Generation Offline Mutter lernt Surfen

Für mindestens 15,4 Millionen Deutsche über 60 ist das Internet tatsächlich Neuland. Sie verbinden es eher mit Angst und Sorge. Bis vor Kurzem gehörte meine Mutter dazu - jetzt wird sie digitalisiert.

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"Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet!"
Der sechste Artikel des sogenannten rheinischen Grundgesetzes ist die perfekte Beschreibung des ewig skeptischen deutschen Wesens: "Kennen wir nicht, brauchen wir nicht, weg damit."

Über die vergangenen 22 Jahre konnte ich das in den Augen meiner Mutter lesen, wann immer ich ihr vom Internet erzählte. Sie sah mich an, nickte, verstand aber nicht, wovon ich sprach. Das WWW gehörte nicht zu ihrer Lebenswelt, es blieb ihr fremd.

Das ist, dem Geist des sechsten Artikels folgend, völlig okay. Wenn man ohne etwas auskommt, braucht man es nicht.

Aber gilt das auch in diesem Fall? Das Internet hat unsere Welt doch durchdrungen: Fernsehnachrichten und Werbung, Romane und Filme, die Gespräche der Enkel und sogar die Texte der Schlager. Kann man die Welt noch verstehen, ohne das alles zu kennen?

Genau so wird oft argumentiert, wenn Jüngere die Alten vom Neuen überzeugen wollen. Genau das macht ihnen ja Angst. Was Senioren da hören ist: "Das ist schwer - und Du hast davon keine Ahnung!"

Ich habe mich stattdessen gefragt: Könnte digitale Technik meiner Ü-70-Mutter etwas bringen? Könnte sie ihr Leben bereichern?

Schöne Bescherung

Tablets gibt es in verschiedenen Größen. Auch große Smartphones sind letztlich kleine Tablets - der Übergang ist fließend. Am anderen Ende stehen Tablets, deren Größe an PC-Bildschirme heranreicht - und die mit andockbaren Tastaturen auch den Übergang zum PC fließend machen. Für absolute Einsteiger reichen oft einfachere, preiswerte Modelle, die aber nicht unter sieben Zoll messen sollten.

Preisbrecher: Die preiswertesten Tablets fußen auf Googles Android-Betriebssystem und sind ab 50 Euro zu haben. Qualitativ ungewöhnlich gut ist in dieser Preisklasse Amazons kleinster Kindle Fire (59 Euro). Er bietet alles, was man für den Einstieg braucht, ist aber auch sehr eng an die Marke Amazon gebunden: Der Kindle ist quasi ein subventionierter Weg in den Shop. Trotzdem: Das Gerät ist verblüffend gut.

Spannweite: Android-Tablet ist ein dehnbarer Begriff. Kindles Fires (l.) sind bequem, aber eingeschränkt. HTCs Nexus 9 (r.) kostet schon 350 Euro aufwärts. Wer so etwas als Einstiegstablet für Senioren andenkt, sollte den "Kandidaten" vorher ausgiebig probieren lassen.

In der Oberklasse der Tablets wird sehr viel geboten - und in Wahrheit weit mehr, als Einsteiger im Seniorenalter brauchen oder wollen. Googles Pixel C ist erst ab 599 Euro zu haben. Mit andockbarer Tastatur ist er zugleich Laptop-Ersatz.

Ähnlich sieht das bei Apple aus. Wie bei Android-Tablets gilt auch bei Apple das Prinzip, dass die Software von Smartphones und Tablets aus einem Guss ist - auch das ist ein wichtiger Aspekt. Ein Senior, der hier das eine lernt, lernt das andere gleich mit. Billig ist Apple aber bekanntermaßen nicht: Das Einsteigergerät iPad Mini kostet ab 250 Euro, der größte iPad Pro ist mit 1237 Euro eines der teuersten Geräte auf dem Markt.

