Ideenklau-Prozess: Zuckerberg-Kommilitonen wollen vor Obersten Gerichtshof ziehen

Die Winklevoss-Zwillinge geben nicht nach: Im Streit mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wollen sie jetzt die oberste Rechtsinstanz der USA anrufen, um einen 2008 geschlossenen Vergleich annullieren zu lassen. Damals hatten sie 65 Millionen Dollar zugesprochen bekommen - sie wollen mehr.

Cameron und Tyler Winklevoss: 65 Millionen Dollar sind ihnen nicht genug Zur Großansicht
REUTERS

Cameron und Tyler Winklevoss: 65 Millionen Dollar sind ihnen nicht genug

San Francisco - Im Rechtsstreit um die Erfindung des Sozialen Netzwerks Facebook wollen die ehemaligen Kommilitonen von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg jetzt vor den Obersten Gerichtshof der USA ziehen. Einer der Anwälte der Zwillinge Tyler und Cameron Winklevoss sagte am Montag, dies sei der nächste Schritt. Ein US-Berufungsgericht hatte im April eine Klage der Brüder abgewiesen.

Die Winklevoss-Zwillinge beanspruchen die Idee zu dem milliardenschweren Online-Netzwerk für sich. Vor zwei Jahren hatten die Brüder einen Vergleich mit Facebook in Höhe von 65 Millionen Dollar (45 Millionen Euro) erzielt. Die Brüder zogen jedoch erneut vor Gericht. Ihre Begründung: Sie seien falsch über den wahren Wert von Facebook informiert worden. Sie versuchten, den Vergleich annullieren zu lassen und hofften, in neuen Verhandlungen erheblich mehr Geld herausschlagen zu können. Das Gericht entschied jedoch gegen sie.

Nun urteilte das Berufungsgericht: Die Brüder können aus dem geschlossenen Vergleich nicht mehr heraus. Es gebe einen Moment, in dem ein Rechtsstreit beendet werden müsse. Tyler und Cameron Winklevoss seien "nicht die ersten von einem Wettbewerber ausgestochenen Parteien, die auf dem Rechtsweg das zu erlangen versuchen, was sie im Markt nicht erreichen konnten".

Die Winklevoss-Zwillinge werfen Zuckerberg vor, während der gemeinsamen Studienzeit an der US-Eliteuni Harvard im Jahr 2003 ihre Idee zum sozialen Online-Netzwerk ConnectU ("Vernetze Dich") gestohlen zu haben. Die Brüder und ein Freund hatten den jungen Zuckerberg mit der Weiterentwicklung ihres Programms beauftragt, Zuckerberg habe sich aber nicht an den Vertrag gehalten, sondern im Februar 2004 mit Facebook sein eigenes Netzwerk gestartet. Facebook weist diese Darstellung zurück.

Heute ist Facebook ein Unternehmen mit einem geschätzten Wert von 50 Milliarden Dollar. Hollywood hatte die Geschichte der umstrittenen Facebook-Gründung in dem Drama "The Social Network" verfilmt, das im Februar mit drei Oscars ausgezeichnet wurde.

