Internet der Zukunft: Im Netz der Giganten

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Sie dominieren das World Wide Web, jetzt bauen sie es um. Apple, Google, Facebook & Co. weben ein neues, mobiles Netz, das sie zu Beinahemonopolisten macht - sogar Amazon plant nun einen App Store, der diesen Trend befeuern soll. SPIEGEL ONLINE zeigt, wie das Internet zum konzentrierten Markt der Mächtigen wird.

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Facebook-Nutzerin: Wer sind die Mächtigen im Internet von morgen?

Das Internet - das bedeutet unendliche Weite. Kaum Zugangshürden für Menschen, die mitmachen wollen. Offene Standards. Enorme Vielfalt.

Aber sieht so auch das Internet der Zukunft aus?

Zwei Jahrzehnte ist es her, dass Tim Berners-Lee in Genf die Standards für das Web aufschrieb, wie wir es heute kennen. Er legte, gemeinsam mit den Schöpfern der noch älteren Datenübertragungsprotokolle wie TCP/IP, die Grundlage für den Reichtum all der Internetmilliardäre und -millionäre, die zu den neuen Stars der Computerindustrie geworden sind - indem er eine Infrastruktur schuf, die komplett offen ist. Jeder kann sie nutzen. Kostenlos. Jeder kann sie erweitern. Das Internet basiert nicht auf einer geschlossenen Datenbank. Das WWW bevorzugt keine einzelnen Betriebssysteme, keine einzelnen Softwareanbieter oder Computerhersteller. Es ist erst mal für alle da.

Dank dieser Offenheit konnten Konzerne wie Google und Facebook zu den Giganten werden, die sie heute sind. Doch jetzt sind es gerade diese Unternehmen, die im Internet Inseln errichten. Zum Beispiel Amazon. Der Internethändler hat erst an diesem Donnerstag einen Download-Shop nach Apple-Vorbild für seine Kindle-Lesegeräte angekündigt. 30 Prozent der Einnahmen will Amazon behalten und außerdem entscheiden, wer was in dem Inselreich anbieten darf.

So halten es auch andere App-Store-Anbieter und Internetunternehmen, allen voran Apple. Ihre Inseln im Netz sind viel eher geschlossen als offen - und gerade deshalb durchaus auch reizvoll für Unternehmen wie für Nutzer.

Das Marktforschungsunternehmen Gartner sagt voraus, dass schon in drei Jahren mehr Menschen mit Handys und anderen mobilen Geräten ins Internet gehen werden als mit normalen Computern. Das mobile Web wird zum Trend der kommenden Jahre - und es wird anders funktionieren als das WWW. Es wird sich viel stärker auf die Inseln von Amazon, Google, Facebook & Co. fokussieren.

Die Konzerne konzentrieren und parzellieren das Internet und erfinden es dabei neu. SPIEGEL ONLINE analysiert, wie das Netz der Zukunft aussieht - und welche Rolle das mobile Web spielen wird:

