Foto-App: Instagram verliert die Hälfte seiner Stammkunden

Seit dem Netzprotest an den neuen Richtlinien sinken die Nutzerzahlen beim Fotodienst Instagram zum Teil rapide. Doch für Trauerbekundungen ist es noch zu früh.

Instagram auf dem Smartphone: Seit Dezember hat sich die Zahl der Poweruser halbiert Zur Großansicht
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Instagram auf dem Smartphone: Seit Dezember hat sich die Zahl der Poweruser halbiert

Die allgemeine Empörung nach der Einführung der neuen Richtlinien für den Bilderdienst Instagram Mitte Dezember hat sich möglicherweise deutlich auf die Nutzerzahlen ausgewirkt. Laut den Zahlen von Appstats, einem Angebot, das Daten über die Nutzung von Facebook-Applikationen veröffentlicht, hat sich die Zahl der täglichen Instagram-Nutzer von Mitte Dezember 2012 bis Mitte Januar 2013 mehr als halbiert. Während es am 17. Dezember 2012 noch gut 16,3 Millionen Zugriffe auf den Foto-Service gab, waren es am 15. Januar 2013 nur noch knapp 7,4 Millionen.

Viele Beobachter sehen nun bereits das Ende des beliebten Bilderdienstes nahen. Nicht genug, dass Instagram die treue Nutzerschaft durch sein Hin und Her bei der Formulierung seiner AGB vergrätzt habe. Zusätzlich hätten andere Foto-Apps längst nachgezogen, was nostalgische Retro-Effekte zur Bildgestaltung angehe.

Doch vielleicht ist es zu früh, bereits das Sterbeglöckchen zu läuten. Schon ein weiterer Blick in die Nutzerstatistiken kann Instagram-Fans beruhigen. Zwar ist der erwähnte Rückgang innerhalb eines 30-Tage-Zeitraums nicht von der Hand zu weisen; allerdings bezieht der sich nur auf die täglich aktiven Nutzer. Wird der Fokus auf die Anzahl der monatlich aktiven User erweitert, verschwindet dieser kurzfristige Negativ-Effekt.

Im genannten Zeitraum nahm die Zahl der Gelegenheitsnutzer von knapp 42 Millionen sogar auf über 48 Millionen zu. Inwieweit sich die Aufregung um die Instagram-AGB tatsächlich auf den Zuspruch der Nutzer auswirken wird, bleibt abzuwarten. Es ist zwar denkbar, dass Instagram unter den täglich anwesenden Powerusern an Reputation eingebüßt hat, das allgemeine Publikumsinteresse hält jedoch offenbar an.

Nach heftiger Kritik an seinen neuen Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen hatte der von Facebook übernommene Fotodienst reagiert und eine umstrittene Passage wieder entfernt. In der war ursprünglich die honorarfreie Nutzung von Bildern für Werbezwecken vorgesehen. Diese strich das Unternehmen. Der Mitgründer des Online-Dienstes, Kevin Systrom, erklärte, es liege nicht in der Absicht Instagrams, Nutzer-Fotos zu verkaufen.

meu

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Es gibt eben dinge, die die Welt nicht braucht.
Werner_Missal 16.01.2013
Wer auch im Jahre 2013 immer noch glaubt sog. Sozialnetzwerke, Netzdienste ect ect. für sein Leben unbedingt zu gebrauchen, der soll auch ruhig weiter Träumen und sich im Leben weiterhin von Allem und Jeden verarschen lassen. Solche Menschen muss es schließlich auch geben.
2. Schade, dass es nur ein Traum wäre...
KhunMick 16.01.2013
Fressenbook und Konsorten schalten die Server ein und keine Sau geht hin und loggt ein....
3. optional
macrifice 18.01.2013
So langsam haben die Menschen die Fresse dick von Facebook und Co. So gaaaanz kostenlos ist es dann nämlich nicht und spätestens wenn man plötzlich Anrufe von Firmen bekommt, die einem was verkaufen wollen, mit denen man vorher nie zu tun hatte, oder seine Bilder und Daten an anderen Stellen auftauchen, weiß man, das soziale Netzwerke nicht mal im Ansatz dafür gebaut wurden, um den Menschen damit das Leben leichter zu machen. Oh Wunder, es geht tatsächlich um ein Geschäftsmodell, dass den Menschen, die es nutzen, Geld aus der Tasche zieht, mit Werbung bombardiert oder deren Informationen verkauft. Na ja, mir soll es egal sein, wer so dumm ist, hat es einfach verdient.
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