Der drohend näherkommende Transporter bringt den Mann mit dem braunen Hut nicht aus der Ruhe, die Frage der jungen Dame mit dem Mikrophon dagegen schon. Wer sie denn eigentlich sei, und ob sie ihn nicht nur verführen wolle, in einem Laden etwas zu kaufen? Auf die Eingangs-Vorlage der Reporterin, er habe doch sicher eine Liebsten oder einen Liebsten zu Hause, antwortet der Mann erbost, er "weise diese Unterstellung zurück".
Dann folgt eine Tirade über die amerikanischen Feiertage im Allgemeinen und Besonderen, das Phänomen des Schaltjahrs, die Öffnungszeiten von Banken und die vermeintlichen Neurosen der jungen Reporterin. Der Mann mit dem braunen Outfit und dem Pelzkragen wirkt wie ein Kabarettist, ein bisschen wie Georg Schramm und ein wenig wie der Berliner Dampfplauderer Manne Dumke, der am Ende von Polylux immer über Gott und die Welt reden durfte.
Am vergangenen Freitag wurde der Zwei-Minuten-Clip online gestellt, Blogs wie "Das Kraftfuttermischwerk" griffen ihn auf - bis Montagmittag wurde das Video 125.000-mal abgerufen. Der Herr mit dem Hut ist am Montag ein kleiner Social-Media-Star.
Der Mann sei ein normaler Passant gewesen, den die Werkstudentin Sophie-Marie Erzmann bei ihrer Straßenumfrage zufällig vors Mikrophon bekommen habe, teilte der Lokalsender Info TV Leipzig auf Anfrage mit. Ihm ein regelmäßiges Programmplätzchen für seine Tiraden anzubieten, habe man nicht ernsthaft erwogen: "Wir wissen nicht mal, wie der Mann heißt."
cis
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