Angreifer: Microsoft drängt mit Windows-Tablets nach. Tendenziell bedienen die eher die obere Markthälfte, der Übergang zum PC ist in der Regel fließend. Digital-Volleinsteiger empfinden sie oft als komplizierter als Android- oder Apple-Geräte. Günstig sind sie auch eher selten: Samsungs Galaxy Tabpro S gehört mit 999 Euro allerdings auch zur Spitzenklasse.

Es ist Weihnachten. Als sie begreift, was sie aus dem Päckchen zieht, werden ihre Bewegungen langsamer. "Ach, Kinder!" sagt sie, "Das hättet Ihr aber nicht tun müssen!"

Sie wiegt das kleine Tablet still in den Händen, dreht es, befühlt die glatte Oberfläche, erkundet die Knöpfe am Rand. Ich zeige ihr: Hier schaltet man es ein. Da stellt man die Lautstärke ein.

"Das ist ganz einfach, oder?", fragt sie.
Sie sagt nicht: Wozu brauche ich das? Was mache ich damit?
Aber sie denkt es.

Ich beginne zu erklären: Dass sie damit lesen könne, spielen, Filme anschauen, Musik hören, Dinge nachschlagen, Nachrichten verschicken oder bekommen. Und dass sie sogar mit Videoverbindung telefonieren könne. "Oh, das ist gut!", ruft sie, davon hat sie schon gehört. Der Nutzen teilt sich ihr sofort mit: Kinder und Enkel wohnen teils weit entfernt.

Wir probieren es aus. Sie setzt sich ins Schlafzimmer, ich gehe ins Wohnzimmer und wähle ihr Tablet an (Skype habe ich vorbereitet). "Hallo?", sage ich, "hörst Du mich?"

Das tut sie. Als ich ihr mein Videobild schicke, findet sie das Spitze. Ich erkläre, wie sie auch ihre Kamera aktiviert. Jetzt telefoniere ich mit einem Bild der Deckenlampe über ihrem Kopf. Aber auch das bekommen wir hin.

Uns trennen keine fünf Meter, ich höre sie durch die Tür sprechen. WLAN leihen wir vom Handy, denn Internet hat sie noch nicht. Mit zwei Sekunden Verzögerung kommt ihre Stimme auf meinem Tablet an, wahrscheinlich via BND und NSA und zurück, auf jeden Fall interkontinental. Soll ich ihr das erklären? Besser nicht.

Nach dem Skype-Telefonat braucht sie eine Pause, aber sie sagt: "Ich schaff das!"
Und dann: "Glaub ich, oder?"

Zuversicht klingt anders.

Seit Jahren hatte sie darüber nachgedacht, sich dieses Internet mal anzusehen, in dem ihr Sohn arbeitet. Aber jetzt plötzlich damit konfrontiert zu werden? Ich weiß, das macht ihr Angst: ihr Tablet. Ihr Internet. Au weia.

"Du musst niemandem was beweisen", sagte ich. "Du kannst alles in Deinem eigenen Tempo entdecken, Stück für Stück."

Bootcamp am Meer: betreutes Surfen

Frank Patalong

Das Haus ist einfach und klein, der Strand endlos und weit: So einsame Orte am Meer gibt es in den Niederlanden nur im Winter.

Wir sind als Familie da und haben sechs Tage, uns den Wind um die Nasen wehen zu lassen, fossile Haizähne im Sand zu suchen, zu viele Pommes zu essen. Und um nach Digitalien einzuwandern. Es sind Outdoor-Tage und Indoor-Abende, wenn in Nieuwvliet nicht gerade nächtlicher Fackel-Markt ist oder bei Cadzand Berge von Weihnachtsbäumen bei Glühwein und Erbsensuppe am Strand verbrennen.

Am Abend des ersten Tages sitzen wir von Strandkilometern erschöpft zusammen, in den Tassen dampft Heißes, und ich lege ihr das Tablet hin. Wir üben das Wischen, das sie als leicht empfindet. Sie liest ihre erste E-Mail: Ich habe ein Foto hineingepackt und einen Link, der sie zu einer Webseite führen soll. Das mit dem Bild, findet sie, sei wie SMS in bunt. Den Nutzen sieht sie sofort.

