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US-Regierung: Vernetzte Haushalte? Praktisch für Geheimdienste

US-Geheimdienstdirektor James Clapper: Bericht zu Themen wie Smart Home und künstliche Intelligenz Zur Großansicht
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US-Geheimdienstdirektor James Clapper: Bericht zu Themen wie Smart Home und künstliche Intelligenz

Wer seine Wohnung vernetzt, kann sich den Alltag erleichtern - und anderen vielleicht auch. In einem aktuellen Bericht legt der US-Geheimdienstdirektor nahe, dass das Internet der Dinge beim Spionieren helfen könne.

Nicht nur die Tech-Branche verspricht sich viel vom sogenannten Internet der Dinge. Wenn vom Kühlschrank bis zum Thermostat erst einmal Hunderte Millionen Haushaltsgegenstände mit dem Internet verbunden wären, könnten davon auch die Geheimdienste dieser Welt profitieren - durch Sicherheitslücken, vielleicht aber auch durch Hintertüren, die absichtlich oder gezwungenermaßen in die Geräte eingebaut wurden.

Dass solche Gedanken nicht abwegig sind, zeigt ein aktueller Bericht von James Clapper, dem amerikanischen Geheimdienstkoordinator. In dem "Worldwide Threat Assessment of the US Intelligence Community" betitelten Dokument (hier als 33-seitiges PDF) geht Clapper auf Gefahren und Bedrohungen rund um den Globus ein, "Cyber und Technolgy" ist gleich das erste Thema.

Die Auswirkungen neuer Technik auf den Lebensstil der Gesellschaft und die Arbeit der Geheimdienste seien in den nächsten Jahren größer denn je, beginnt Clapper den Abschnitt. Wenn die Hersteller Geräte auf den Markt brächten, die nur minimalen Sicherheitsanforderungen genügten, dann sei das ein Problem für die zivile Infrastruktur - und für die US-Regierungssysteme. "Diese Entwicklungen werden eine Herausforderung für unsere Cyberabwehr und unsere Spionagepraxis sein, aber auch neue Möglichkeiten für unsere Ermittler schaffen."

Unter dem Stichwort "Internet der Dinge" schreibt Clapper, Geheimdienste könnten mit dem Internet vernetzte Dinge unter anderem zum Identifizieren, zum Überwachen oder zum Orten nutzen, "oder, um Zugang zu Netzwerken und Anmeldedaten zu bekommen". So direkt hat das bislang kein hochrangiger Geheimdienstfunktionär formuliert.

Auch KI und VR sind Themen

Neben dem Internet der Dinge, zu dem Clapper auch selbstfahrende Fahrzeuge zählt, geht der Geheimdienstdirektor im Tech-Teil des Berichts zum Beispiel auf die Entwicklungen in den Bereichen künstliche Intelligenz (KI) und Virtual Reality (VR/AR) ein. Während Clappers Beschreibung zur VR ohne echte Bewertung daherkommt ("VR erlaubt Nutzern Erfahrungen in menschengemachten Umgebungen, die gänzlich von der Realität abgeschnitten sind"), nennt er beim Thema KI konkretere Risiken der Technologie.

Dadurch, dass stärker auf KI gesetzt werde, die selbst Entscheidungen trifft, entstünden neue Schwachstellen für Cyberattacken, warnt Clapper. "Falsche Daten und unvorhergesehenes Verhalten von Algorithmen hat in der Vergangenheit schon Fluktuationen im Aktienmarkt ausgelöst, weil man sich auf den automatisierten Handel von Finanzinstrumenten verlassen hat."

Das Kapitel schließt mit einer Auflistung jener Staaten, die aus Clappers Sicht für die USA die größte Bedrohung im Tech-Bereich darstellen: Russland, China, Iran und Nordkorea. Zusätzlich gibt es noch den Punkt "Nichtstaatliche Akteure", dort sortiert Clapper zum Beispiel Terroristen und die Macher von Erpressersoftware ein.

mbö

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1.
OlafHH 10.02.2016
jaja, Nordkorea ist die größte technologische Bedrohung für die USA. Ist schon klar. Aber da behauptet man ja auch heute noch, dass die Koordinierung der Angriffe vom 11. September aus den Höhlen von Tora Bora heraus erfolgte.
2. Das macht ja mal richtig Lust auf die Zukunft
Senf-Dazugeberin 10.02.2016
Nicht nur, dass man sich wegen der dilettantischen Politik und kriminellen Einwanderern Sorgen macht... jetzt muss man auch noch seine Haushaltsgeräte und zig andere Dinge fürchten.
3. Ohne Internet kein Internet der Dinge
monolithos 10.02.2016
Na, da sind wir in Deutschland ja sicher vor der Überwachung, zumindest außerhalb der Städte. Da ist die DSL-Bandbreite dank unserer Persönlichkeitsrechteschutzmacht Telekom ja so gering, dass noch nicht mal mein Computer vernünftig ins Internet kommt. Wie sollen es dann erst mein Stromzähler, mein Kühlschrank, meine Heizung, mein Fernseher usw. schaffen?
4.
bernb 10.02.2016
Zitat von Senf-DazugeberinNicht nur, dass man sich wegen der dilettantischen Politik und kriminellen Einwanderern Sorgen macht... jetzt muss man auch noch seine Haushaltsgeräte und zig andere Dinge fürchten.
Vor allem muss man sich mal ein bisschen entspannen.
5. schon lange bekannt!
Spiegelleserin57 10.02.2016
wichtige Daten hängt man nicht an Rechner die mit dem Internet verbunden sind. Dass WLANs offen sind weiß wohl jeder heute. Mit den WLAN sind doch Spionagen Tür und Tor geöffnet. Passworte sind nur Fassade und viele glauben sich dahinter sicher ebenso wie bei Pseudonymen. Man sollte schon zu dem stehen was man schreibt und tut.
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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