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25 Jahre Web: WWWie drei Buchstaben die Welt veränderten

25 Jahre WWW: Wie das WWW erfunden wurde Fotos
CERN

Vor 25 Jahren wurde die erste Webseite der Welt öffentlich gemacht. Zum Durchbruch hat dem Internet eine großzügige Entscheidung seiner Erfinder verholfen.

Das World Wide Web hat sämtliche Bereiche des Lebens verändert. Kaum eine Innovation zuvor hat die Gesellschaft so rasant und drastisch umgekrempelt. Erst am Samstag vor 25 Jahren, am 6. August 1991, wurde in der Schweiz die erste Webseite der Welt öffentlich gemacht.

Zwei Jahre später wurde das Internet massenkompatibel. Dass das Netz so ist, wie wir es in der heutigen Form kennen, ist maßgeblich einem Mann zu verdanken.

Der britische Physiker Tim Berners-Lee, damals am Europäischen Kernforschungszentrum (Cern) bei Genf beschäftigt, wollte das dortige Informationschaos eindämmen. Im März 1989 schlug er seinem Arbeitgeber ein Projekt auf Basis des Hypertexts vor, um den Datenaustausch zwischen den Forschern weltweit zu vereinfachen.

Unterstützung bekam er von seinem Kollegen Robert Cailliau. Weihnachten 1990 legte Berners-Lee mit info.cern.ch den ersten Web-Server der Welt an. Am 6. August 1991, am Samstag vor 25 Jahren also, machte der damals 36-Jährige die erste Webseite im Internet öffentlich.

1. Netscape

Netscape war einer der ersten Browser. Entwickelt wurde er von dem heutigen Valley-Investor Marc Andreessen.

2. AltaVista

Damals™ war Google noch ein kleines Licht. Gesucht hat man mit AltaVista.

3. Winamp

Digitalnostalgie pur: Nachdem sich MP3s verbreitet hatte, wurde die Musikbibliothek mit Winamp verwaltet.

4. Napster

Mit Napster wurde wie wild illegale Musik gezogen.

5. Encarta

Encarta war das Wikipedia der Neunzigerjahre - auf CD-Rom.

6. Minesweeper

Mit Minesweeper hat man sich auch die Zeit im Informatikunterricht vertrieben.

7. Solitär

Auch Solitär wurde damals viel gespielt - besonders spannend war das eigentlich nicht.

8. Diskettenlaufwerk

Früher™ wurden Dateien noch auf Disketten gespeichert.

9. Winzip

Mit Winzip wurden die Dateien komprimiert, damit sie auf Disketten passten.

10. UBoot.com

Abtauchen mit Uboot.com: Für viele Nutzer war die Plattform das erste soziale Netzwerk.

11. Studi-VZ

Nach UBoot.com kam für die Deutschen irgendwann StudiVZ. Das Netzwerk gründete ein paar Ableger, verschwand aber wieder in der Versenkung.

12. Norton

Norton war 2003 das Virenschutzprogramm, das so gut wie alle nutzten.

13. Win-98-Hintergrund

Der Win-98-Hintergrund für die Nerds. Es soll einen Rechner von innen darstellen.

14. ICQ

ICQ war die Chat-Zentrale der Jugend in Deutschland.

15. CorelDraw

Das Vektorgrafikprogramm CorelDRAW kam erstmals 1989 auf den Markt.

"Das war ein technischer Meilenstein", sagt Informatiker Werner Zorn, der als Gründungsvater des deutschen Internets gilt und 1984 an der Universität Karlsruhe die erste deutsche Internet-E-Mail empfing. "Die Idee dahinter war die Verbindung von Apples Hypertext mit der Internet-Technologie auf der Netzebene", sagt er. Denn das Internet, also die Netzwerk-Infrastruktur, gab es schon einige Jahre. Nach der E-Mail wurde nun mit dem World Wide Web ein weiterer Dienst geschaffen, der das Internet quasi zum Leben erweckte.

Die drei Zutaten fürs Web

Im Wesentlichen basiert Berners-Lees Entwicklung auf drei Kernpunkten:

  • Zum einen entwickelte er die Hypertext Markup Language (HTML), die beschreibt, wie Seiten mit Hypertextverknüpfungen ("Links") auf unterschiedlichsten Rechnerplattformen formatiert werden.
  • Mit dem Hypertext Transfer Protocol (HTTP) definierte er den technischen Kanal, den Computer benützen würden, um über das Internet zu kommunizieren.
  • Der Universal Resource Identifier (URI), heute ist die Unterform Uniform Resource Locator (URL) geläufiger, bezeichnet die Webadresse, mit der Inhalte im Netz gefunden werden.

Einen wichtigen formalen Schritt machte das Cern 1993, als das Institut das World Wide Web für die Öffentlichkeit freigab und ganz bewusst auf Lizenzzahlungen und Patentierung verzichtete. Damit trugen die Forscher maßgeblich zur Bedeutung des Webs in seiner heutigen Form bei. "Die freie Verfügbarkeit war natürlich der Erfolgsfaktor schlechthin", sagt Internet-Pionier Zorn.

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oldweb.today: Zeitreise in das Netz der Neunziger

Den Durchbruch des WWW für Nicht-Computerspezialisten gelang dann 1993 Marc Andreessen. Der Student entwickelte an der University of Illinois den ersten Mosaic-Browser und machte sich später mit Netscape daran, seine Software zur führenden Onlineplattform zu machen. Microsoft-Gründer Bill Gates zog mit seinem Explorer nach und zettelte den "Browser-Krieg" an, in dem Netscape dann auf der Strecke blieb.

Rasantes Wachstum durch Videos

Das Web wuchs rasant und brachte viele Tech-Milliardäre hervor: 1994 und1995 gingen mit Yahoo, Ebay und Amazon gleich drei spätere Internet-Riesen an den Start. 1998 folgte Google, sechs Jahre später gründete der damalige Harvard Student Mark Zuckerberg Facebook.

Einen weiteren Meilenstein in der Geschichte des Internets setzte Netflix-Chef Reed Hastings mit seiner Strategie, den Versand von DVDs und Blu-ray-Scheiben durch einen Video-Streamingdienst Schritt für Schritt abzulösen. Im Februar 2007 startete der Onlinedienst in den USA, seit September 2014 gibt es Nexflix auch in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Inzwischen hat Netflix 83,2 Millionen Kunden weltweit und ist auch fast auf der ganzen Welt verfügbar, bis auf China und Länder wie Nordkorea.

In Nordamerika waren 2015 rund 37 Prozent des gesamten Internetverkehrs auf Netflix zurückzuführen, was die technische Infrastuktur der Netze vor ganz neue Herausforderungen stellt. Zählt man alle Streaming- und Download-Dienste wie YouTube, iTunes, Amazon Video und BitTorrent zusammen, gehen sogar knapp zwei Drittel der Bandbreite für Video- und Musikdienste drauf.

Noch größer als der unendliche Bedarf nach Breitbandverbindungen hat das mobile Internet das Web verändert. Im Jahr 2007 präsentierte Apple-Chef Steve Jobs das erste iPhone, ein Jahr später kam das erste Smartphone mit der Google-Software Android auf den Markt.

Tim Berners-Lee (M.) gilt als Erfinder des World Wide Web (WWW). 1991 demonstriert er auf einer Konferenz in San Antonio, Texas, wie das World Wide Web funktioniert.

Berners-Lee an seinem Arbeitsplatz am Forschungszentrum Cern (1994): Der Phyiker und Informatiker lud am 6. August 1991 in einer Usenet-Diskussionsgruppe dazu ein, den ersten öffentlich zugänglichen Webserver bei seinem Arbeitgeber zu besuchen. Es war der Startpunkt fürs Web, wie wir es heute kennen.

Nari Kannan (1991): Der Informatiker bat am 2. August 1991 in einer Diskussionsgruppe im Usenet um Hilfe: "Weiß jemand etwas über die Entwicklung qualifizierter Hypertext-Links?" Ein paar Tage später antwortete ihm Tim Berners-Lee - mit einer öffentlichen Einladung, Dokumente vom ersten WWW-Server abzurufen.

Die Idee fürs Web: Berners-Lees Thesenpapier "Informationsmanagement: Ein Vorschlag" von 1989 leitete die größte Umwälzung in Medien und Kommunikation seit Einführung des Fernsehens ein.

Kein PC: Das Protokoll für das WWW entstand auf einem NeXT-Rechner. Dieser hier war tatsächlich der erste Webserver überhaupt. Die Erstversion des Web entstand auf diesem Arbeitsrechner und fand zuerst auch nur darauf statt.

So sah die Homepage des Forschungsinstituts Cern 1990 mit einem der ersten, textbasierten Browser aus. Die Software entwickelte Tim Berners-Lee weiter, zum grafikfähigen "WorldWideWeb browser", der wie hier auf Rechnern mit dem NeXTStep-Betriebssystem lief.

Tim Berners-Lee 1991 mit Nicola Pellow: Die britische Mathematikerin schrieb den ersten Textzeilen-Browser und später mit Robert Cailliau den ersten WWW-Browser für Macs.

Robert Cailliau (1995): Der Informatiker hatte wie Berners-Lee am Cern an Möglichkeiten gearbeitet, das Informationsmanagement zu verbessern. Als sie voneinander erfuhren, gab Cailliau sein eigenes Projekt auf und arbeitete mit Berners-Lee und vielen anderen am Cern für das WWW-Projekt.

Gemeinfrei: Mit diesem Dokument erklärte das Cern am 30. April 1993 das WWW zum öffentlichen Eigentum.

Die Erklärung umfasst den am Cern entwickelten Browser, die Server-Software und anderen Programmcodes. Die Verantwortlichen des Forschungszentrums erklären, sie wollen damit Kompatibilität, Netzwerk-Standards und computergestützte Zusammenarbeit fördern.

Tim Berners-Lee schrieb in Diskussionsforen, das Ziel sei es, "Wissen ohne Diskriminierung zu teilen". Jedermann auf der Welt solle gleichen Zugang haben.

Web-Sir: Queen Elizabeth II. erhob Berners-Lee 2004 in den Ritterstand. Hier ein Foto vom Februar 2009, als Berners-Lee Gast bei der Vorstellung der neuen Webseite des Königshauses war. Berners-Lee leitete das World Wide Web Consortium, eine Organisation zur Wahrung von Standards im WWW. Ende 2010 warnte Berners-Lee in einem Aufsatz vor der Vorherrschaft weniger Online-Riesen, die digitale Informationen einsperren. Seiten wie Facebook saugten Daten auf, gäben aber selbst wenig preis. Nach wie vor setzt sich der 61-Jährige für ein freies Internet und den Netzzugang für alle Menschen ein.

Das mobile Internet wurde massenkompatibel, und Millionen von Apps drängen das Surfen über einen Browser zunehmend zurück. Heute stehen Begriffe wie das Internet der Dinge oder Industrie 4.0 für eine Entwicklung, die nicht unbedingt auf das WWW angewiesen ist.

Weltweit sind noch immer Milliarden Menschen ohne Internetzugang. In Europa gehört das Netz und damit auch das Web dagegen längst zum Alltag: Laut Branchenverband Bitkom gehen drei von vier EU-Bürgern (76 Prozent) zwischen 16 und 74 Jahren mindestens einmal pro Woche online. In Deutschland sind es 84 Prozent, in Island sind es sogar 97 Prozent.

Und Berners-Lee selbst? Der Vater des Web ging 1994 nach Boston, um am Massachusetts Institute of Technology (MIT) das World Wide Web Consortium (W3C) zu gründen. 2004 wurde der Brite von der Queen zum Ritter geschlagen. 2012 nahm er bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in London die Würdigung als Erfinder des World Wide Web entgegen. Nach wie vor setzt sich der 61-Jährige für ein freies Internet und den Netzzugang für alle Menschen ein.

Im Gegensatz zu Internetstars wie Zuckerberg, Gates oder Jobs ist Berners-Lee der breiten Öffentlichkeit bis heute relativ unbekannt - trotz seiner Verdienste. Ihn selbst scheint das nicht zu stören. "Prominent zu sein zerstört das Privatleben", sagte er einmal.

Aus dem Archiv: Reiseführer ins Netz von früher

brt/Jenny Tobien, dpa

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1. So, so
Georg_Alexander 05.08.2016
Gezippt wird heute nicht mehr? Datenkompression ist immer noch eins der wichtigen Themen in der Kommunikation - allein schon um Bandbreite zu sparen.
2. Frueher hat man auch um jedes Byte gekaempft,
hdudeck 05.08.2016
Zitat von Georg_AlexanderGezippt wird heute nicht mehr? Datenkompression ist immer noch eins der wichtigen Themen in der Kommunikation - allein schon um Bandbreite zu sparen.
mit dem Fortschritt in der Speichertechnologie, hoeheren Taktfrequencen, 64+ Bit usw und dem Breitband hat man das nicht mehr noetig. Zudem muss man beim Kompremieren sicherstellen, dass beide Seite die gleiche Technologie verwenden. So, warum soll man das bitte schoen machen? Ich kann nicht feststellen, dass Senden und Empfang schwanken, ein Zeichen, das die noetige Breite vorhanden ist. So, warum Kompremieren?
3.
Frank Zi. 05.08.2016
Zitat von Georg_AlexanderGezippt wird heute nicht mehr? Datenkompression ist immer noch eins der wichtigen Themen in der Kommunikation - allein schon um Bandbreite zu sparen.
Gezippt wird echt nicht mehr, heute wird gerart oder ge7zt.
4. ist nicht mehr noetig
Nonvaio01 05.08.2016
Zitat von Georg_AlexanderGezippt wird heute nicht mehr? Datenkompression ist immer noch eins der wichtigen Themen in der Kommunikation - allein schon um Bandbreite zu sparen.
Gmail kann man bis zu 25mb schicken. Fuer alles andere gibt es cloud und FTP server. Ich hab ein account mit 50GB, der ist kostenlos, wenn ich etwas verschicke, sende ich einfach den link und zugangs passwort. Bei geschwindigkeiten von locker ueber 150mb als standard ist das alles kein problem mehr heutzutage.
5.
Raget 05.08.2016
Wer etwas auf sich hielt, hat früher auch ge"arj"tet und nicht gezipt :-)
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