Netzwelt-Ticker: Jeder Dritte hat ein Smartphone

Von

Die Tage einfacher Handys sind gezählt. Bereits ein Drittel der Deutschen besitzt Mobiltelefone mit Computerfunktionen - Tendenz steigend. Außerdem im Überblick: US-Regierung mauert bei Megaupload, ein Flughafen-Kontrolleur klaut reihenweise iPads - und vieles mehr.

iPhone 4: Smartphones werden immer beliebter Zur Großansicht
REUTERS

iPhone 4: Smartphones werden immer beliebter

Smartphones laufen herkömmlichen Handys, den sogenannten Feature Phones, in Deutschland den Rang ab. Mehr als ein Drittel der Bürger besitze bereits ein hochwertiges Mobiltelefon mit computerähnlichen Funktionen, teilte der Branchenverband Bitkom auf Basis einer Umfrage mit. "Smartphones haben in wenigen Jahren den Handy-Markt aufgerollt und werden mehr und mehr zur Fernbedienung unseres Lebens", sagte Bitkom-Präsidiumsmitglied René Schuster.

Zum Durchbruch hatte den kleinen Minicomputern der Marktstart von Apples iPhone vor rund fünf Jahren verholfen. Seither gehen die Verkäufe von Feature Phones immer weiter zurück. Im Jahr 2011 zählte der Bitkom 11,8 Millionen verkaufte Smartphones, eine Steigerung um 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Verkauf von Feature Phones ging im gleichen Zeitraum um 19 Prozent auf 15,6 Millionen Stück zurück. Im laufenden Jahr dürften die Smartphones den Handys vollends den Rang ablaufen und mit einem Anteil von 55 Prozent unter den verkauften Geräten in Führung gehen, schätzt der Verband. Vom Umsatz werden Smartphones dann sogar drei Viertel ausmachen.

US-Regierung will Megaupload-Daten löschen lassen

Das Hickhack um den beschlagnahmten Datenbestand des stillgelegten Filehosters Megaupload geht in die nächste Runde. Der von Megaupload beauftragte Speicherdienst Carpathia will, wie Heise.de berichtet, nicht mehr auf den laufenden Kosten von 37.000 Dollar im Monat sitzen bleiben. Am Erhalt der Daten ist Megaupload interessiert, weil mit dem Material bewiesen werden soll, dass der Dienst auch zu legalen Zwecken genutzt wurde. Ein Ansinnen, das die Kläger kalt lässt. Das US-Justizministerium habe der Löschung zugestimmt, alle nötigen Daten seien zur Beweissicherung kopiert worden, die Speicherkosten dürften den Steuerzahlern nicht länger zugemutet werden.

Laut "Ars Technica" ist die US-Regierung bemüht, Megaupload eine Verteidigung vor Gericht schwer zu machen. Die Kanzlei Quinn Emanuel Urquhart and Sullivan wollte Gelder aus dem beschlagnahmten Vermögen zur Bezahlung der Anwaltskosten loseisen. Den entsprechenden Antrag der Anwälte konterte die US-Regierung mit Einsprüchen. Ohne das Geld aber, so die Kanzlei, werde es Megupload nicht möglich sein, einen einen erfahrenen Rechtsbeistand zu engagieren. Womöglich könnte es für Megaupload schwer werden, überhaupt einen Anwalt zu bezahlen.

Die Staatsanwälte halten dagegen: Immerhin habe die Regierung Neuseelands dem Megaupload-Gründer Kim Dotcom bereits monatliche Zahlungen in Höhe von 48.000 Dollar bewilligt. "Es wird schwer zu beweisen sein", so ihr Argument, "dass man mit einem solchen Einkommen keinen kompetenten Rechtsbeistand bezahlen kann."

