In eigener Sache Last.fm vorläufig deaktiviert

Trotz eingehender vorhergehender Prüfung erwies sich der Jugendschutzfilter des Last.fm-Angebotes bei SPIEGEL ONLINE als noch nicht dicht genug. SPIEGEL ONLINE bietet den Musikdienst deshalb vorerst nicht weiter an, bis eine technische Lösung gefunden ist.


Das Mitmach-Web ist eine feine Sache, aber es hat auch seine Schattenseiten. Wenige Stunden, nachdem SPIEGEL ONLINE und der innovative, mehrfach ausgezeichnete Musikdienst Last.fm am Donnerstag ihrer Kooperation begannen, entdeckten findige Nutzer unseres Angebotes Lücken im Jugendschutz-Filter des Musikdienstes. Diesen hatte Last.fm implementiert, um den Zugriff auf rechtsradikale und andere illegale oder nicht jugendgerechte Inhalte zu verhindern. Trotz vorhergehender, zunächst zufrieden stellender Prüfung erwies sich der Filter nun als noch nicht dicht genug.

Am Freitagmittag fror darum SPIEGEL ONLINE in Absprache mit Last.fm das gemeinsame Angebot vorerst ein. Es ist ausdrücklich weder im Interesse von SPIEGEL ONLINE, noch von Last.fm, solche Inhalte zugänglich zu machen. Last.fm arbeitet derzeit an technischen Lösungen, den Filter zu optimieren.

Nebenwirkung der Nutzer-Interaktion

Das Problem ist durchaus vielschichtig. Die Last.fm-Datenbank erlaubt den Nutzern zahlreiche Web-2.0-typische Interaktionen. Bei einem Zehntausende von Seiten umfassenden Angebot, das in großen Teilen von seinen Nutzern selbst mit ausgestaltet wird, ist eine völlige Sicherheit nur sehr schwer zu erreichen.

Filter lassen sich durch das Kaschieren von Inhalten betrügen, hier sind die Betreiber auch auf die Mitarbeit der Nutzerschaft angewiesen. Einige Angebote, auf die uns Nutzer von SPIEGEL ONLINE hinwiesen, werden zurzeit geprüft und gegebenenfalls in den nächsten Stunden aus den Datenbanken von Last.fm gestrichen. Das Team von Last.fm ist jedoch optimistisch, bald eine verbesserte technische Lösung anbieten zu können.

Wir bedauern, Ihnen den hoch unterhaltsamen Dienst bis dahin nicht weiter anbieten zu können.

pat



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