Von Richard Meusers
Von wegen grüne Wolke: Einer Greenpeace-Studie zufolge arbeiten Apple und Microsoft hauptsächlich mit Energie aus Kohle- und Atomkraftwerken. Scharfe Kritik übte Greenpeace bei der Vorstellung der Studie Mitte April auch an den Plänen von Microsoft: Der Konzern plane den Ausbau des Rechenzentrums in Virginia, das ebenfalls stark auf Kohle und Atomkraft setze.
Nun ruft Greenpeace Internet-Nutzer auf, bei Amazon, Apple und Microsoft per Protest-E-Mail einen Verzicht auf Strom aus Kohlekraftwerken einzufordern. Um gegen den "schmutzigen Strom" zu protestieren sollen die Teilnehmer bei der Online-Kampagne fordern, dass die Cloud-Betreiber ihren Strombedarf aus erneuerbaren Quellen decken. In Protestvideos lässt Greenpeace staubige Arbeiter im Blaumann die Wolke mit Kohle beheizen, in einer Verballhornung typischer Apple-Werbeclips zeigt der Blick durch iPhones und iPads stets eine Welt, in der Kohle, Ruß und Staub eine zentrale Rolle spielen.
Der Strombedarf der weltweit errichteten Rechenzentren zum Betrieb der Datenwolken-Dienste ist schon jetzt immens. Gegenwärtig zeichnet zum Beispiel der über Amazons Server abgewickelte Datenverkehr einer Untersuchung zufolge bereits für ein Prozent des weltweiten Gesamt-Traffics im Netz verantwortlich. Und dieser Anteil dürfte schnell weiter wachsen. Erst vor wenigen Tagen erklärte ein Amazon-Manager, er erwarte, dass die Unternehmen ihre Daten zunehmend von hauseigenen Servern in die Cloud verlagern würden, in 20 Jahren sei dieser Umwandlungsprozess mit großer Wahrscheinlichkeit abgeschlossen.
Finnisches Gericht verurteilt Provider zur Datenherausgabe
In Finnland haben der Interessenverband der Musikindustrie Ifpi und der Komponistenverband Teosto vor einem Bezirksgericht in Helsinki erstritten, dass Internetprovider persönliche Informationen zu Nutzern von insgesamt 82 IP-Adressen herausgeben müssen. "TorrentFreak" berichtet über den Fall, von den IP-Adressen aus sei das Debüt-Album eines finnischen Nachwuchssängers online angeboten worden, wenige Tage vor Veröffentlichung.
Das Gericht entsprach dem Ansinnen und ordnete Entsprechendes an. Antti Kotilainen, Sprecher der finnischen Anti-Pirateriegruppe TTVK, die die fraglichen IP-Adressen ermittelt hatte, erklärte: "Jeder Fall wird gesondert untersucht. Die Konsequenzen werden sich von Entschädigungszahlungen bis zu Strafermittlungen wegen Kriminalität bewegen."
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