Unterstützung für EU-Überwachungsprojekt Indect schwindet

Das polnische Innenministerium und die Polizei des Landes haben ihre Unterstützung für das EU-Forschungsprojekt Indect zur Entwicklung eines intelligenten Multisensor-Überwachungssystems zurückgezogen. Eine Ministeriumssprecherin sagte am Freitag der polnischen Nachrichtenagentur PAP, die Polizei verfüge bereits jetzt über "ausreichende Mittel um die Öffentliche Ordnung sicherzustellen."

Im Oktober 2011 bestritt das Bundeskriminalamt einen Bericht des ARD-Magazins "Kontraste", laut dem das Amt am beteiligt sei. Vor der Kamera hatte der Geschäftsführer eines der am Projekt beteiligten Unternehmen erklärt, das Bundeskriminalamt (BKA) sei beratend und betreuend beteiligt. Tatsächlich, erklärte das BKA seinerzeit, sei 2007 von Seiten der University of Science and Technology in Krakau, die mit der Leitung des Indect-Projektes betraut ist, eine Partnerschaft angeboten worden. Dies habe das BKA "aufgrund des umfassenden Überwachungsgedankens des Projektes" jedoch abgelehnt.

Vietnamesische Blogger angeklagt

Die Staatsanwaltschaft in Vietnam hat wegen der Verbreitung regierungsfeindlicher Propaganda Anklage gegen drei prominente Blogger erhoben. Der Anwalt Ha Huy Son erklärte am Montag, bei den Angeklagten handele es sich um seinen Mandanten Nguyen Van Hai sowie Phan Thanh Hai und Ta Pong Tan. Die staatliche Zeitung "Ho Chi Minh City Law" berichtete, den drei Männern werde vorgeworfen, sich in 421 Artikeln ihrer Blogs dem Staat widersetzt zu haben. Alle Beschuldigten gehören dem verbotenen Club Freier Journalisten an. In Vietnam stehen alle Medien unter staatlicher Kontrolle. Bei einer Verurteilung drohen den Männern bis zu 20 Jahre Haft.

mak/dapd

Flughafen-Kontrolleur wegen acht iPad-Diebstählen angeklagt

Ein Angestellter der amerikanischen Transportation Security Administration (TSA), die unter anderem für die Sicherheit an 450 US-Flughäfen zuständig ist, wurde als Langfinger überführt. Der Mann arbeitete am Flughafen Dallas an der Gepäckkontrolle und konnte sich so acht der begehrten Apple-Plattrechner angeln, die Reisende in ihren Koffern mitgeführt hatten. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Mannes wurde die Polizei fündig. Eines der Opfer, das bereits seit Mai 2011 sein iPad vermisst, war sehr überrascht, als ihn die Beamten jetzt kontaktierten. "Ich dachte, es wäre mein Fehler gewesen und ich hätte es liegengelassen", so der Student zu "Fox News".

Während die TSA erklärte, das nicht akzeptierbare Verhalten dieser Einzelperson würde keinesfalls die Einstellung der fast 50.000 Sicherheitsbeamten widerspiegeln, muss der Dieb im Falle seiner Verurteilung mit einer Strafe zwischen zwei und zehn Jahren Haft rechnen.

Auch das noch:

  • Diese Woche läuft Julian Assanges Fernsehshow "The World Tomorrow" an. Am Dienstag soll die erste von zwölf Folgen beim Staatssender "Russia today" ausgestrahlt werden. Alle Episoden seien nun fertig abgedreht, in denen verschiedene Personen, "Politiker, Revolutionäre, Intellektuelle, Künstler und Visionäre" interviewt wurden.
  • Facebook schnappte Twitter den Bilderdienst Instagram vor der Nase weg, berichtet die "New York Times". Immerhin war Twitter-Mitgründer Jack Dorsey einer der Investoren, die im Februar 2011 mehrere Millionen Dollar in den Service investierten. Als Zeichen von Dorseys Verschnupftheit über den entgangenen Deal könne die Tatsache gewertet werden, dass er nach Bekanntgabe des Instagram-Kaufs durch den großen Konkurrenten schlagartig aufgehört habe, den zuvor fleißig genutzten Sharing-Dienst zu verwenden.