Mit dem Link ist das anders. Darauf zu tippen verändert etwas: Die Mail verschwindet, eine andere Seite erscheint. Wo kommt die her? Wo ist man da? Wie kommt man zurück?

Dass sie mit dem Antippen des Links ein Programm verlassen und ein anderes aufgerufen hat, ist für sie nicht nachzuvollziehen. Der Ort aller Dinge ist doch das Tablet, und das liegt vor ihr. Wie kann man also von Bewegung sprechen?

Toll, dass man in der Wikipedia Dinge nachschlagen kann, aber: "Was soll ich denn nachschlagen?" Sie denkt lange nach.

Ich schlage eine Krankheit vor. Die Antwort der Wikipedia ist derart kompliziert und erschöpfend, dass auch mir der Kopf schwirrt. Das bringt niemandem etwas.

Frank Patalong

Nächster Versuch: SPIEGEL ONLINE. Ist wie Zeitung, sage ich. Sie hat ihre Tageszeitung lieber. Sich vorab bei Google über ein Restaurant zu informieren findet sie dagegen gut.

Dann Facebook. Ich habe ihr ein Profilbild vorbereitet. Das, sage ich, ist jetzt Deine digitale Briefmarke, an der man Dich erkennt. Sie lacht.

Erst kann sie mit der Plattform nichts anfangen: Sie hat keine "Freunde". Wir verbinden sie mit vier Kindern und Enkeln. Eine der Enkelinnen ist online. Meine Tochter, 24, pingt sie im Namen meiner Mutter an. Innerhalb von Sekunden antwortet sie: "Ne, jetzt nicht wirklich, oder? Oma im Internet? Wie cool ist das denn?"

Das macht Mutter Spaß. Sie übernimmt, ein kurzer Chat überzeugt sie umgehend vom Nutzwert von Facebook. Auch, wenn es nicht so einfach ist, die kleinen Buchstaben auf der Bildschirmtastatur zu treffen. "Jetzt kannst Du sehen, Oma, was Deine Enkel so machen", erklärt meine Tochter und zeigt ihr die letzten Posts.

Ich zeige ihr die Seite einer Facebookgruppe, deren Mitglieder alte Fotos aus der Heimatstadt meiner Mutter tauschen. Sie ist begeistert, es sind Bilder aus ihren Kindertagen, der Jugend, der frühen Elternzeit.

Sie sagt: "Total toll, was Du da alles auf dem Tablet hast. Wo hast Du die Bilder nur her?"

Ich begreife: Virtualität, das Prinzip, dass etwas potenziell vorhanden ist und nur abgerufen werden muss, ist ihr komplett fremd. An das kleine Gerät gewöhnt sie sich langsam. Das unermesslich große Medium dahinter erkennt sie noch nicht.

Aber das muss sie ja auch nicht.

Wir "Digitalen" neigen dazu, die Wichtigkeit der Technologie zu überschätzen. Wir machen sie selbst zum Thema. Aber Technik ist uninteressant, Inhalt ist wichtig, der muss passen. Das ist Online nicht anders als beim Fernsehen. Wenn wir ehrlich sind, gehen auch Digital Natives nicht anders damit um: Wir nutzen die Dinge, die uns etwas bringen. Den Rest ignorieren wir.

Die Welt ist (noch) nicht digital

Als ich 1991 meine ersten Onlineversuche machte, war alles rätselhaft und kompliziert. Aber wir waren jung und neugierig, als das Neue kam. Populär wurden Netzmedien damals durch Dienste wie Compuserve, AOL und T-Online. Ab 1994 tummelte sich dort auch der SPIEGEL (Wie der SPIEGEL ins Netz kam, und was aus ihm wurde), es gab immer mehr zu entdecken, die Technik wurde besser, bald kam das WWW. In den folgenden sechs Jahren schrieb ich Dutzende Artikel, in denen ich das Internet erklärte: Was ist das? Wo kommt es her? Was macht man damit? Es war wie "Täglich grüßt das Murmeltier".

