Vergabe von Top-Level-Domains: Hunderte Millionen Dollar für neue Netz-Adressen

Das hat sich gelohnt: 352 Millionen Dollar hat die Internet-Adressverwaltung Icann allein mit den Anträgen für neu zu vergebende Internet-Adress-Endungen eingenommen. Die Summe könnte sich noch erhöhen, wenn besonders beliebte Endungen versteigert werden müssen.

Icann-Logo: Millionen Dollar haben allein die Bewerbungen eingespielt Zur Großansicht
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Icann-Logo: Millionen Dollar haben allein die Bewerbungen eingespielt

Der Wettstreit um die besten Adress-Endungen geht weiter: Die Internet-Adressverwaltung Icann hat am Mittwoch in London die Bewerbungen für neue sogenannte Top-Level-Domains (TLD) vorgestellt. Insgesamt 1930 Anträge für Endungen von Web-Adressen sind demnach eingereicht worden, die es bald zusätzlich zu den bisherigen wie .de, .com oder .org geben könnte.

Die Antragssteller wünschten sich unter anderem Anhängsel wie .bank, .law oder .doctor, aber auch Firmennamen wie .tui, .edeka oder .deutschepost stehen auf der Liste. Der Internetkonzern Google hatte bereits vorab bekanntgegeben, sich für .google, .youtube und .lol zu bewerben.

Außer Firmen lagen der Icann auch Bewerbungen für Städtenamen in der Andresse vor. Beispiele sind .paris oder .berlin oder Regionen wie .nrw und .bayern. Sechs Anträge seien für .baby eingegangen, teilte die Icann mit, neun für die Endung .blog. Bei konkurrierenden Namenswünschen müssen sich die Bewerber nun untereinander einigen. Gelingt ihnen das nicht, versteigert die Icann die betreffende Adressendung unter den Interessenten.

Außerdem gibt es Bewerbungen für Rotlicht-Adressen, wie zum Beispiel .sex oder .porn. Erstmals gibt es auch Top-Level-Domains, aus nicht-lateinischen Buchstaben, sondern etwa aus arabischen Schriftzeichen.

Viele der Anfragen kamen den Angaben zufolge von internationalen Großkonzernen wie Apple, IBM oder Mitsubishi. 911 Organisationen aus dem nordamerikanischen Raum hätten sich beworben, teilte die Icann mit. 675 Anträge kamen demnach aus Europa, 303 aus der Region Asien-Pazifik. Lateinamerika und Staaten in der Karibik seien mit lediglich 24 Anfragen vertreten gewesen, Afrika mit 17.

Weil Registrierung und Betrieb einer Top-Level-Domain mit sehr hohen Kosten verbunden sind, richtete sich das Angebot ausschließlich an professionelle Anbieter aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und anderen Institutionen. Allein die Bewerbung kostet mindestens knapp 150.000 Euro - ohne Garantie auf Erfolg.

Mit Bewerbungsgebühren für die Internet-Adress-Endungen seien insgesamt 352 Millionen Dollar eingespielt worden, teilte die Icann mit. Die Organisation hatte seit Januar Anträge angenommen. Die ersten Adressen mit den neuen Endungen sollen 2013 online gehen.

juh/afp/dapd

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