iAd Apple will für Werbung doppelt kassieren

Wer zu den Privilegierten gehören will, die als erste ihre Werbeanzeigen auf iPhone und iPad platzieren wollen, muss sich auf Apple-typisch saftige Preise gefasst machen. Apple, meldet das "Wall Street Journal", lockt nicht mit Rabatten, sondern verlangt Aufschläge in Millionenhöhe.

Matthias Kremp

Online-Werbung ist zu billig? Nicht bei Apple: Der Elektronikkonzern will bei seiner neuen Werbeplattform iAd die Kunden ordentlich zur Kasse bitten. Das "Wall Street Journal" nennt erste Summen, die Firmen für Anzeigen auf iPhone und iPad zahlen sollen, wenn sie beim Start des neuen Werbesystems dabei sein wollen.

Diese Paketpreise nennt das "Wall Street Journal":

  • Wer zu den wenigen Unternehmen gehören will, die zum Start der Werbeplattform Anzeigen schalten dürfen, muss ein Werbevolumen im Wert von zehn Millionen Dollar kaufen.
  • Wer im ersten Jahr per iAd werben will, muss ein Paket für mindestens eine Million Dollar buchen. Das "Wall Street Journal" zitiert nicht namentlich genannte Werbevermarkter mit der Einschätzung, man zahle für vergleichbare Werbedeals bei anderen Mobil-Plattformen nur 100.000 bis 200.000 US-Dollar.

Diese Summen werden dann als Budget für die pro Klick und Werbeeinblendung zu zahlenden Preise verrechnet. Auch hier langt Apple kräftig zu, wenn die Konditionen stimmen, die das "Wall Street Journal" nennt. Demnach will Apple sowohl pro Werbeeinblendung als auch pro Klick bezahlt werden. Bei anderen Werbeplattformen, zum Beispiel der von Facebook, zahlen Werbekunden entweder pro Klick oder pro Einblendung. Apple soll einen Cent pro Werbeeinblendung und zwei Dollar für einen Klick berechnen.

Entwickler sollen sich bei Apple registrieren können und Werbung in ihren Apps geschaltet bekommen. Sechzig Prozent der Einnahmen will Apple an die Entwickler weiterreichen. Neue Funktionen sollen die iAds abheben vom herkömmlichen mobilen Werbegeschäft. Mit einem Fingertipp auf die Anzeige lässt sich eine eigene Anwendung starten.

Die interaktive Werbung soll sowohl Videos als auch Spiele enthalten können und auf allen Apple-Mobilgeräten ausgeliefert werden. Rund 85 Millionen solcher mobilen Geräte hat das Unternehmen nach eigenen Angaben verkauft, vier Milliarden Apps wurden heruntergeladen.

Phuc Truong, ein Werbevermarkter des Konzerns Havas, bezeichnet die Apple-Tarife im "Wall Street Journal" als "deftig". Truong: "Was Apple hier versucht, ist jenseits aller Tarife, die wir bisher gesehen haben."

lis

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