit kontrovers diskutiert. Das verwundert, denn bei "Buzzfeed" wurde sie vor einigen Wochen schon beantwortet.

Ins Rollen gebracht hat die aktuelle Debatte Jared Keller, ein Journalist vom Männermagazin "Maxim" aus den USA. Er stieß bei Facebook auf das Bild und teilte es über seinen Twitter-Account:

Nachdem Kellers Tweet massenhaft weiterverbreitet wurde, schrieb er einen kurzen Artikel über die Hosenfrage. Dafür interviewte er einen Moderator der Facebook-Seite, die das Bild gepostet hatte. Dieser "Norbert" gab sich als der Urheber sowohl der Frage als auch des Bildes aus: "Ich sah einen Hund mit Hosen in der Nachbarschaft, und dachte mir, dass sie keine Arme haben und die Hosenbeine deshalb jedes Bein bekleiden müssten." Also habe er beide Bilder erstellt und bei Facebook veröffentlicht.

Eventuell hat sich "Norbert" aber auch von einem anderen Internetnutzer inspirieren lassen, wie ein Bericht des Onlinemagazins "The Daily Dot" nahelegt: So stieß schon vor gut zwei Monaten ein Tumblr-Post mit derselben Frage, aber einer anderen Skizze auf riesiges Interesse. In dem Tumblr-Post wiederum waren Screenshots aus der App YikYak zu sehen.

Und schon damals rief "Buzzfeed" seine Leser auf, über die korrekte Hosenposition abzustimmen - mit einem ungewöhnlich eindeutigen Ergebnis. Bis heute haben sich 90 Prozent der über 70.000 Abstimmungsteilnehmer für die Option "Nur an den Hinterbeinen" entschieden. Wäre also auch das geklärt.

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  • Das Internet hat eine neue Form des Unterhaltungskonsums hervorgebracht. Es fing an mit Videos, Fotos, Powerpoint-Präsentationen, die per E-Mail herumgeschickt wurden, ging weiter mit über Instant-Messaging-Dienste verbreiteten Links zu Clips mit skateboardfahrenden Hunden oder ungelenken Kindern beim Lichtschwert-Exerzieren und fand seinen vorläufigen Höhepunkt im Weitererzähl-Web der digitalen Gegenwart. Der Lacher für die Mittagspause wird heute über Facebook oder Twitter weitergereicht, genau wie der schnelle Niedlichkeits-Kick (Katzenvideos!) als Mittel gegen den grauen Büroalltag oder der mitgefilmte schmerzhaft-dämliche Skateboard-Unfall für zwischendurch.

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