Manchem dürfte bei diesem Videoclip allein vom Zusehen schwindelig werden. Dabei beginnt es ganz ruhig: An einem sonnigen Wintertag quert ein Mann ein Felsplateau, zwischen leichten Schneefeldern hindurch, bis er an eine Schlucht kommt. Dort hebt er den Bogen in seiner Hand, an dem ein Seil befestigt ist. Er setzt an, spannt und schießt. Der Pfeil bleibt im Gestrüpp über der gegenüberliegenden Steilwand stecken, der Mann schnallt sich selbst fest - und springt.
Und nicht nur er. Es folgen atemberaubende Bilder von jungen Menschen, die sich waghalsig in die Tiefe stürzen und über der Schlucht hin und her schaukeln. In ihren Gesichtern sieht man die Angst und den Spaß. Sie schlagen Saltos von der Klippe, balancieren über das gespannte Seil und springen mit dem Fallschirm ab - und überall ist die Kamera dabei.
Das Video ist erst seit wenigen Tagen im Netz und hat schon mehrere Millionen Klicks eingesammelt. Eingestellt hat es Devin Graham alias "Devinsupertramp", der mit seinen spektakulären YouTube-Filmen bekanntgeworden ist. Vor fast genau einem Jahr hat er einen ähnlichen Film veröffentlicht, in dem die Sportler unter einem riesigen Gesteinsbogen schaukeln. Andere Filme zeigen schräge Wasserkunststücke im Meer oder eine Art Extrem-Dreiradrennen. Seine Clips von Stunts und Kunststücken haben mittlerweile viele Fans - und er kann davon leben.
Mann schubst seine Freundin in die Tiefe
Zu dem Video von der Schluchtschaukelei gibt es ein Making-of-Video, in dem zu sehen ist, wie viel Arbeit in so einem Film steckt. Denn natürlich hängen die Extremsportler nicht an einem dürren Strauch, wie es die "Rahmenhandlung" suggeriert, sondern an einer fest gesicherten Seilkonstruktion. Gefilmt werden sie unter anderem von einem Octocopter aus, also einem ferngesteuerten Hubschrauber mit acht Propellern. Der schwebt über der Tiefe und kann das Geschehen auch aus ungewöhnlichen Perspektiven aufzeichnen.
Grotesk ist übrigens das Ende des Werkstattfilms - und hoffentlich gestellt: Die Freundin eines Springers soll es auch einmal versuchen, traut sich aber nicht. Zitternd und weinend zögert sie jedes Mal, wenn sie das Startsignal zum Sprung bekommt. Irgendwann schubst ihr Freund sie einfach in die Tiefe - aus der schließlich der Schrei ertönt: "Ich trenne mich von dir." Der Gemeinte lacht nur und sagt, der Sprung sei so eine tolle Erfahrung. "Eines Tages wird sie es mir danken."
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels war von einem Quadcopter die Rede. Korrekt muss es Octocopter heißen. Wir haben dies korrigiert.
juh
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