mak/AFP

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1. Die Gier
Bernd_1961 17.05.2011
der Menschen ist unersättlich. Eim Zehntel der 45 Mio würden mir genügen, um für den Rest meines Lebens von den Zinsen sorgenfrei leben zu können. Bescheiden, aber sorgenfrei. Egal, wie das gelaufen ist, die beiden haben eben Pech gehabt. Gut, dass das Gericht hier einen Schluss-Strich gezogen hat. Zuckerberg hatte eben den richtigen Riecher. Alle Achtung vor dem, was er da aufgebaut hat. Ich nutze facebook übrigens auch und habe da schon prima Kontakte in der ganzen Welt geknüpft. Und per skype kann man sich dann auch noch persönlich kennenlernen.
2. da sieht man mal wie die Amis ticken
bluearoma 17.05.2011
45 Mio Euro für eine Idee.. die jetzt zwar gößer ist, aber hey so ist das nunmal. Mit dem Geld kann man sich entspannt im Luxus zur Ruhe setzen, aber das ist wohl nicht genug..
3. Kurzform
genesys 17.05.2011
Hier die Geschichte in Kurzform: Nerd mit Hirn schlägt 2 Olympioniken, die offensichtlich weniger Hirn haben. Und die Moral der Geschichte ist: Wahre Werte kann man nicht immer auf den ersten Blick erkennen. Der Stoff, aus dem Nerdträume sind.
4. Lol
Altesocke 17.05.2011
Zitat von Bernd_1961Eim Zehntel der 45 Mio würden mir genügen, um für den Rest meines Lebens von den Zinsen sorgenfrei leben zu können. Bescheiden, aber sorgenfrei.
Genau, ein voellig bescheidenes Leben. Bei realistisch einfachst moeglichen 2% (nach Quellensteuer) stellt man fest, das 90.000 Euro gerade eben fuer ein bescheidenes Auskommen sorgen! Halt nur alle paar Jahre einen Porsche kaufen, dann klappt das schon!
5. + 95.000.000€
shi 17.05.2011
---Zitat--- Die Brüder hatten bei dem Vergleich 20 Millionen Dollar in bar bekommen sowie Facebook-Aktien, deren Wert das Unternehmen damals auf 45 Millionen Dollar angesetzt hatte. Facebook betont, mit der gestiegenen Bewertung habe der Deal für die Zwillinge nun einen Wert von 140 Millionen Dollar. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,762959,00.html ---Zitatende--- Es sind also doch noch ein paar Dollar mehr. Damit ein "bescheidenes" Leben führen zu können, halte ich ebenfalls für unglaublich dekadent.
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Soziale Netzwerke
Facebook
DPA
Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach eigenen Angaben hat Facebook 845 Millionen aktive Mitglieder weltweit (Dezember 2011). Mehr zu Facebook auf der Themenseite.
Google+
Google+ ist der Versuch, den sozialen Funktionen von Facebook und Twitter etwas entgegenzusetzen. Das soziale Netzwerk wurde im Juni 2011 gestartet und hat nach Firmenangaben rund 170 Millionen Nutzer (April 2012). Der Funktionsumfang ist rein aus Nutzersicht vergleichbar mit Facebook, Schnittstellen für externe Entwickler sind allerdings eingeschränkt. Google animiert seine Nutzer, das Netzwerk als zentralen Hub für seine Dienste zu nutzen. Mehr zu Google+ auf der Themenseite.
Twitter
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Der auf kurze Textnachrichten spezilalisierte Dienst Twitter wurde im Juli 2006 gegründet. Populär wurde der Dienst als Verteilnetzwerk für Links, Fotos und Videos. Twitter zählt nach eigenen Angaben mehr als 140 Millionen Nutzer (März 2012). Mehr zu Twitter auf der Themenseite.
Xing
Xing (früher OpenBC) wurde 2003 von Lars Hinrichs gegründet. Nach eigenen Angaben hat Xing über 11,7 Millionen Mitglieder (Stand: Dezember 2011), etwa acht Prozent haben einen kostenpflichtigen Premium Account. Bei Xing geht es vor allem um berufliche Kontaktaufnahme. Mehr zu Xing auf der Themenseite...
StudiVZ
Ehssan Dariani hat die Studenten-Community StudiVZ 2005 gegründet. Zuerst investierten Lukasz Gadowski und Matthias Spiess in StudiVZ, später finanzierten es vor allem die Gebrüder Samwer - bekannt für die Klingeltonfirma Jamba - und der Venture-Capital-Arm des Holtzbrinck-Verlags ("Die Zeit", "Handelsblatt"). Im Januar 2007 übernahm Holtzbrinck StudiVZ. Derzeit haben die Plattformen studiVZ.net, schuelerVZ.net und meinVZ.net nach eigenen Angaben rund 17,4 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2011). Mehr zu StudiVZ auf der Themenseite...
Lokalisten
Im Mai 2005 gegründet, hat das Netzwerk Lokalisten nach eigenen Angaben (Stand Juli 2010) inzwischen 3,6 Millionen Nutzer. Mehr zu Lokalisten bei Wikipedia...
Spin.de
Das 1996 in Regensburg gegründete Unternehmen Spin betreibt ein eigenes soziales Netzwerk, aber auch integrierte Unter-Communitys mit regionalem Fokus, die mit Partnern vor Ort (Lokalradios vor allem) betrieben werden. Nach eigenen Angaben (Stand Februar 2011) hat Spin.de eine Million aktive Mitglieder. Mehr zu Spin.de bei Wikipedia...
Wer kennt wen
Wer-kennt-wen wurde von den beiden Studenten Fabian Jager und Patrick Ohler gegründet. Seit Februar 2009 gehört das Netzwerk vollständig RTL Interactiv, die Gründer schieden Ende August 2010 aus. Das Netzwerk hat laut Betreiber über 9,5 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2012). Mehr zu Wer-kennt-wen bei Wikipedia...
MySpace
MySpace war 2006 das populärste soziale Netzwerk in den USA. Ein Jahr zuvor war es von Rupert Murdochs News Corporation gekauft worden. Bekannt wurde es durch die Möglichkeit, Musik einzubinden. Künstler und Bands nutzten die Plattform als Marketingplattform. Zeitweise hatte MySpace mehr als 220 Millionen Nutzer, nach Berechnungen von Google rund 30 Millionen Nutzer (Dezember 2011). Mehr zu MySpace auf der Themenseite...

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