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
Daniel 1956 16.04.2012
Wozu braucht Mensch ein Smafo? Völlig überflüssiger Schnick-Schnack!
2.
spatenheimer 16.04.2012
Zitat von Daniel 1956Wozu braucht Mensch ein Smafo? Völlig überflüssiger Schnick-Schnack!
Als wäre das für die Kaufentscheidung ausschlaggebend.
3. wozu
Nonvaio01 16.04.2012
Zitat von Daniel 1956Wozu braucht Mensch ein Smafo? Völlig überflüssiger Schnick-Schnack!
braucht ein Mensch ein Auto, voellig ueberfluessig totaler quatsch, das haben die im wilden westen wohl auch damals gesagt.
4.
achim33 16.04.2012
Zitat von Daniel 1956Wozu braucht Mensch ein Smafo? Völlig überflüssiger Schnick-Schnack!
Das wurde auch gesagt, als die ersten Handys rauskamen. Wozu unterwegs telefonieren? kann man doch von zuhause oder der Telefonzelle - völlig überflüssiger Schnick-Schnack Computer? Völlig überflüssiger Schnick-Schnack! "Ich bin überzeugt, daß weltweit ein Bedarf nach nicht mehr als 5 Computern besteht." (Thomas J. Watson, Präsident von IBM, 1943) Radio? Völlig überflüssiger Schnick-Schnack! "Die drahtlose Musikbox hat keinen denkbaren kommerziellen Wert. Wer würde für eine Nachricht bezahlen, die zu niemanden direkt gesendet wird?" David Sarnoff's Antwort Kompagnons in Rückmeldung zur Investition in das Radio in den 1920ern Auch das Auto wurde in seiner Anfangszeit von vielen totgeredet "Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten - allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren." Gottlieb Daimler, Erfinder, 1901 Viele Menschen wollen heute die Fuktionen eines Smartphones nichtmehr missen. Vorallem in in Fremden Städten fungiert es als Stadtplan, Auskunft, Nachrichtenquelle und Übersetzer. Anstelle 10 Sachen mitzuschleppen genügt ein kleines Handy. Braucht man das? NEIN Ist es praktisch? JA Alles was über die Erfüllung der Grundbedürfnisse hinausgeht (Essen, Trinken, Schlafen usw) ist Luxus. den man nicht unbedingt braucht, jedoch das leben erheblich einfahcer machen kann. Und gerade deshalb forschen wir Menschen doch. Weil wir "Faul" sind und deshalb möglichst alles bestmöglichst effektiv mit einem mindestmaß an Aufwand betreiben. Auch heute noch kann man mit der Hand buddeln anstelle anstelle Dynamit und Bohrer für den Bergbau zu verwenden. Diese Erfindungen haben, genau wie ein Smartphone uns das Leben nunmal erleichtert. Natürlich darf man den die heute Entwicklung kritisieren und muss nicht alles gut finden. Über die negativen Auswirkungen auf die Gesellschaft kann man gerne diskutieren, aber dann bitte mit etwas geistreicheren als: völlig überflüssiger Schnick-Schnack!.
5.
Daniel 1956 16.04.2012
"Wozu braucht Mensch ein Smafo? Völlig überflüssiger Schnick-Schnack!" Schön, diese, allem Anschein nach, ernsthaft gemeinten Gegenreden. Herrlich! Ich könnt' mich kugeln. Da macht mir die über App gesteuerte Modellbahn gleich noch mehr Spaß.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Web
RSS
alles zum Thema Netzticker
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 7 Kommentare
Zum Autor
  • Richard Meusers schreibt als Autor für SPIEGEL ONLINE über die Digitalisierung.

Netzwelt auf Twitter

Über diesen Account erreichen Sie das Ressort und verpassen keinen Artikel.



Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Einfach und bequem: Direkt bei Amazon kaufen.