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insgesamt 79 Beiträge
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1. Mal wieder
avsch 21.01.2010
Das Gejammere um die ach so bösen Apple und Google u.a. ist doch heiße Luft. Ich kaufe ein Mercedes auch nicht um danach zu fordern, dass bitte von allen anderen Herstellern der Motor hineinpasst. Ich kaufe ein Telefon, weil mir - wie beim Auto - das Gesamtkonzept passt - und siehe da der Käufer entscheidet. Die Konkurrent sollte sich bessere Konzepte ausdenken!
2. Genau, hier gehört ein Titel rein...
Oinki 21.01.2010
Zitat von avschDas Gejammere um die ach so bösen Apple und Google u.a. ist doch heiße Luft. Ich kaufe ein Mercedes auch nicht um danach zu fordern, dass bitte von allen anderen Herstellern der Motor hineinpasst. Ich kaufe ein Telefon, weil mir - wie beim Auto - das Gesamtkonzept passt - und siehe da der Käufer entscheidet. Die Konkurrent sollte sich bessere Konzepte ausdenken!
Ich denke nicht, dass der Bericht eine Anklage gegen die 'großen, bösen' Konzerne ist. Zumal das Internet und die IT-Welt überhaupt schon immer von einigen wenigen Großfirmen dominiert worden ist. Was sich aber in den letzten 20 Jahren genauso gezeigt hat, keiner dieser alles beherrschenden Riesen lebt ewig. Früher waren's mal Commodore und AOL, momentan wird die Luft für Microsoft langsam dünn... Deshalb, keine Panik :-)
3. Schwafel, schwafel, schwafel
serdna 21.01.2010
Ja, wir wissen es, der Spiegel und die Journaille haben den Anschluss verpasst und sind traurig und schuld an allem ist das böse, böse Internet. Back to the roots. Die Genannten, google, facebook, amazon machen einen Bruchteil des Traffics aus. Sie werden immer genannt, weil 0,1 Prozent im Internet halt viel ist, das ist aber immer noch nichts, gegen die Aufteilung der klassischen Medien. Und Hinweis am Rande. Von Monopol spricht man, wenn die Zugangsvorraussetzungen hoch sind. Die sind im Internet Minimal. Dass die Journaille, obwohl die Ausgangsbasis besser war, die hatten ja schon Anzeigen, ebay nicht Paroli bieten konnten, ist halt ein Zeichen grandioser Blödheit. Google verdient ein Drittel seinen Umsatzes mit adsense, nicht adwords, beiteiligt also Seitenbetreiber am Gewinn. Während die Journaille über die Seiten lästert, verdient Google Geld damit. Wer hindert altavista, bing, crawler, fireball, lycos etc. etc. etc. ein Modell wie adsense aufzulegen und Geld zu verdienen? Wer hat wie die Bertelsmänner meint (Lycos) er sei der große Zampano und hätte die Qualität gepachtet, der wird halt platt gemacht. Wo ist das Problem? Facebook. Ich weiß gar nicht, wieviele Community Lösungen es gibt, wer-kennt-wen, orcut, myspace, studivz etc. etc. etc. Wenn es bei Facebook irgendein Problem gibt, sind die weg. So, nun klagt mal gegen google wegen eurem Copyright Gedöns. Da google auf News in Deutschland gar keine Werbung schaltet, schaltet er euch, wenn ihm das Geschwätz zu blöd wird ab und dann ist gut. Dann habt ihr noch weniger Traffic. Der Artikel ist so hohl, bin über die ersten drei Sätze nicht hinausgekommen. Wenn aber der Spiegel überleben will, dann wird er sich Fachleute ranholen müssen. Geschwätz liest man mal durch, während der Kaffee gekocht wird, aber ein business Konzept ist Geschwätz nicht.
4. Die Welt ist vergesslich ...
mamuesp 21.01.2010
Die Eigenschaft, die man Apple jahrelang als Riesenvorteil gegenüber dem Wildwuchs auf M$-Systemen anrechnete, nämlich dass man über die Qualität der Software wachte, die auf den Systemen lief, wird nun ohne weiteres als Nachteil deklariert. Woher der plötzliche Sinneswandel? Die Firma führt ihre Philosophie konsequent fort - vor 25 Jahren war das hip, heute ist es böse ... verkehrte Welt!
5. Neue alte Leier
oberhuber 21.01.2010
Zitat von sysopSie dominieren das World Wide Web, jetzt bauen sie es um. Apple, Google, Facebook & Co weben ein neues, mobiles Netz, das sie zu Beinahemonopolisten macht - sogar Amazon plant nun einen App Store, der diesen Trend befeuern soll. SPIEGEL ONLINE zeigt, wie das Internet zum konzentrierten Markt der Mächtigen wird. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,672654,00.html
SPIEGEL ONLINE zeigt das nicht. SPIEGEL ONLINE schwadroniert und rezitiert krud extrapolierenden US-amerikanischen Technologie Hype. Schwadronieren kann ich auch: In fünf Jahren ist Facebook von vorgestern, Twitter pleite, Google's "Marktanteil" im Sinkflug, Apple wieder ein Nischenanbieter da niemand mehr einen iPod kauft und irgendwelche Wichtigtuer werden das Web 3.0 anpreisen.
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