Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Messenger: ICQ ist wieder da - aber wozu?

ICQ: Er ist wieder da Fotos
ICQ

ICQ, der Urahn von Skype, WhatsApp und Co., ist wieder da. Aber braucht die Welt noch einen Messenger?

WhatsApp, Skype, mit diesen beiden Namen ist die Welt der Instant Messenger im Jahr 2016 erschöpfend beschrieben. Von anderen Diensten wie AIM, MSN, oder ICQ haben durchschnittliche Smartphone-Nutzer schon seit Jahren nichts mehr gehört. Dabei war ICQ nie ganz tot. Nun soll der vor sechs Jahren an die russische Mail.ru Group - der auch das soziale Netzwerk Vkontakte gehört - verkaufte Chat-Anbieter eine Renaissance erleben.

Der vor 20 Jahren ursprünglich von einem israelischen Start-up gegründete Messenger-Dienst wird inzwischen in der Version 10 zum Download angeboten. Das Programm kann für iOS, Mac OS X, Android, Windows und Windows Phone heruntergeladen werden. Wer mehrere Geräte nutzt, kann sein ICQ-Konto auf allen synchronisieren.

Neu bei ICQ ist eine Videochat-Funktion. Die Bildtelefonie soll in hoher Qualität sowohl auf Desktop- als auch Mobilgeräten funktionieren. Daneben erlaubt ICQ den Austausch von Daten zwischen den Nutzern. Für den Versand von Fotos oder Videoclips stehen vergleichsweise großzügige vier Gigabyte zur Verfügung. Durch bunte Sticker kann der Anwender sein ICQ zusätzlich individualisieren. Nach der Installation muss sich der Nutzer mit einer Telefonnummer oder der sogenannten UIN anmelden, der individuellen ICQ-Nummer.

Zum Thema Sicherheit - etwa bei WhatsApp ein unerfreulicher Dauerbrenner - ist von ICQ nicht viel zu hören. Inwieweit die Russen das Netzwerk gegen Datenklau und Sicherheitslücken absichern, bleibt im Ungefähren. Eine Verschlüsselung der übertragenen Daten gibt es nicht. Die Datenschutzerklärung weist vor allem den Nutzern die Hauptverantwortung zu. Da heißt es:

"Machen Sie sich bewusst, dass die Annahme von Dateien Dritter Gefahren bergen kann, unabhängig von der verwendeten Anwendung (z. B. ICQ, E-Mail usw.). Bevor Sie Dateien von einem Benutzer öffnen, auch wenn Sie den vermeintlichen Absender zu kennen glauben, empfehlen wir Ihnen dringend, zu prüfen, ob die Person, die Ihnen diese Dateien sendet, tatsächlich die Person ist, die Sie vermuten."

Unterm Strich bietet das neue ICQ den Funktionsumfang, der für Messenger-Programme üblich ist. Gegenüber der Konkurrenz sticht das Programm nicht sonderlich heraus, einzig der üppig bemessene Datenversand könnte als eine Art Alleinstellungsmerkmal durchgehen.

Ob das ausreicht, um die Nutzerzahl wieder deutlich nach oben zu bringen, muss sich zeigen. Die Entwicklung der letzten Jahre war von einem langen Niedergang geprägt. Die Anzahl der Nutzer sank allein zwischen 2010 und 2013 von 42 Millionen auf elf Millionen. In jüngster Zeit soll es eine leichte Erholung gegeben haben. Die neuen Märkte liegen allerdings nicht mehr in Europa, ICQ setzt verstärkt auf Expansion etwa in südamerikanischen Ländern wie Brasilien, Argentinien und Uruguay. Die Datenanalysten von We Are Social Singapore gaben in ihrem jährlichen Bericht zur Internetnutzung für Deutschland im Januar 2016 knapp 28 Millionen WhatsApp-Nutzer an, neben gut sieben Millionen Skype-Nutzern. ICQ taucht erst gar nicht auf.

So scheint ICQ derzeit vor allem etwas für Nostalgiker zu sein. Wer schon vor dem Jahr 2000 online gegangen ist, hat neben dem Einwahlgeräusch des Modems auch noch den leicht nervigen "ah-oh!"-Anmeldeton des Messengers im Ohr. Den gibts zwar jetzt nicht mehr, dafür aber die Anknüpfung an alte Zeiten. Wer allerdings hofft, in einer großen Nutzergemeinde auf viele Bekannte zu treffen, wird vermutlich enttäuscht werden.