Der Cyberspace war für die meisten so weit entfernt wie ein fremder Planet. Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker hielt Reden über den "Zugang zur Datenautobahn". Es klang wie ein Infrastrukturprojekt für Spediteure. Noch 1998 sagte mir ein Verleger, er steige bald wieder aus dem Internet aus, weil das so wie Btx in den Achtzigerjahren scheitern werde.

Es sollte zehn Jahre dauern, bis eine Mehrheit der Bevölkerung mit den sogenannten neuen Medien vertraut war. Meine Kinder können sich eine Welt ohne Internet nicht vorstellen. Für die Einheimischen von Digitalien ist meine Mutter ein Relikt aus analoger Vorzeit.

Doch viele, die ein digital geprägtes Leben führen, nehmen nicht wahr, wie viele Menschen analog leben.

Im Jahr 2013, sagt das Statistische Bundesamt, waren 21,9 Millionen Menschen in Deutschland älter als 60 Jahre, rund 27 Prozent der Bevölkerung. Bestenfalls 29,6 Prozent von ihnen nutzen laut der jährlich erhobenen Onlinestudie von ARD und ZDF das Internet (andere Zählungen setzen teils deutlich niedriger an). Meine Mutter ist also nicht allein - mindestens 15,4 Millionen Deutschen ist das Internet komplett fremd. Insgesamt verzichten - je nach Schätzung - 17 bis 20 Millionen Deutsche über 14 Jahre darauf, es zu nutzen.

Mutter entdeckt die Killer-App

Nach sechs Tagen Tablet-Training ist noch nichts Routine, vieles müssen wir mehrfach durchgehen. Das gilt vor allem für die Dinge, die meine Mutter als besonders fremd empfindet. Die Suchmöglichkeiten des Internets gehen komplett an ihr vorbei, sie sucht nichts. Die Kommunikationsmöglichkeiten von E-Mail oder Skype sind konkreter, der Nutzen ist offensichtlich. Facebook ist wie ein Fenster ins Leben der Enkel.

Was dann aber das Tablet zum Teil ihres Lebens macht, ist etwas viel Pragmatischeres.

"Wenn Du unter Bücher nachsiehst", erkläre ich meiner Mutter, "findest Du in der Bibliothek alles, was Du an Lesestoff hast." Sie merkt auf. "Zeig mal", sagt sie und schaut sich das Schriftbild an. Ich zeige ihr, wie man ein Buch öffnet, darin blättert, und wie sie die Buchstaben vergrößern kann. "Das ist ja toll", sagt sie und will Pause machen. "Um ein bisschen zu lesen."

In den nächsten Stunden hören wir nichts von ihr und in den nächsten Tagen wenig. Ich besorge ihr Gratiskurzgeschichten, Buch-Appetizer und einen historischen Roman aus dem Kindle-Shop. Sie liest und liest, und ihre Begeisterung wächst und wächst. Die Schrift landet bei 16 Punkt Größe, etwa doppelt so groß wie die in gedruckten Büchern üblichen Schriftgrößen.

Frank Patalong
Wenn sie nicht liest, zockt sie. Ich habe ihr eine Quiz-App nach "Wer wird Millionär"-Muster geladen. "Den Jauch", sagt sie, "kann ich ja nicht leiden, aber das hier ist total toll! Da muss man den Kopf mal anstrengen!"

Als sie zum ersten Mal die virtuelle Million gewinnt, ist die Freude groß - und sie ist auf dem Weg zur Sucht.

Zurück in Deutschland telefonieren wir jetzt fast täglich. Ich will wissen, wie es weitergeht. Sie steigt für Texteingabe und Bedienung auf einen Stylus um, einen speziellen Stift. Damit ist alles noch leichter. Am zweiten Tag nach Holland ist sie müde. "Ich bin eigentlich früh zu Bett gegangen", berichtet sie, "und hab gelesen. Und dann wurde ich müde, und ich dachte: Ach, dann spielst Du noch ein bisschen. Und dann war es halb zwei."

