Hype der Woche: Woher die Katzenvideos kommen

Sie sind sooo putzig: Gut, dass Kätzchen beim Schlafen, Klavierspielen oder in einen Papierkorb fallen gefilmt werden. Solche Videos sind, behaupten manche, der Stoff der das Netz zusammenhält. Und wo werden sie produziert? In den Kittywood Studios natürlich.

Klassisches Lolcat-Bild: Ursprung der Katzenvideos endlich aufgeklärtZur Großansicht

Klassisches Lolcat-Bild: Ursprung der Katzenvideos endlich aufgeklärt

Beim Suchwort "Katze" spuckt Youtube über 50.000 Videos aus. Nun gibt es ein Filmchen, in dem erklärt wird, wie die Katzenvideos zwischen niedlich und mitleiderregend eigentlich entstehen. Privatvideos? Zufallsaufnahmen? Weit gefehlt. Die Videos mit den tierischen Protagonisten werden in den Kittywood Studios gedreht - streng nach Drehbuch.

Der texanische Filmemacher Joe Nicolosi alias pixelpersecond zeigt die Autoren der Katzengeschichten um einen Konferenztisch sitzend. "Keiner geht nach Hause bevor wir nicht das nächste Hitvideo fertig haben", sagt der Chef. Jeden Tag kämen sie auf mindestens ein Dutzend einzigartiger Ideen, von der Ninja-Katze bis zum süßen Träumkätzchen.

30 Prozent des Internettraffics würden durch solche Videos generiert, die Kätzchen beim Spielen oder ins Klo schauen zeigen, behauptet der namenlose Senior Vizepräsident der Kittywood Studios. "Katzen sind die Zukunft des Internets."

Storyboards, Catfight-Choreographie, visuelle Effekte - die Kittywood Studios stehen Hollywood scheinbar in nichts nach. Und mit bis zu 50 Millionen Klicks pro Video sind sie wohl einträglich, behauptet zumindest der CEO, der in Steve-Jobs-Manier seine Firma anpreist.

Das Meta-Katzenvideo mit dem feinen Nerd-Humor hat es innerhalb kürzester Zeit zum viralen Hit gebracht. Blogger und Twitterer in aller Welt preisen die längst überfällige Erkenntnis aus Nicolosis kleinem Film. Katzenvideos als Geschäftsidee sind allerdings nur eine Erfindung des Filmemachers. Nicolosi hatte tatsächlich bereits einen Interneterfolg. Mit seinem Kurzfilm "Star Wars: Retold" wurde er von George Lucas geehrt und landete einen kleinen viralen Hit, mit bis heute zwei Millionen Klicks.

isb

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  • Dienstag, 16.08.2011 – 08:12 Uhr
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Wo kommt der Hype her?
  • Das Internet hat eine neue Form des Unterhaltungskonsums hervorgebracht. Es fing an mit Videos, Fotos, Powerpoint-Präsentationen, die per E-Mail herumgeschickt wurden, ging weiter mit über Instant-Messaging-Dienste verbreiteten Links zu Clips mit skateboardfahrenden Hunden oder ungelenken Kindern beim Lichtschwert-Exerzieren und fand seinen vorläufigen Höhepunkt im Weitererzähl-Web der digitalen Gegenwart. Der Lacher für die Mittagspause wird heute über Facebook oder Twitter weitergereicht, genau wie der schnelle Niedlichkeits-Kick (Katzenvideos!) als Mittel gegen den grauen Büroalltag oder der mitgefilmte schmerzhaft-dämliche Skateboard-Unfall für zwischendurch.

  • Die kaskadische Form der Informationsverbreitung, die gerade Dienste wie Twitter ermöglichen, hat dem Phänomen des spontanen Internet-Hypes ein perfektes Biotop geschaffen. Auch ein Jahre altes Video von einem lachenden Pinguin kann urplötzlich innerhalb weniger Stunden ein Millionenpublikum erreichen - wenn geheimnisvolle Faktoren zusammenkommen, die noch niemand so recht entschlüsselt hat (wer das schafft, wird vermutlich sehr reich werden).

  • Und was sich lang genug in den Köpfen der Menschen hält, was weiterverarbeitet, verballhornt, umgedeutet, neu abgemischt wird, bringt es im Informationsverbreitungs-Wunderland Internet vielleicht sogar zum Mem.







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