HTML5-Video: Google könnte das Video-Web öffnen

124 Millionen Dollar hat Google für eine Webvideo-Technik ausgegeben - und könnte die nun der Netzgemeinde schenken. Der VP8-Codec hätte das Zeug, zum neuen Standard im Web zu werden - und ein großes Problem von HTML5 zu lösen.

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Google-Browser Chrome: Bald mit kostenloser Videotechnik?

Mitte Mai soll es so weit sein: Google plant, den sogenannten VP8-Codec offenzulegen. Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O in San Francisco werde außerdem angekündigt, dass der Codec künftig in Googles Webbrowser Chrome integriert werde, berichtet NewTeeVee. Auch Firefox werde VP8 künftig unterstützen. Mehrere Quellen hätten das bestätigt, hießt es auf der Technik-Web-Seite.

Mit VP8 lassen sich Videodateien bei geringem Qualitätsverlust komprimieren und wieder entpacken. Dabei soll sich das neue Format bis zu 40 Prozent besser schlagen, als der weitverbreitete Codec H.264, den beispielsweise Apple verwendet und den auch die Google-Tochter YouTube nutzt. Doch VP8 soll nicht nur besser sein, sondern offenbar auch frei verfügbar, ohne Lizenzstress.

Von der britischen Technologie-Seite " The Register" befragt, wollten weder Google noch Mozilla, die Firefox entwickeln, sich dazu äußern. Man habe derzeit nichts anzukündigen, sagte demnach ein Google-Sprecher. Er betonte aber, dass man mit dem Team der Softwarefirma On2 an einer Internet-Video-Technik arbeite. Erst im Februar hatte Google die Übernahme von On2, die hinter dem VP8-Codec steht, abgeschlossen. Rund 124 Millionen Dollar soll der Kauf gekostet haben.

Auch wenn die Offenlegung von VP8 bisher nicht bestätigt wurde: Dieser Schritt wird von vielen Web-Entwickeln erhofft, da Entwickler für den Einsatz des Videocodecs H.264 im Browser Gebühren zahlen müssen. Zwar verstehen alle neuen Browser das HTML5-Videotag, wurden die in eine Web-Seite eingebetteten Videoclips aber mit H.264 encodiert, machen beispielsweise Mozillas Firefox und Opera nicht mehr mit - die Browser-Hersteller setzen auf freie Codecs, wollen keine Gebühren für H.264 zahlen.

Ein allgemein akzeptierter, kostenloser Codec muss also her - vorher kann Google seine Videoplattform YouTube nicht komplett auf HTML5 umstellen und muss seine Videos weiterhin neben H.264 auch im Flash-Format ausliefern. VP8 soll außerdem mit Blick auf ARM-Chips entwickelt worden sein. Die stecken in vielen Mobiltelefonen und Set-Top-Boxen und könnten dafür sorgen, dass VP8-encodierte Videos mit Hardware-Unterstützung flüssig laufen.

Dass es bis zur Flash-Losigkeit im Web aber noch etwas dauern wird, zeigt Google mit einem anderen Schritt: In den eigenen Chrome-Browser ist das Flash-Plug-in künftig tiefer integriert. Das hat nicht nur den Vorteil, dass das Plug-in nicht extra heruntergeladen werden muss. Auch Flash-Updates, die es wegen Sicherheitslücken oder verbesserter Funktionen regelmäßig gibt, können direkt über Chrome eingespielt werden.

ore

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