Zwei Tage später rate ich ihr dazu, das Tablet im Wohnzimmer zu lassen, wenn sie ins Bett geht. Sie lebt jetzt im Vampirmodus, den ich von meinem Sohn aus Pubertätszeiten kenne: Bei ihm hieß die Ursache schlafloser Nächte "World of Warcraft". Bei ihr ist es ein Mix aus Dauerlesen mit Quiz-Unterbrechungen. Sie macht die Erfahrung, dass Zeit anders vergeht, wenn man sich so beschäftigt.

"Du machst jetzt das, worüber Du Dich bei Deinen Enkeln immer aufgeregt hast", sage ich.

Sie lacht und sieht das auch so, aber: "Ich hab ja nur noch 30 Seiten, dann bin ich durch" "Durch was?", will ich wissen. "Den Roman, der ist so schön!" "Das Ding mit den 380 Seiten?" "Genau! Das handelt von einer Hebamme und die…"

Frank Patalong
Sie schwelgt und erzählt und erzählt. 350 Seiten in zweieinhalb Tagen. So liest eine Frau Mitte siebzig, wenn sie seit Jahren auf Entzug ist. Sie hatte immer viel gelesen, aber irgendwann wurde das zu mühsam.

"Weißt Du", sagt sie, "das klappt ja schon lange nicht mehr mit den Augen. Ich hab mir mal Großdruck gekauft, aber da kriegst Du ja auch nicht alles. Mit dem Tablett" - sie spricht das aus, als würde man mit dem Ding etwas servieren - "ist das richtig einfach."

Es ist, als hätte man ihr einen Teil ihrer Sehkraft wiedergegeben. Sie ist hin und weg. Sie telefoniert mit Freundinnen darüber, sie erzählt im Kirchenchor davon, im Heimatverein. Die meisten sind skeptisch oder ablehnend - "Wenn schon Buch, dann Papier!" - aber sie trifft auch Mitbegeisterte. Sie bestärken sich gegenseitig, geben sich Tipps, tauschen sich aus. Kluge Spiele und Lesen, das sind die Killer-Apps meiner Mutter.

Eine Woche nach Holland erzählt sie mir, ein Freund werde ihr beim DSL-Vertrag helfen, sie wolle ihr eigenes Internet. Und im Gemeindehaus würden sie bald einmal den Brettspielnachmittag ausfallen lassen: "Dann spielen wir 'Wer wird Millionär' mit dem Tablett."

"Weißt Du", sage ich, "alle waren skeptisch, als ich Dir das Ding kaufen wollte. Das sei nichts für Dich. Hast Du Dich überhaupt darüber gefreut?"

"Zuerst nicht", sagt sie. "Erst einmal war ich schockiert. Jetzt denke ich, das war das Beste, was man mir schenken konnte."

Et kütt wie et kütt, heißt es im rheinischen Grundgesetz. Aber auch: Et hätt noch emmer joot jejange. Denn nix bleev, wie et es.

Es kommt, wie es kommt. Es ist noch immer gut gegangen. Nichts bleibt, wie es ist.
Wir alle lieben Neues. Wir müssen uns nur trauen.

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Service: Dieser Artikel zur gedruckten Weitergabe an "Offliner"

