Infografiken Die US-Wahl mit Pommes und Burgern

Leckere Wahlgrafiken: Zwei Illustratorinnen haben das Rennen um die US-Präsidentschaft mit Hamburgern und Pommes in Diner-Optik illustriert. Die ungewöhnlichen Fotos haben nicht nur etliche Kalorien in sich, sondern jede Menge Informationen.

Lisa Rienermann, Anna Lena Schiller, Sylke Gruhnwald, CC-Lizenz (NC-BY-SA)

Der Hamburger ist das amerikanische Gericht schlechthin. Das Land von McDonald's und Burger King kann auf eine lange Tradition von Burger-Bratereien zurückblicken, auf Schnellrestaurants mit offenen Küchen, viel Edelstahl und fettigem Essen. Als Präsident Barack Obama in einem Diner seinen Burger mit Senf statt Ketchup orderte, sorgte das ebenso für aufgeregte Berichte wie die Tatsache, dass sein Herausforderer Mitt Romney im Wahlkampf jüngst vegetarische Burger verzehrte.

Was liegt also näher, als die US-Wahl mit Burgern und Pommes zu illustrieren? Die beiden Designerinnen Anna Lena Schiller und Lisa Rienermann haben eine ganze Serie in Fast-Food-Optik fotografiert: Statistik aus Hackfleisch, Koordinatensysteme aus Pommes, Zahlen aus Mayo.

Teller für Teller wird beispielsweise gezeigt, wie viele der 309 Millionen "US Burger" überhaupt wählen dürfen - und wie viele davon wirklich im Wahllokal aufkreuzen. Was sie dort dann wohl ankreuzen, illustrieren die Gewürzsoßen: Wie beliebt Obama in den Umfragen ist, zeigt eine Linie aus Ketchup; daneben steht ein Graph aus Senf für die Werte von Romney. So gesehen ist der Wahlkampf übrigens eine schmierige Angelegenheit, denn die Umfragewerte liegen so nah beieinander, dass es auf dem Teller zum Senf-Ketchup-Gemenge kommt.

Die Würstchen im Wahlkampf sind die Deutschen. Mit Hot Dogs bilden die Künstlerinnen die Wahlkampfspenden deutscher Firmen ab: Die dicksten hat die Deutsche Bank, halbe Portionen sind dagegen Siemens und Allianz, und den kleinsten Wurstzipfel hat BMW. 250 Dollar hat das Unternehmen demnach für Obama gespendet.

"Am Ende haben wir alles aufgegessen"

"Binders full of Burgers" haben sie ihre Fotostrecke genannt, in Anspielung auf Mitt Romneys verunglückten Ausspruch von "Ordnern voller Frauen". Die Infografiken sind in erster Linie ein Spaßprojekt. Zur Wahl in Berlin hatten die beiden spontan Waffeln gebacken und zu Infografiken gestylt. Mit den "Wahlwaffeln" hatten sie so viel Spaß, das sie beschlossen, wieder zusammenzuarbeiten.

Diesmal mit mehr Vorbereitung: Für die Recherche der Fakten haben Sie sich über das Web Hilfe gesucht und die NZZ-Journalistin Sylke Gruhnwald gefunden. Insgesamt eine Woche haben sie für die "Binders full of Burgers" schließlich gearbeitet. "Wir hoffen, dass die Bilder noch einmal einen anderen Zugang zu den recht trockenen Zahlen schaffen", sagt Rienermann. Vor allem aber machen sie hungrig.

Entstanden sind die Infografiken ganz ohne Tricks. Beim Fotografieren für Kochbücher und Werbung kommt sonst schon mal Haarspray zum Einsatz, um einen appetitlichen Glanz vorzutäuschen. "Man sieht sofort, wenn Essen ein paar Minuten länger herumliegt", sagt Rienermann, die gerade Fotos für ein Kochbuch für Kinder gemacht hat. Ihr einziger Trick: schnelles Arbeiten. "Am Ende haben wir alles aufgegessen."

ore

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 23 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
enforca 06.11.2012
1. Deutsche Unternehmen für Romney
Bei Bild 12 hat sich ein Fehler eingeschlichen... Siemens gibt NICHT mehr für Obama, sondern nur dreitausend Dollar, für Romney hingegen 17355 Dollar(leider)
enforca 06.11.2012
2. Achso
ok, vergessen sie es, habe die Grafik jetzt erst kapiert ;)
Saïph 06.11.2012
3.
Zitat von sysopLisa Rienermann, Anna Lena Schiller, Sylke Gruhnwald, CC-Lizenz (NC-BY-SA)Leckere Wahlgrafiken: Zwei Illustratorinnen haben das Rennen um die US-Präsidentschaft mit Hamburgern und Pommes in Diner-Optik illustriert. Die ungewöhnlichen Fotos haben nicht nur etliche Kalorien in sich, sondern jede Menge Informationen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/infografiken-die-us-wahl-mit-pommes-und-burgern-a-865435.html
Wenigstens auf korrekte Rechtschreibung hätte man achten können, oder ist die "Kinderhandschrift" bewusst so gewählt?
Stefan_G 06.11.2012
4. Ganz nette Idee aber...
... in welchem Paralleluniversum hat Gerald Ford 1976 gegen Jimmy Carter gewonnen?? (siehe Bild 16) Ford ist bis heute der einzige Präsident, der nie gewählt wurde. Er war Nixons Vizepräsident, wurde nach dessen Rücktritt Präsident und unterlag 1976 bei seiner 1.Wahl (überraschend) Jimmy Carter.
spon-1203191786232 06.11.2012
5. Das 1976 Ford Carter
Zitat von sysopLisa Rienermann, Anna Lena Schiller, Sylke Gruhnwald, CC-Lizenz (NC-BY-SA)Leckere Wahlgrafiken: Zwei Illustratorinnen haben das Rennen um die US-Präsidentschaft mit Hamburgern und Pommes in Diner-Optik illustriert. Die ungewöhnlichen Fotos haben nicht nur etliche Kalorien in sich, sondern jede Menge Informationen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/infografiken-die-us-wahl-mit-pommes-und-burgern-a-865435.html
geschlagen hat ist definitiv falsch. Wieso veröffentlicht SPON so einen Unsinn? Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 1976 (http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4sidentschaftswahl_in_den_Vereinigten_Staaten_1976) Sorry SPON ihr wart schon mal besser.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.