iMessage Berliner Unternehmer klagt gegen Apple

Weil Apples Messenger-Dienst iMessage so ähnlich klingt wie der Firmenname e*message, geht das deutsche Unternehmen gerichtlich gegen den Konzern aus Cupertino vor. Die Chancen stehen zunächst gut.

Icon von Apples Nachrichten-App iMessage
TMN/ Andrea Warnecke

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Ein Berliner Unternehmer stört sich so sehr am Namen von Apples Messenger-App iMessage, dass er vor dem Landgericht Braunschweig gegen den US-Konzern klagt. Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, will die Firma erreichen, dass Apples Dienst nicht mehr mit dem eigenen verwechselt wird. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte.)

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Heft 43/2018
Wie ein grausiges Verbrechen die Weltpolitik erschüttert

Der Kläger, Dietmar Gollnick, ist Chef des Funknetzbetreibers e*message, der seit 2000 am Markt vertreten ist. Apple, wertvollster Konzern der bisherigen Börsengeschichte, brachte sein Produkt iMessage erst 2011 heraus. Der Dienst iMessage wird wie e*message für das Versenden von Nachrichten benutzt, wenngleich die Technologie dahinter eine andere ist.

Pager oder Messenger

Golnicks Firma e*message bietet sogenannte Pagerdienste an. Pager sind Meldeempfänger, die etwa Rettungsdienste, Krankenhäuser, aber auch Energieversorger nutzen, um in Notlagen ihr Personal zu alarmieren. Baden-Württembergs Schulen nutzen Gollnicks Dienste für die Benachrichtigung von Lehrern bei Amokläufen, Hunderte Feuerwehren von Rostock bis zur Werksfeuerwehr von Porsche dirigieren ihre Einsatzkräfte per e*Message.

iMessage hingegen ist vor allem im Endkundenmarkt bekannt und gehört zu den am weitesten verbreiteten Services von Apple, jede Sekunde werden darüber weltweit schätzungsweise 200.000 Nachrichten verschickt. Er funktioniert ähnlich wie eine SMS, die Nachricht wird aber über das Internet übertragen und ist grundsätzlich verschlüsselt, wenn auch der Empfänger iMessage benutzt.

Ein Urteil im Streit wird für November erwartet. Das Landgericht Braunschweig deutete an, dass es den Argumenten gegen Apple folgen könnte. Apple erklärte, man kommentiere "prinzipiell keine offenen Verfahren". Sollte das Gericht dem Konzern verbieten, das Wort iMessage wie bisher zu verwenden, dürfte der billionenschwere iPhone-Hersteller vor den Bundesgerichtshof ziehen. Aber auch Gollnick ist entschlossen, die Sache durchzufechten.

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insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
BassErstaunt 19.10.2018
1. Der stört sich nicht daran...
... der will verdienen. Kein Mensch mit einem IQ größer 2.5 wird iMessage mit einem Pager verwechseln und man muss schon ausgerechnet das deutsche Produkt englisch und das englische Produkt deutsch aussprechen, damit das gleich klingt. Aber bei deutschen Juristen kann man damit auch 2018 sicher noch punkten. Viele sind noch verwirrt, dass es nun Kugelkopf-Schreibmaschinen gibt. Der Unternehmer ist nur clever. Kommt er damit durch, dürfte Apple kaum einen neuen Namen suchen, sondern lieber etwas zahlen. Vermutlich eine Kleinigkeit für Apple - aber für ein kleines Unternehmen ein ordentlicher Batzen.
DerAndereBarde 19.10.2018
2. Jurismus
Freidrehende Prozesshansel, absurder Streit. Wie spricht man eigentlich den blöden Stern? Ist das was mit Gender? Und ich dachte schon, die Klage der Groß-Brauerei Warsteiner gegen die wesentlich ältere Privatbrauerei Wallersteiner wäre der moralische und intellektuelle Tiefpunkt gewesen...
noerglerfritz 19.10.2018
3. @BassErstaunt
Genau das habe ich auch sofort gedacht. Natürlich wird Apple sich nicht von dem Namen "iMessage" abwenden. Also werden sie am Ende zahlen, und zwar eventuell sehr viel - zumindest viel für den Kläger.
power.piefke 19.10.2018
4. @ BassErstaunt
gegen Verstöße von Apple darf man nicht klagen, weil der Apple-Sektenchef alles kann und darf - oder wie? Vollkommen in Ordnung ist es allerdings, wenn Apple einen Wettbewerber verklagt, weill der sein handy an den ecken abrundet...
xees-ss 20.10.2018
5.
Es hat ja auch lange gedauert bis google sein gmail in Deutschland anbieten konnte, warum soll Apple hier nicht auch Strafgeld zahlen weil versäumt wurde den Namen zu schützen oder nachprüfen zulassen
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