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insgesamt 54 Beiträge
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Seite 1
HaraldKönig 31.01.2016
1.
Gut wenn man so flexible Eltern hat. Meine haben nicht nur den Videorecorder nicht kapiert, selbst am (Röhren) Fernseher finden sie nur die ersten 9 Sender analog zu den Zahlen 1-9 auf der Fernbedienung. Verschachtelte Menüs sind außerhalb ihres Vorstellungsvermögens.
nimue15 31.01.2016
2. Schön - gefällt mir
Ich(69) bin gnadenlos der Ansicht, dass gerade wir Älteren Vorteile vom www haben. Von Kommunikation bis Einkaufen und Unterhaltung. ABER: Ihre Mutter kann sich freuen, Sie zu haben. Denn mit der Bedienung solcher Geräte ist es ja nicht getan. Ich fand es wesentlich leichter meine Website aufzubauen, als all die Tricks 'unter der Motorhaube' herauszukriegen. Wie transportiere ein Profil von A nach B? Wie verhindere ich, dass Windows mich mit der ständigen Aufforderung nach Upgrades wahnsinnig macht? Wie unterscheide ich, was wichtig und was überflüssig von all den Aufforderungen ist? Und wieso habe ich einen Systemcrash, wenn ich genau das tue wozu ich aufgefordert werde - Treiber upzudaten? Diese Dauersucherei kostet mich viel Lebenszeit - und so viel habe ich gar nicht mehr. Ich würde JEDES Handbuch kaufen, dass die wichtigen Dinge kurz und übersichtlich behandelt.
loeweneule 31.01.2016
3.
Zitat von HaraldKönigGut wenn man so flexible Eltern hat. Meine haben nicht nur den Videorecorder nicht kapiert, selbst am (Röhren) Fernseher finden sie nur die ersten 9 Sender analog zu den Zahlen 1-9 auf der Fernbedienung. Verschachtelte Menüs sind außerhalb ihres Vorstellungsvermögens.
Das alles hat viel mit Angst zu tun. Angst das Internet zu löschen beispielsweise. Sorry, das ist ein abgelutschter Gag, aber so ähnlich ist es. Kenne ich aber noch aus den 60er Jahren. Daß es bei den alten Schwarzweißfernsehern einen kleinen Regler für den Bildfang gab, den man verwenden konnte, wenn das Bild mal wieder "lief", wußten wir Kinder, aber Oma rief lieber den Fernsehtechniker an.
baninchenrenner 31.01.2016
4. Meine Mutter ist auch 75, Jahrgang 1941 ...
... und hat seit Jahren ein iPhone (derzeit 5S), ein iPad 4 und einen Mac Mini, davor einen Windows-PC. Sie fotografiert - ebenfalls seit Jahren - als Hobby früher mit der Kamera, jetzt mit dem iPhone, stellt die Bilder ins Internet bei bekannten Fotografie-Portalen, wo sie bei einem bereits unter die besten 100 Fotografen aufgestiegen ist. Sie ist bei Facebook mega-aktiv, sogar für ihren Hund hat sie ein eigenes Profil angelegt. Ich als ihr Sohn verweigere mich kurioserweise dagegen dieser Sorte Social Media. Natürlich habe ich ihr diese Geräte beschafft, sie unterwiesen und coache sie höchstens mal bei BackUps oder Updates. Sie macht Homebanking und ärgert sich, dass es auf dem iPad nicht klappt, sondern nur am Mac (blöde Bank-Seite). Sie spielt die drolligsten Spiele (nur Gratis-Spiele), guckt Videos, schaut sich Sendungen zeitversetzt nach Lust und Laune in Mediatheken an - komplett souverän. Mit einigen Mitgliedern ihrer freikirchlichen Gemeinde, in der sie aktiv ist, ist sie bestens vernetzt. Per iMessage werden alle ihre iFreunde und iVerwandten mit Fotos aus ihrem Leben beglückt, die Androidfraktion wird eben per WhatsApp bedient. Sie wird Ende Februar 75. Nicht zu bremsen. Jetzt will sie von mir eine Photoshop-Unterweisung, denn die Bildbearbeitungsfunktionen der iPad App „Fotos“ sind ihr zu dürftig. Na, das kann noch heiter werden. Ach ja, zwei Urenkel hat sie auch bereits, einer von denen hat ebenfalls ein iPhone. Ein Urenkel, der mit seiner Uroma per iMessage chattet und sie schon immer bei ihrem Vornamen gerufen hat ……..
westerwäller 31.01.2016
5. Mutti wird digitalisiert?
In welcher Auflösung denn? 1920x1920x1920 Pixel? Das wäre Full-HD in 3D ... Oder 3940x3940x3940? Das wäre Quad Full High Definition in 3D ... Lieber bisschen unschärfer, dann kommen die Falten nicht so raus ...
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