Internet Explorer 9: Microsoft verspricht den "Sorglos-Browser"

Neuer Anlauf: Microsoft hat den Internet Explorer 9 veröffentlicht und will mit dem neuen Webbrowser endlich Markanteile zurückgewinnen. Aber auch von Firefox und Chrome gibt es neue Versionen. Alle neuen Browser sind schneller - und vor allem sicherer.

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Logos von Web-Browsern: Neue Programme für mehr Sicherheit im Netz

Hamburg - Microsoft hat eine neue Version des Internet Explorers veröffentlicht. Seit Dienstagmorgen steht das Programm zum Download bereit. Nach Angaben von Microsoft wurde der Browser unter Mithilfe von insgesamt 40 Millionen Betatestern entwickelt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der Internet Explorer 9 ist schneller als sein Vorgänger und hat ein vereinfachtes, reduziertes Design verpasst bekommen.

Nach dem "Browserkrieg" Mitte der neunziger Jahre war Microsoft zum Marktführer aufgestiegen, hatte seine führende Stellung dann aber sukzessive wieder eingebüßt. Die Konkurrenz hatte mit technisch überlegenen Browsern das Microsoft-Produkt abgehängt. Die Programme von Mozilla, Google und Opera waren schneller, oft sicherer und boten nützliche Zusatzfunktionen. Von einstmals 95 Prozent Marktanteil blieben zuletzt weniger als 50 Prozent übrig.

Nun soll der Internet Explorer wieder ganz vorne mitspielen: Der Browser solle für den Nutzer ein "Rundum-sorglos-Paket" sein, "das den Anforderungen der Zukunft gerecht wird", sagte Microsoft-Managerin Dorothee Ritz. Der Internet Explorer 9 verfügt über einen verbesserten "Tracking-Schutz", der eine Übersicht gibt, welche Webseiten oder Werbeeinblendungen die Daten des Nutzers speichern. Der Anwender kann über Listen individuell verwalten, welche Seiten auf seine Daten zugreifen dürfen und welche Zugriffe er sperren will.

Unsere Test zeigt, dass der Browser JavaScript-Inhalte deutlich schneller wiedergibt und mit aktuellen Web-Standards besser und sorgsamer umgeht, als es bisher der Fall bei Microsoft-Browsern war. Gerade der Tempozuwachs bei JavaScript ist für aktuelle Web-Anwendungen mit interaktiven Elementen wichtig. Bei vielen Multimedia-Inhalten soll der Browser zudem deutlich leistungsfähiger sein, da er direkt auf den Grafikchip zugreifen kann.

Das Umsteigen auf einen aktuellen Browser empfiehlt sich nicht nur für Nutzer alter Internet Explorer. Auch Mozilla und Google haben neue Versionen ihrer Programme vorgestellt - für mehr Geschwindigkeit, aber auch mehr Sicherheit im Internet.

  • Der Firefox 4 von Mozilla steht als voll funktionsfähige Vorab-Version bereit und soll noch im März veröffentlicht werden.
  • Seit drei Jahren bietet auch Google einen kostenlosen Browser an. Im März wurde die aktuelle Version Chrome 10 vorgestellt.
  • Der norwegische Hersteller Opera hat im Dezember seinen gleichnamigen Browser Opera 11 zum Download bereitgestellt.

Der Internet Explorer 9 läuft nur auf Windows-Rechnern mit den Betriebssystemen Vista und 7. Das immer noch weit verbreitete Windows XP wird nicht mehr unterstützt. Die anderen Browser sind auch für Mac- und Linux-Systeme verfügbar.

Quelle: StatCounter

ore/dpa/dapd

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insgesamt 25 Beiträge
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1. Diese ewige Dominanz
f.k 15.03.2011
Bisher war der Explorer immer technisch im Rückstand im Vergleich zu den anderen. Dennoch treffe ich immer wieder auf Websites, die "optimiert für den Internet Explorer" sind. Wie kann das eigentlich sein? "Optimiert" für verjährte Standards? Zieht sich hier die Marktmacht bis ins letzte Detail? Mich würde interessieren, ob auch andere Nutzer diese Erfahrung machen. Offensichtlichstes Beispiel ist der "Outlook Web Access", der nur auf dem Explorer in voller Funktion bereitsteht; für die anderen gibts nur die rudimentäre "Light"-Version. Warum?
2. Noch sicherer?
frigor 15.03.2011
Bei jedem neuen Browser heisst es, er sei sicherer. Ich warte immer noch auf den Browser, der einfach sicher ist.
3. Die Firma Zwergenweich...
Ex-Kölner 15.03.2011
...hat den Kampf ums Internet (genauer: ums WWW) verloren - will's aber noch nicht wahrhaben. Viele Webseitenprogrammierer haben schlicht keine Lust mehr, für die Abseitigkeiten der M$-Browser Extrawürste zu braten; proprietäre und nur auf bestimmten Betriebssystemen lauffähige Erweiterungen wie ActiveX sind nicht standardkonform und zudem ein massives Sicherheitsrisiko. Abseits der in der Vor-Internetzeit besetzten Märkte (PC-Betriebssysteme und Büroprogramme) haben die Redmonder noch nie Boden unter die Füße bekommen. Als es mit MP3 losging, versuchte M$, mit Windows Media Audio dagegenzuhalten, dito im Videobereich mit Windows Media Video. Ja, beide Codecs werden benutzt - aber nicht flächendeckend. Und das als Flash-Killer gestartete "Silverlight" dümpelt vor sich hin, gleichfalls der PDF-Rivale XPS. Von den Windows-Varianten für Mobilgeräte will ich jetzt gar nicht erst anfangen - da wird auch die Allianz mit Nokia nicht helfen...
4. Sorglosbrowser
newsmax 15.03.2011
Für Benutzer hinkt IE9 mindestens drei Jahre hinter der Konkurrenz her. Für Entwicker und Webseitenbetreiber bleibt es sogar eine Baustelle mit zu vielen Abweichungen vom Standard (wie schon die Vorgänger). Von "sorglos" kann also keine Rede sein. Wer zumindest weniger Sorgen haben möchte, sollte gleich auf eine Alternative (Firefox, Google Chrome, Opera etc) umsteigen.
5. Opera 11.01
querlatte 15.03.2011
Liebe Redaktion, Opera hat bereits die Version 11.01 auf dem Markt und nicht 10.
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Quelle: html5test.com


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