Klage gescheitert "Huffington Post"-Blogger gehen leer aus

Sie füllten die "Huffington Post" mit kostenlosen Artikeln - und als die Online-Zeitung für 315 Millionen Dollar von AOL gekauft wurde, gingen sie leer aus: Eine Klage mehrerer Blogger auf Beteiligung an der Summe ist nun gescheitert.

AOL-Maskottchen: Die Blogger wollten am Geldsegen teilhaben
AP

AOL-Maskottchen: Die Blogger wollten am Geldsegen teilhaben


New York - Die Online-Zeitung "Huffington Post" braucht Bloggern für ihre Inhalte, die sie für diese Website bereitstellen, nichts zu bezahlen. Ein Grund sei, dass sie von vornherein wussten, dass sie nicht bezahlt würden, und dass sie deshalb mit ihrer Arbeit auch woanders hätten hingehen können, erklärte Richter John Koeltl in der vergangenen Woche. Er wies damit die Klage mehrerer Blogger gegen die "Huffington Post" und deren Mutterkonzern AOL zurück. Sie hatten argumentiert, ihnen sei unrechtmäßigerweise eine Bezahlung für ihre Arbeit verweigert worden.

Der Grund für die Klage war die Übernahme der "Huffington Post" im vergangenen Jahr durch AOL für 315 Millionen Dollar. Die Blogger erklärten, damit habe die Zeitung von ihrer Arbeit profitiert, für die ihnen lediglich ein großen Publikum versprochen worden sei. Verlangt wurden 105 Millionen Dollar Schadenersatz. AOL argumentierte, die "Huffington Post" habe alle Zusagen an die Blogger eingehalten und ihnen Reichweite und einen Ort, um ein größeren Publikum auf sich aufmerksam zu machen, als Ausgleich für ihre Arbeit geboten.

Im November des vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass auch in Deutschland eine "Huffington Post" eingeführt werden soll, mit einem guten Dutzend Mitarbeitern - und der Unterstützung eines heimischen Verlages. In Frankreich ist die "Huffington Post" in Kooperation mit der Tageszeitung "Le Monde" gestartet. Ausgaben existieren neben dem Mutterland USA auch in Kanada und Großbritannien. Pläne soll es auch für Ableger in spanischsprachigen Ländern geben.

ore/dapd



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insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
sappelkopp 03.04.2012
1. Tja, so etwas...
Zitat von sysopAPSie füllten die "Huffington Post" mit kostenlosen Artikeln - und als die Online-Zeitung für 315 Millionen Dollar von AOL gekauft wurde, gingen sie leer aus: Eine Klage mehrerer Bloggern auf Beteiligung an der Summe ist nun gescheitert. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,825373,00.html
...erleben Freiberufler in Deutschland auch täglich. Verlage, die noch nicht einmal dafür zahlen wollen, dass die Inhalte, die für Print geliefert werden dann auch online verfügbar sind. Sie stimmen der Nutzung im Internet nicht zu? OK, dann arbeiten sie nicht mehr für uns. Sogenannte Blogs und Mitmachzeitungen, Nachbarreporter und so weiter tun ein übrigens, sie liefern kostenlosen Inhalt - journalistisch oft fragwürdig, aber billig - und machen so die Freelancer und sicher später auch die Festangestellten brotlos. Und alles nur, weil jeder meint, alles müsste billig und umsonst sein.
SpitzensteuersatzZahler 03.04.2012
2.
Achso die böse Welt macht die arme Journaille brotlos? Unfassbar dreist - verbieten sollte man das. Wenn ich mir ansehe wie viel Journalismus sich inzwischen darin erschöpft, Agenturinhalte einfach per Copy&Paste und wenn überhaupt verschlimmbessert weiterzutratschen, wundert es mich nicht, dass man sich fragt, warum man mehr für diese 'Leistung' bezahlen sollte.
snigger 03.04.2012
3. abwarten und tee trinken ...
Zitat von sysopAPSie füllten die "Huffington Post" mit kostenlosen Artikeln - und als die Online-Zeitung für 315 Millionen Dollar von AOL gekauft wurde, gingen sie leer aus: Eine Klage mehrerer Bloggern auf Beteiligung an der Summe ist nun gescheitert. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,825373,00.html
was wird wohl heise.de dagegen tun? mitmachen? sich kaufen lassen?
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