Dumm gelaufen Ice-Bucket-Video überführt flüchtigen Gewalttäter

Besonders schlau war das nicht: In den USA ließ sich ein gesuchter Bewährungsflüchtling bei der Ice Bucket Challenge filmen und stellte das Video online. Wenig später klickten die Handschellen.


Dass sich junge Leute, Promis und sogar Milliardäre dabei filmen lassen, wie sie sich einen Kübel Eiswasser über den Kopf schütten, ist mittlerweile nichts Besonderes mehr. Zigtausende Videos von Kaltduschern werden in den sozialen Netzwerken herumgereicht. Dass es trotzdem einige Aufmerksamkeit erregen würde, wenn auch er ein solches Filmchen von sich online stellt, hätte sich der von der Polizei gesuchte 20-jährige Jesean Morris in Omaha eigentlich denken können.

Doch für ihn war der Drang, auch dazuzugehören, auch an der Ice Bucket Challenge teilzunehmen, wohl zu groß. Und so ließ sich Morris dabei filmen, wie er sich mit Wasser übergießt. Und natürlich stellte er die Aufnahme auf Facebook, damit sie von möglichst vielen Leuten gesehen wird und am besten auch noch einen Schwung "Gefällt mir"-Klicks bekommt. Besonders schlau war das nicht.

Denn nach einem bewaffneten Überfall war Morris verurteilt und auf Bewährung freigelassen worden. Weil er aber gegen die Bewährungsauflagen verstoßen hatte und sich versteckte, lag ein Haftbefehl gegen ihn vor, die Polizei suchte nach ihm.

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"Ice Bucket Challenge": Kübelweise Eiswasser

Wie die Nachrichtenseite "Omaha.com" berichtet, fielen einem braven Bürger, der davon wusste, dass Morris gesucht wird, die Aufnahmen bei Facebook auf. Weil jener Mann sich außerdem in Omaha gut auskennt, konnte er das Haus, in dem die Aufnahme gemacht wurde, genau identifizieren. Als dort schließlich die alarmierten Gesetzeshüter eintrafen und den Gesuchten verhaften wollten, attackierte der die Beamten, meldet "Omaha.com".

Dass es nicht unbedingt clever ist, sich nach Gesetzesüberschreitungen in sozialen Netzwerken blicken zu lassen, ist keine ganz neue Erkenntnis: Sie machte zum Beispiel schon dieser Kleinkriminelle in Minnesota, der sich während eines Einbruchs auf dem Computer der Opfer in sein Facebook-Profil ein- und nicht wieder ausloggte. Ähnlich erging es dieser eitlen jungen Dame aus Missouri, die Selfies mit einem geklauten, besonders auffälligen und teuren Kleid postete. Beide wurden schnell verhaftet.

abr



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insgesamt 7 Beiträge
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sportvater 26.08.2014
1. ja, aber
wieviel hat er gespendet?
kyodurl 26.08.2014
2. recht so!
... und das Spenden war bestimmt der Motivator fuer die Aktion. Wer es glaubt wird seelig!
lackehe 26.08.2014
3. Also das finde ich echt
cool.
dosmundos 26.08.2014
4. Na also!
Soll noch mal einer über die Ice Bucket Challenge meckern! Ist doch völlig egal, wie viele da tatsächlich etwas spenden, wie viele Promis sich da nur wichtig machen und ob das jetzt Wasserverschwendung ist (seltsamerweise hat sich noch niemand über die Energie zur Herstellung der Eiswürfel echauffiert) - auf den Spendenkonten hat sich was angesammelt, und das nicht nur in den USA. Und mindestens ein Knacki sitzt ein.
nibal 26.08.2014
5. Der brave Mann heißt NSA
Als ob irgend ein "braver" Mann Fahndungsfotos auswendig lernt, Facebook Videos durchklickt und dann auch noch jedes Haus in Omaha (400.000 Einwohner, 800.000 in der Region) kennt. Eher schlägt der Blitz zweimal in die selbe Stelle einer Tiefgarage. So wünschenswert es auch ist, dass Strafftäter ihre Strafe auch absitzen, so gruselig ist es auch, dass Behörden mit Algorithmen und Gesichtserkennung das ganze Internet ständig nach jedermann durchsuchen.
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