1. Netscape

Netscape war einer der ersten Browser. Entwickelt wurde er von dem heutigen Valley-Investor Marc Andreessen.

2. AltaVista

Damals™ war Google noch ein kleines Licht. Gesucht hat man mit AltaVista.

3. Winamp

Digitalnostalgie pur: Nachdem sich MP3s verbreitet hatte, wurde die Musikbibliothek mit Winamp verwaltet.

4. Napster

Mit Napster wurde wie wild illegale Musik gezogen.

5. Encarta

Encarta war das Wikipedia der Neunzigerjahre - auf CD-Rom.

6. Minesweeper

Mit Minesweeper hat man sich auch die Zeit im Informatikunterricht vertrieben.

7. Solitär

Auch Solitär wurde damals viel gespielt - besonders spannend war das eigentlich nicht.

8. Diskettenlaufwerk

Früher™ wurden Dateien noch auf Disketten gespeichert.

9. Winzip

Mit Winzip wurden die Dateien komprimiert, damit sie auf Disketten passten.

10. UBoot.com

Abtauchen mit Uboot.com: Für viele Nutzer war die Plattform das erste soziale Netzwerk.

11. Studi-VZ

Nach UBoot.com kam für die Deutschen irgendwann StudiVZ. Das Netzwerk gründete ein paar Ableger, verschwand aber wieder in der Versenkung.

12. Norton

Norton war 2003 das Virenschutzprogramm, das so gut wie alle nutzten.

13. Win-98-Hintergrund

Der Win-98-Hintergrund für die Nerds. Es soll einen Rechner von innen darstellen.

14. ICQ

ICQ war die Chat-Zentrale der Jugend in Deutschland.

15. CorelDraw

Das Vektorgrafikprogramm CorelDRAW kam erstmals 1989 auf den Markt.

meu

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 20 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Für Rechtsradikale - Neo-Nazis -
managerbraut 23.03.2016
Terrornetzwerke - Terroristen - organisierte Kriminalitär - Aktivisten genau das Richtige! Neben Facebook - Google+ - Skype - WhatsApp - Twitter braucht die Welt neue soziale Netzwerke - ChatRooms - Kurznachrichtendienste in anderen vom Westen politisch abgeschottete, isolierte Staaten wo sich zweifelhafte Gruppierungen austauschen können.
2. ICQ ist Russisch
x33o 23.03.2016
Damit hat man auf jeden Fall einen NSA freien Messenger der eher von Russen abgehört wird.
3.
trebis 23.03.2016
Zitat von managerbrautTerrornetzwerke - Terroristen - organisierte Kriminalitär - Aktivisten genau das Richtige! Neben Facebook - Google+ - Skype - WhatsApp - Twitter braucht die Welt neue soziale Netzwerke - ChatRooms - Kurznachrichtendienste in anderen vom Westen politisch abgeschottete, isolierte Staaten wo sich zweifelhafte Gruppierungen austauschen können.
Sie haben recht. Und dagegen hilft nur eine lückenlose Totalüberwachung. Fangen wir doch gleich bei Ihnen damit an.
4. Trojaner
wauz 23.03.2016
ICQ war von Anfang an ein Trojanisches Pferd und ein übler Datenkrake. Es war eines der ersten Programme, die JEDE Art der Internet-Nutzung als personalisierte Data an eben jenes Startup schickte. Es ist übrigens bis heute nicht eindeutig geklärt, woher das ursprüngliche Geld für die Firma kam. Bis heute hält sich die, nie widerlegte, Vermutung, die Regierung des Staates Israel hätte da auch Interesse daran gehabt.
5.
GnRH 23.03.2016
Zitat von managerbrautTerrornetzwerke - Terroristen - organisierte Kriminalitär - Aktivisten genau das Richtige! Neben Facebook - Google+ - Skype - WhatsApp - Twitter braucht die Welt neue soziale Netzwerke - ChatRooms - Kurznachrichtendienste in anderen vom Westen politisch abgeschottete, isolierte Staaten wo sich zweifelhafte Gruppierungen austauschen können.
Genau! Und deshalb werden sich die von Ihnen genannten Gruppierungen auf einem Kanal bewegen, der Nachrichten nicht verschlüsselt ;)
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Netzwelt auf Twitter

Über diesen Account erreichen Sie das Ressort und verpassen keinen Artikel.



Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: