Internet-Radio Podcasten leicht gemacht

Der Begriff "Podcasting" wird zurzeit schwer strapaziert, doch nach wie vor können sich die wenigsten Internet-Nutzer etwas darunter vorstellen. SPIEGEL ONLINE zeigt, wie man den Weg zum "Download-Radio" aus dem Web findet.


Radiohören mal modern: Digitale Beiträge aus dem Netz mit dem MP3-Player im iTeufel

Radiohören mal modern: Digitale Beiträge aus dem Netz mit dem MP3-Player im iTeufel

"Podcast" ist schon fast ein geflügeltes Wort, obwohl sich nach wie vor kaum jemand etwas darunter vorstellen kann: Laut einer Umfrage des Pew Internet & American Life Project haben gerade mal 13 Prozent der amerikanischen Internet-Benutzer vage von diesem Begriff gehört. Was ein "RSS-Feed" anstellt, wissen spärliche 9 Prozent.

Mit Podcast ist eine gestreamte Radiosendung gemeint, die sich als Audio-Datei automatisch aus dem Netz auf den Rechner lädt. Der Vorteil: Jeder kann selber auf seinem Computer mit der passenden Ausrüstung so eine Show erstellen und sie auf seiner eigenen Webseite oder auf einem Server für Hörer anbieten.

Wer mehr über das "Machen" wissen will: Die Sendung wird über eine Soundkarte mittels einer Rekorder-Software mit dem Mikrofon aufgenommen und als MP3-Datei abgespeichert. Welche Vorrausetzungen die Hardware mitbringen muss und was für eine Software am besten verwendet wird, beantwortet bestens das Podcast-Wiki und erklärt, wie sich der Podcast auf die Webseite oder den Heim-Server einbinden lässt.

Eine Radiosendung nun als Podcast zu empfangen, ist noch einfacher: Im einfachsten Fall klickt man einfach auf einen Link, hinter dem sich nichts anderes als eine MP3-Datei verbirgt. Das aber ist noch kein "Podcast", denn "gesendet" wurde da ja noch nichts: Zum "Reinhören" und Kennenlernen ist das okay, doch wer Podcasts regelmäßig beziehen will, der will den Download-Vorgang auch automatisieren.

Bisher ging das vor allem über ein Programm, das bestimmte Sendungen automatisch über den RSS-Standard abonniert und herunter lädt. Mit jedem MP3-Player kann die Show auf dem Computer angehört und ebenso für unterwegs auf ein externes Gerät wie einen iPod-Player kopiert werden.

Von der Sex-Show bis zum Kochratgeber

Die Mutter aller Programme dieser Art ist der iPodder, entwickelt vom Podcast-Erfinder Adam Curry. Mit dem aktuellen Update der Abspielsoftware iTunes wird jetzt der Umweg über eine Abo-Software obsolet. ITunes integriert den Bringdienst und lädt die Radio-Beiträge gleich selbst herunter. Man muss nur auf den entsprechenden Seiten der Podcast-Anbieter die RSS-Dateien auswählen und in iTunes kopieren.

Podcasts sind erst einmal Radiobeiträge und nicht auf Länge oder Inhalte festgelegt. So eine Show kann beispielsweise die Staubteufel auf dem Mars behandeln, wenn die Nasa über ihre Entdeckungen berichtet. Genauso kann ein Podcast als reine Musiksendung aus DJ-Mixen bestehen, die sich beim InternetDJ laden lassen.

Einen Überblick über die allerneusten Podcast-Sendungen stellt Adam Curry auf seinem Weblog zusammen. Der belegt die ungeheure Schaffensfreude der Podcaster auf der ganzen Welt, fast jede Minute steht einer fertig produziert auf seiner Seite. Für deutsche Podcasts jeder Art wird man bei Podster fündig.

Wenn es genauer sein sollte, lässt es sich praktisch im Verzeichnis der amerikanischen Seite PodcastAlley nach Genres suchen: Ob Kochshow, Sex-Talk oder der Kommentar zum Baseball-Game, jedes Thema wird ausreichend gewürdigt. Möchte man sich dagegen allgemein über das Treiben in der Podcast-Welt informieren, hilft PodcastingNews mit aktuellen Entwicklungen.

Verena Dauerer



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